Marihuana, Cannabissamen, psychoaktive Stoffe

Empfindlicher Schlag gegen die Waldkraiburger Rauschgiftszene

Waldkraiburg - Im Zeitraum vom 3. Juli bis 16. Juli wurden durch Kräfte der Operativen Ergänzungsdienste Traunstein, in Zusammenarbeit mit der Polizei Waldkraiburg sowie der Krimalpolizei Mühldorf, verstärkt zielgerichtete Kontrollen und Ermittlungen im örtlichen Rauschgiftmilieu im Stadtgebiet durchgeführt.

Diese führten zu zahlreiche und teilweise äußerst umfangreichen Ermittlungsverfahren, sowie zu einer beträchtlichen Anzahl an Sicherstellungen.

In dem zweiwöchigen Zeitraum wurden so durch die eingesetzten Beamten aufgrund der zahlreichen Kontrollen, aber auch durch im Anschluss folgende Ermittlungen und Vernehmungen insgesamt 21 polizeiliche Ermittlungsverfahren mit teils mehreren Tatverdächtigen und über 170 Einzeltaten eingeleitet. 

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wird gegen 11 Tatverdächtige der Vorwurf des Handels mit Betäubungsmitteln - teils in nicht geringer Menge - in bislang mindestens 71 Einzelfällen erhoben.

Zahlreiche Festnahmen - fünf Personen in Untersuchungshaft

Sieben Tatverdächtige, gegen welche wegen Verbrechenstatbeständen ermittelt wird, wurden im Rahmen der Ermittlungen vorläufig festgenommen - gegen fünf von ihnen wurde durch den zuständigen Ermittlungsrichter die Untersuchungshaft angeordnet. Diese haben im Falle einer Verurteilung mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen. Negativ hervorzuheben ist, dass sich bei drei Tatverdächtigen der Verdacht ergab, Betäubungsmittel an Minderjährige verkauft zu haben.

Insgesamt wurden polizeiliche Ermittlungen gegen 21 männliche und eine weibliche Tatverdächtige in einem Altersspektrum von 15 bis 33 Jahre eingeleitet. Aus polizeilicher Sicht erfreulich ist, dass der Anteil der jugendlichen Tatverdächtigen (u. 18 Jahre) im Vergleich zum Vorjahr etwa um die Hälfte von ca. 40 Prozent auf knapp über 20 Prozent gesunken ist. Dies lässt darauf schließen, dass einige Jugendliche auch aufgrund der verstärkten Kontrolltätigkeiten aus dem vergangenen Jahr nachhaltig sensibilisiert werden konnten. Ein scheinbar unbelehrbarer 15-jähriger Tatverdächtiger, gegen welchen bereits im Jahr 2016 ermittelt wurde, geriet jedoch leider auch dieses Jahr gleich zwei Mal in den Fokus der Ermittler.

Aus oben bezeichneten Ermittlungsverfahren resultierte eine beachtliche Anzahl an sichergestellten Betäubungsmitteln und sonstigen Gegenständen, welche den Tatverdächtigen als Tamittel fungierten. So konnten im Rahmen der Kontrollen, sowie der zahlreichen, auf richterlichen Beschluss hin durchgeführten Wohnungsdurchsuchungen insgesamt knapp 900 Gramm Marihuana, 3,1 Kilogramm Cannabissamen, knapp über 200 Gramm neue psychoaktive Stoffe (vermeintlich legale „Kräutermischungen“), geringere Mengen an Amfetamin, sowie zahlreiche Mobiltelefone sichergestellt werden. Zudem wurde auf Weisung der Staatsanwaltschaft ein Geldbetrag in mittlerer dreistelliger Höhe beschlagnahmt, bei welchem es sich um vermeintliches Drogengeld handelt.

Allgemeine Straftaten

Aufgrund der umfangreichen Kontrolltätigkeiten konnten durch die eingesetzten Kräfte auch mehrere Straftaten aufgedeckt werden, welche nicht dem Betäubungsmittelbereich zuzurechnen sind. So konnte bei einem Tatverdächtigen ein Schlagring aufgefunden und sichergestellt werden. Der 31-Jährige muss sich nun wegen eines Verstoßes nach dem Waffengesetz strafrechtlich verantworten. Zudem wurde im Verlauf der Kontrollen ein 28-jähriger Fahrzeuglenker festgestellt werden, welcher einen Atemalkoholwert von über 0,55 mg/l aufwies. Den Beschuldigten erwartet nun ein Strafverfahren, sowie ein Sperrvermerk in seiner ungarischen Fahrerlaubnis.

