Schulbeginn in Bayern

Sicher zu Schule: Tipps von Polizei und ADAC 

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ADAC und Polizei raten: Überquerungshilfen nutzen
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Bayern - Am 16. September sitzen wieder zahlreiche Abc-Schützen das erste Mal im Klassenzimmer. Damit sie aber auch sicher bis dahin gelangen, geben Polizei und ADAC wertvolle Tipps.

Den 16. September haben sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Eltern im Kalender rot markiert. Zum ersten Mal werden dann wieder zahlreiche Abc-Schützen zum ersten Mal die Schulbank drücken. Dabei werden insgesamt die über 100.000 Erstklässler auch das erste Mal den Weg kennenlernen, den sie in den kommenden Jahren wohl am häufigsten zurücklegen werden, den Weg zur Schule. Damit auch Ihre Kinder sicher durch den Straßenverkehr kommen, haben wir einige hilfreiche Tipps von Polizei und ADAC gesammelt.

Die Tipps der Polizei

Früher oder später werden Kinder den Schulweg alleine zurücklegen. Damit die Kleinen nicht erst am ersten Schultag den Weg zum neuen Lebensmittepunkt kennenlernen, rät die Polizei dazu, bereits frühzeitig mit dem Training zu beginnen. Dabei könne es durchaus auch hilfreich sein, einmal die Rollen zu tauschen. Durch diese Methode sollen Eltern schneller erkennen, wo beim Kind noch Unsicherheiten vorhanden sind. Von der Benutzung eines Fahrrades, rät die Polizei in den ersten Jahren noch ab. Erst nach der Fahrradausbildung in der 4. Jahrgangsstufe sei das Kind auf den Straßenverkehr mit dem Fahrrad ausreichende vorbereitet.

Der kürzeste ist nicht automatisch gleich der sicherste Weg in die Schule. Besonders jüngere Schulkinder sollten immer Überquerungshilfen in Form von Zebrastreifen oder Verkehrsampeln nutzen. An besonders gefährlichen Stellen würden zudem meistens auch Schülerlotsen oder Schulweghelfer bereitstehen. Darüber hinaus können auch Schulwegpläne an vielen Bildungseinrichtungen eingesehen werden.

Übung macht den Meister

Achten Sie bitte immer auf ein gleichbleibendes Verkehrsverhalten, wenn Sie Ihr Kind begleiten; es wird dem Kind dann zur Gewohnheit. Überprüfen Sie später gelegentlich, ob Ihr Kind das Eingeübte beachtet. Es ist auch hilfreich, dem Kind das falsche Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu erklären. Eine Demonstration, wie man es richtig macht, schließt dabei den Lernzyklus. Auch Geduld ist hier gefragt. Ihr Kind wird nicht an einem einzigen Tag alle Regel und Verhaltensweisen verinnerlichen. Nehmen Sie sich dazu auch Zeit. Zeitnot und Hetze führen zu falschem Verhalten und erhöhen das Unfallrisiko.

In vielen Fällen, nicht nur auf dem Land, werden die Schulkinder anstatt zu Fuß auch mit dem Schulbus unterwegs sein. Unfälle ereignen sich auch häufig, wenn sich die Kinder beim Warten auf den  Bus mit Spielen die Zeit vertreiben. Sie sollten auf diese Gefahr besonders hinweisen. Üben Sie mit Ihrem Kind auch, wie es nach dem Aussteigen sicher die Straße überqueren kann, nämlich erst dann, wenn der Bus weg und die Sicht wieder frei ist. Viele Unfälle passieren dadurch, dass Kinder hinter haltenden Bussen unvermittelt die Fahrbahn überqueren. Das Kind muss lernen "selbst zu sehen", wenn es die Fahrbahn betritt. Auffällige und farbenfrohe Kleidung macht es dabei einfacher, von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Denken Sie daran, dass das Sichtfeld Ihres Kindes um ein Drittel kleiner ist als bei Erwachsenen.

ADAC: „Elterntaxis“ erziehen zur Unselbstständigkeit

Grundsätzlich rät der Club davon ab, Kinder regelmäßig mit dem Pkw in die Schule zu bringen. Zum einen ist das „Elterntaxi“ für Erstklässler riskanter als der Schulweg zu Fuß. Das ergab eine Studie der Bergischen Universität Wuppertal im Auftrag des ADAC. Laut statistischem Bundesamt kamen im vergangenen Jahr mehr als 10 000 Kinder unter 15 Jahren im Auto ihrer Eltern zu Schaden und damit deutlich mehr als diejenigen, die per Pedes unterwegs waren. Zum anderen können die Kleinen nur durch eigene Erfahrungen sichere Verkehrsteilnehmer werden. Experten warnen davor, dass Eltern, die ihre Kinder ohne triftige Gründe mit dem Auto zur Schule bringen und von dort wieder abholen, diese zur Unselbstständigkeit erziehen. Laut Deutscher Presseagentur dpa haben Forscher der Universität Bochum herausgefunden, dass die reduzierte Selbstständigkeit zu einer schlechteren physischen Konstitution und zu mangelnder Raumkenntnis führen. Das Phänomen Elterntaxi sorge dafür, dass viele Kinder dadurch bis zu 30 Prozent der täglichen Bewegung einbüßen.

Wenn die Kinder dann auf den Gehwegen unterwegs sind, biete es sich an, sich lieber in größeren Gruppen zu bewegen. Auf das Überqueren der Fahrbahn sollte besonders intensiv eingegangen werden, da Kinder Geschwindigkeiten nicht einschätzen können. Beide Straßenseiten müssen überschaubar und frei sein. Das Kind soll nie schräg über die Straße gehen, sondern immer den kurzen und geraden Weg wählen. Auch über den ersten Schultag hinaus sollten Eltern ihre Kinder begleiten und später gelegentlich aus dem Hintergrund heraus kontrollieren, ob sie das Gelernte umsetzen.

Quellen: ADAC Südbayern und Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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