Nach Mikro-Beben in Poing

Geothermie-Anlage bald wieder in Betrieb

Poing - Nach einer vorübergehenden Abschaltung der Geothermie-Anlage in Poing wird die Bayernwerk Natur GmbH ihr Werk stufenweise wieder in Betrieb nehmen.

Ein Gutachten des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik in Hannover (LIAG) ist zu dem Ergebnis gekommen, dass von der beobachteten Seismizität keine Gefahr ausgeht. Aus Sicht der Genehmigungsbehörde und der Fachbehörden bestehen dagegen keine Einwände.

Ende des Jahres 2016 wurden im Raum Poing-Pliening erstmals mikroseismologische Vorkommnisse verzeichnet. Da Anfang September 2017 wiederum ein Mikro-Beben auftrat und ein Zusammenhang mit der örtlichen Geothermie- Anlage nicht ausgeschlossen werden konnte, nahm die Bayernwerk Natur GmbH ihre Anlage in Absprache mit der Gemeinde Poing am 11. September 2017 vorsichtshalber vorübergehend außer Betrieb. 

Ursache für das Mikro-Beben weiter unklar

Vor einer erneuten Inbetriebnahme sollte ein bereits in Auftrag gegebenes Gutachten des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik in Hannover (LIAG) Aufschluss über die Ursachen der örtlichen Seismizität geben.

Das Ergebnis dieses Gutachtens liegt dem Unternehmen sowie der Aufsichtsbehörde mittlerweile vor. Eine eindeutige Ursache für die Mikro-Beben konnte darin zwar nicht identifiziert werden. Jedoch konnte das Gutachten die bisherigen Beben eindeutig als ungefährlich einstufen. Professorin Dr. Inga Moeck, die als Sachverständige beim LIAG verantwortlich ist, empfahl dem Betreiber ein stufenweises Wiederanfahren der Geothermie-Anlage mit einer ausgeweiteten seismologischen Begleitung. 

Anzahl der Messstationen werden erhöht

Beispielsweise soll die Anzahl der Messstationen weiter erhöht werden, um detailliertere Auswertungen der lokalen Seismizität zu ermöglichen. Hierfür wird das Unternehmen ab sofort täglich Daten mit dem Geophysikalischen Observatorium der Ludwig-Maximilians-Universität München austauschen. Gleichzeitig soll die Bevölkerung intensiv über die geophysischen Ereignisse informiert werden.

Unter diesen Voraussetzungen und mit Blick auf die Tatsache, dass von den Beben keinerlei Gefahr für die Bevölkerung ausgeht, haben das Bergamt Südbayern – das ein Teil der Regierung von Oberbayern ist – als Aufsichtsbehörde der Geothermie-Anlage sowie die bei der Vorstellung des Gutachtens anwesenden Behörden und Fachstellen keine Einwände gegen das geplante Vorgehen erhoben.

Pressemitteilung Regierung Oberbayern

Rubriklistenbild: © dpa

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