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Fazit der Pressekonferenz des Polizeipräsidiums München

Gewalt gegen Polizeibeamte steigt 2020 um fast 1.000 Fälle

Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes
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Symbolbild

Am Donnerstag stellte die Polizei München die Statistik zu Gewalt gegen Polizeibeamte 2020 vor.

Die Mitteilung im Wortlaut:

München - Herr Polizeipräsident Thomas Hampel stellte am Donnerstag, den 27. Mai um 11.30 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz das Lagebild des Polizeipräsidiums München zur Thematik „Gewalt gegen Polizeibeamte“ für das Jahr 2020 vor. Im Berichtszeitraum stiegen im Bereich des Polizeipräsidiums München die Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte auf 1.476 beziehungsweise 4,8% an (2019: 1.409, 2018: 1.333 Fälle).

Die Zahl der Fälle entspricht 17,2% aller in diesem Zusammenhang in Bayern gemeldeter Fälle. Der Großteil der erfassten Fälle setzt sich aus den Delikten Beleidigung (38,8%, entspricht +9,6%), des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte (28,5 %, entspricht -6%) und des Widerstandes gegen Polizeivollzugsbeamte (22,3%, entspricht +21,4%) zusammen.

Insgesamt wurden 463 (2019: 488) Polizeibeamte verletzt. Die Taten ereigneten sich vor allem im Bereich von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen bei Einsatzlagen des täglichen Wach- und Streifendienstes. Insgesamt wurden 1.318 Tatverdächtige zu diesen Straftaten ermittelt, wovon 78,3% erwachsen, 83,5% männlich, 60% deutsch und 88,8% polizeibekannt waren. 56,1% standen bei der Tat unter Alkoholeinfluss.

Im Vergleich mit der Alkoholisierungsquote der Tatverdächtigen der Gesamtkriminalität (13,4 ) sowie der Tatverdächtigen im Bereich der Gewaltkriminalität (32,2%) lässt sich erkennen, dass dieser Wert im Bereich Gewalt gegen Polizeibeamte deutlich höher ausfällt. Aktuelle Fälle von Angriffen auf Polizeibeamte, wie z. B. der Vorfall im Englischen Garten am 8. Mai, bei welchem Einsatzkräfte durch Unbeteiligte unvermittelt durch Flaschenwürfe angegriffen wurden, sowie ein tätlicher Angriff auf einen uniformierten Polizeibeamten am Hauptbahnhof zeigen, dass Polizeibeamte sowohl im täglichen Dienst als auch auf ihrem Weg zur Arbeit Opfer von Gewalt werden können.

Polizeipräsident Thomas Hampel appelliert an die Bevölkerung:

„Der Polizeiberuf begründet sich auf dem Wunsch und Ethos Menschen zu helfen und zu schützen. Gerade deswegen sind Angriffe auf die Einsatzkräfte, die für das Gemeinwohl eintreten und für unsere Sicherheit sorgen, völlig inakzeptabel. Vor allem Angriffe von Unbeteiligten nehmen verstärkt zu. Außenstehende greifen immer wieder gezielt Einsatzkräfte an. Schaulustige solidarisieren sich oft in Unkenntnis des Einsatzanlasses und bestärken durch ihr Verhalten Gewalttäter. Dazu gehört auch das teilweise aggressive Filmen der Einsatzkräfte aus kürzester Distanz. Mir ist es besonders wichtig, dass wir die Menschen schützen, die uns jeden Tag rund um die Uhr schützen und dass unsere Polizisten unversehrt zu ihren Familien heimkommen.“

Fallbeispiele Gewalt gegen Polizeibeamte 2020

Am Samstag, den 25. Januar 2020 gegen 12.30 Uhr erhielt eine Streifenbesatzung von der Einsatzzentrale den Auftrag, im Bereich der Hansastraße nach einer auffälligen betrunkenen männlichen Person zu sehen. Im Rahmen der Kontrolle des Betrunkenen trat dieser unvermittelt nach den Polizeibeamten und musste daraufhin am Boden fixiert und gefesselt werden.

Bei dem Transport in einem Streifenwagen spukte der Mann einem 20-jährigen Polizeibeamten ins Gesicht und biss ihm in den kleinen Finger der rechten Hand, als dieser den Kopf des Mannes zur Seite drückte. Durch den Biss erlitt der Polizeibeamte trotz getragener Handschuhe eine tiefe Fleischwunde. Aufgrund der Verletzung war er nicht mehr dienstfähig und wurde stationär in einem Krankenhaus behandelt.

Am Dienstag, den 9. Juni 2020 gegen 17.15 Uhr kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion 11 eine Gruppe von fünf Personen in der Kaufingerstraße. Nachdem ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz beanstandet wurde, wurde die Stimmung zunehmend aggressiv. Der Betroffene, ein 16-jähriger Münchner, weigerte sich, seine Personalien anzugeben. Als er zur Feststellung seiner Identität zur Polizeiinspektion gebracht werden sollte, weigerte er sich und schlug mit seinen Händen um sich. Daraufhin musste er gefesselt werden.

Die vier anderen Personen (im Alter von 15 bis 21 Jahren) versuchten währenddessen, den 16-Jährigen zu befreien. Nur durch den Einsatz von mehr als fünf Streifen konnte die Situation vor Ort beruhigt und die Kontrolle aller Beteiligten durchgeführt werden.

Am Donnerstag, den 9. Juli 2020 gegen 19.45 Uhr, fuhren mehrere Streifen der Münchner Polizei zu einer Schlägerei mit rund zehn Beteiligten am Tassiloplatz in München. Bei Eintreffen der ersten Streife spukte ein 20-Jähriger aus dem Landkreis Regensburg gegen den Streifenwagen und beleidigte die Beamten. Anschließend flüchtete er.

Aufgrund der durch Passanten angegebenen Personenbeschreibung konnte er als Beteiligter an der Auseinandersetzung identifiziert und nach kurzer Verfolgung zu Fuß angehalten werden. Hierbei schlug der 20-Jährige einem 28-jährigen Polizeibeamten gegen den Kopf und trat mit seinem Fuß gegen den Oberkörper.

Als zusätzliche Polizeibeamte zur Unterstützung eilten, spukte der 20-Jährige ins Gesicht eines Beamten und beleidigte die Polizeibeamten mehrfach. Ein hinzugekommener 19-Jähriger aus dem Landkreis Pfaffenhofen versuchte, den 20-Jährigen zu befreien, was durch die eingesetzten Polizeibeamten verhindert werden konnte. Beide Personen wurden festgenommen.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums München

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