Plagiatsvorwurf gegen Miesbacher Landrat

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Der Miesbacher Landrat könnte seien Doktortitel verlieren, wenn sich die Vorwürfe bestätigen.
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Miesbach - Wieder gerät die Doktorarbeit eines Politikers in den Blickpunkt: Der Miesbacher Landrat Jakob Kreidl soll betrogen haben. Ein Professor macht ihm schwere Vorwürfe:

Wie der Bayerische Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung am Dienstag berichten, steht die Doktorarbeit des Miesbacher Landrats und Präsidenten des Landkreistages, Jakob Kreidl (CSU), unter Plagiatsverdacht. Unter die Lupe genommen hat die Arbeit die für die Aufdeckung von Plagiaten bekannte Internetplattform "Vroniplag". Bislang wurde ein Drittel der Dissertation auf Vroniplag untersucht. Auf 27 Seiten seien 50-75 Prozent Plagiatstext und auf 15 Seiten mehr als 75 Prozent Plagiatstext gefunden worden.

Unter anderem soll der Landrat bei einer Arbeit der Professoren Peter Schlotter und Berthold Meyer abgeschrieben haben. Meyer sieht die Vorwürfe laut BR bestätigt: " Zumindest die Teile der Arbeit, in denen er sich unser eigenen Arbeit bedient, das ist also nun eindeutig ein Plagiat." Gegenüber der Süddeutschen kommt Meyer zu einem eindeutigen Urteil: "Auf 71 Seiten der Dissertation wird unser Report in irgendeiner Weise, zum Teil sehr umfangreich verwertet. Da unser Report selbst nur 66 Seiten umfasst, kann man sagen, dass dem Schreiber keiner unserer Gedanken und kaum eine unserer Quellen entgangen ist."

Die Bundeswehr-Universität Neubiberg, bei der die Arbeit 2005 eingereicht wurde, will den Vorwurf nun prüfen. Thema war der Kosovo-Konflikt.

Laut der Süddeutschen Zeitung reagierte Kreidl überrascht auf die Vorwürfe: "Das höre ich zum ersten Mal. Ich werde mich sofort damit auseinandersetzen." Für weitere Stellungnahmen stand der 60-Jährige der Zeitung nicht zur Verfügung.

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