Polizei und SEK am Montag in München im Einsatz

Amok-Alarm an Berufsschule: Was der Ex-Schüler wirklich wollte

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München - Ein ehemaliger Schüler einer Münchner Berufsschule war am Montagmorgen der Auslöser für einen Amok-Einsatz - der sich schließlich als Fehlalarm entpuppte. Doch eigentlich wollte sich der Schüler nur für sein früheres Verhalten entschuldigen:

Update Dienstag 6.30 Uhr:

Am Montag, 08.05.2017, um kurz vor 9 Uhr, wurde der Notruf der Münchner Polizei verständigt.

Eine Schulleiterin aus Haidhausen gab an, dass ein ehemaliger Schüler einen Rucksack dabei hätte, aus dem Drähte rausschauen würden. Der 18-Jährige war schwarz gekleidet und trug eine Einsatzweste, die mit Funkgeräten bestückt war. Völlig verängstigt von seinem Auftreten wählte die Sekretärin den Notruf der Polizei. Sofort rückten zahlreiche Streifenwagen an, auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) war dabei.

Aufgrund der Mitteilung kam es zu einem größeren Einsatz der Münchner Polizei. Der 18-Jährigen konnte jedoch auf dem Schulgelände relativ schnell festgestellt werden. Offenbar ohne sich zu wehren, wartete der Ex-Schüler zusammen mit dem Hausmeister auf die Polizei.

Nach Durchsuchung des Schülers durch Polizeikräfte sowie einer anschließenden Durchsuchung des gesamten Schulgeländes mit Spezialkräften konnte Entwarnung gegeben werden. Weder Sprengstoff noch Waffen wurden von dem Schüler mitgeführt bzw. in der Schule gefunden. Auch konkrete Drohungen hatte der Schüler nicht ausgesprochen, so Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins gegenüber unserem Partnerportal tz.de.

Bei den von der Schulleiterin wahrgenommenen „Drähten“, dürfte es sich um die vom Schüler mitgeführten Kopfhörer gehandelt haben. Laut Pressesprecher Martins war es von der Schule richtig, die Schüler per Durchsage zu warnen und die Polizei zu alarmieren. „Das Auftreten des Mannes löste bestimmte Assoziationen aus“, sagte der Sprecher. 

Am Ende war wohl alles nur ein Missverständnis. Bei seiner Vernehmung gab der junge Mann an, dass er sich für sein früheres Verhalten als Schüler entschuldigen habe wollen. Warum er das in dieser Montur tun wollte, ist unklar. Der Ex-Schüler hatte die Ausbildung nicht abgeschlossen. Wegen wiederholter Disziplinlosigkeiten war er im Dezember 2016 suspendiert worden. Außerdem verhängte die Schule ein Hausverbot. Dem Vernehmen nach soll er früher Drohungen gegen Lehrer und Schüler ausgesprochen haben. Er bekommt wohl eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Durch den Einsatz kam es von 9.15 – 10 Uhr zu größeren Verkehrssperren im Bereich der Orleansstraße. Insgesamt waren ca. 70 Polizeikräfte vor Ort. Das Kriminalkommissariat 26 klärt derzeit den Sachverhalt weiterhin ab und übernimmt die Sachbearbeitung.

mh/Pressemitteilung Polizeipräsidium München

Erstmeldung Montag 11.15 Uhr:

Wie Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins gegenüber unserem Partnerportal tz.de erklärt, war gegen 9 Uhr der Alarm aus der Berufsschule an der Orleansstraße eingegangen, einer Berufsschule für Zahntechnik, Chemie-, Biologie- und Drogerieberufe. „Es gab den Verdacht einer möglichen Gefährdungssituation durch einen ehemaligen Schüler“, sagt da Gloria Martins. Bei dem Schüler handle es sich um einen 18-Jährigen, „der seit etwa einem halben Jahr nicht mehr Angehöriger der Schule ist“. Nach ersten Ermittlungen war der 18-Jährige in die Schule gekommen, um ein Gespräch zu führen. 

Ehemaliger Schüler kam mit Splitterweste in die Schule

Was letztlich den Ausschlag gab, Alarm auszulösen, sei die Tatsache gewesen, dass der ehemalige Schüler ganz in Schwarz gekleidet mit Springerstiefeln und Splitterschutzweste, an der zwei Funkgeräte hingen, in die Schule kam - dieses Auftreten bezeichnet die Polizei als „alles andere als schülerüblich“. Daher habe die Schule richtig gehandelt und die Schüler im Vorgriff auf eine mögliche Gewalttat per Durchsage gewarnt und die Polizei alarmiert, nachdem der junge Mann des Sekretariats verwiesen wurde.

Laut Polizeisprecher waren die Beamten bereits nach wenigen Minuten am Einsatzort an der Orleansstraße - mit rund 70 Einsatzkräften. Das erste Interventionsteam traf im Foyer der Schule auf den 18-Jährigen, der sich widerstandslos festnehmen ließ. Der junge Mann wird laut tz.de derzeit noch vernommen.

Verletzt wurde niemand, die Polizei durchsuchte das gesamte Schulgelände zur Sicherheit nach gefährlichen Gegenständen - ohne Befund.

Die Münchener Polizei hat einen ausführlichen Pressebericht angekündigt.

mh

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