Abschließend kann angemerkt werden, dass aufgrund nun anstehender Ermittlungsarbeit und Vernehmungen weitere Tatverdächtige ermittelt werden können. Aufgrund der beträchtlichen Anzahl an eingeleiteten Ermittlungsverfahren kann die zweiwöchige Kontrollaktion durchaus als erfolgreicher Schritt gegen die örtliche Betäubungsmittelszene gewertet werden. Neben nicht unerheblichen Geldstrafen haben einige Tatverdächtige, wie erwähnt, eine empfindliche Freiheitsstrafe zu befürchten.

Herausragende Einzelfälle

Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen konnte am 12.07.2017 ein größerer Tatkomplex aufgedeckt werden, bei welchem vier deutsche Staatsangehörige ein Drogenlabor betrieben. Die vier 24 bis 31-Jährigen stellten in einem chemisch aufwendigen Verfahren größere Mengen an vermeintlich legalen Kräutermischungen (sog. „legal Highs“) her, um sie anschließend gewinnbringend weiterzuverkaufen. Zusätzlich wurde durch die Beschuldigten gemeinschaftlich eine große Menge Marihuana angebaut und verkauft. Bei der Durchsuchung des als Labor dienenden Anwesens konnten im Wesentlichen beträchtliche Mengen an Marihuana, Cannabissamen, Kräutermischungen, sowie Chemikalien zu deren Herstellung beschlagnahmt werden. Gegen die vier Tatverdächtigen wurde Haftantrag durch die Staatsanwaltschaft gestellt. Anschließend erging durch den zuständigen Ermittlungsrichter jeweils ein Untersuchungshaftbefehl. Die vier Waldkraiburger haben im Falle einer Verurteilung mit einer Haftstrafe von mindestens zwei Jahren zu rechnen.

Am 03.07.2017 wurde bekannt, dass ein 22-jähriger Waldkraiburger in mindestens neun Fällen Marihuana gewinnbringend weiterveräußert hat, wobei er die Betäubungsmittel in mindestens sechs Fällen an Personen unter 18 Jahren abgab.Bei einer durch richterlichen Beschluss angeordnete Durchsuchung der Wohnräume konnten knapp über 60 Gramm Marihuana, sowie das Mobiltelefon des Beschuldigten beschlagnahmt werden. Dies untermauerte den Verdacht des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln. Gegen den 22-Jährigen deutschen Staatsbürger wurde Haftantrag durch die Staatsanwaltschaft gestellt. Aufgrund einer umfangreichen Aussage des Beschuldigten, welche zur Ermittlung weiterer Tatverdächtiger führte, sah die Staatsanwaltschaft von einer richterlichen Vorführung ab, sodass der Beschuldigte bis zu einer Gerichtsverhandlung auf freiem Fuß ist.

Aufgrund des vorangenannten Falles wurde den Beamten ebenfalls am 03.07.2017 ein weiterer Tatverdächtiger bekannt, gegen welchen nun wegen des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln polizeilich ermittelt wird. Der 29-jährige deutsche Staatsangehörige heuerte unter Anderem eine minderjährige männliche Person an, welcher er eine größere Menge Mairhuana überließ. Diese sollte der Jugendliche im Auftrag des Tatverdächtigen weiterverkaufen. Bei einer durch den zuständigen Ermittlungsrichter angeordneten Wohnungsdurchsuchung konnten neben einer Kleinmenge Amfetamin auch etwa 140 Gramm Marihuana beschlagnahmt werden.

Weiter wurde bekannt, dass ein 33-jähriger pakistanischer Staatsangehöriger regelmäßig Marihuana an einen zur Tatzeit 15-Jährigen gewinnbringend verkauft hat. Der Tatverdächtige konnte am 06.07.2017 vorläufig festgenommen werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erging am Folgetag durch den zuständigen Ermittlungsrichter die Anordnung der Untersuchungshaft gegen den Asylbewerber.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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