Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schuldspruch von Mord zu Totschlag umgewandelt

Wegen Schulden Opfer dreimal in den Kopf geschossen: Münchner „Porsche-Mörder“ mit Erfolg vor BGH

Prozess um Mord in Sportwagen
+
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil gegen den wegen Mordes verurteilten Münchner aufgehoben. Das Gericht gab der Revision des Angeklagten statt und wandelte den Schuldspruch von Mord zu Totschlag ab.

Im Fall des „Porsche-Mörders“ gibt es eine neue Wendung: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil gegen den wegen Mordes verurteilten Münchener aufgehoben.

München - Das Gericht gab damit der Revision der 25 Jahre alten Angeklagten statt und wandelte mit dem Urteil den Schuldspruch von Mord zu Totschlag um. „Der Schuldspruch wegen Mordes hat keinen Bestand“, hieß es in dem Beschluss, den der BGH am Dienstag in Karlsruhe veröffentlichte. Zuvor hatten der „Bayerische Rundfunk“ und die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

„Porsche-Mord“ in München: Erneute Verhandlung am Landgericht

Der BGH verwies den Fall damit zu einer erneuten Verhandlung zurück an eine andere Kammer des Landgerichts München I. Dabei wird es nicht mehr um den Schuldspruch selbst, sondern in erster Linie um das Strafmaß für die Tat gehen. Dies könne laut Gesetz nun fünf bis 15 Jahre, aber nicht mehr lebenslänglich betragen. Nach BGH-Angaben muss das Gericht nun beispielsweise prüfen, ob es neue Einträge im Bundeszentralregister gibt oder sich die Lebenssituation des Mannes geändert hat.

„Das Landgericht hat zwar rechtsfehlerfrei angenommen, dass die Tat des Angeklagten weder gerechtfertigt war noch entschuldigt ist“, heißt es in dem Beschluss. „Es hat die Tatbegehung des Angeklagten aber rechtsfehlerhaft als heimtückisch (...) angesehen.“

Neue Verhandlung über „Porsche-Mörder“ in München nur über Strafmaß

Die Anwältin des Angeklagten, Daniela Gabler, gab gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ zur Auskunft, dass sie davon ausgehe, das nicht alles von vorne aufgerollt werde. Im neuen Prozess werde mit großer Sicherheit nur noch das Strafmaß zum Gegenstand gemacht werden. Im Juni 2021 hatte das Landgericht München I den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem wurde die Unterbringung in einer Suchtklinik angeordnet.

Das Gericht sah es damals in seinem Urteil als erwiesen an, dass der damals 24 Jahre alte Deutsche im März 2020 einen 25-Jährigen in dessen Porsche erschossen hat. Dreimal soll der Täter dem Mann in den Kopf geschossen haben. Grund für die schreckliche Tat seien Schulden in Höhe von 8000 Euro beim Opfer gewesen sein. Eine Fußgängerin hatte die blutige Leiche des Mannes in dem am Straßenrand geparkten Porsche entdeckt.

So fiel das erste Urteil im Mordprozess in München aus

Das Gericht sah das Mordmerkmal der Heimtücke, wie Gerichtssprecher Florian Gliwitzky damals sagte - allerdings nicht das Merkmal der Habgier. Auch die besondere Schwere der Schuld stellte das Gericht nicht fest.

Der Angeklagte hatte die Schüsse zu Prozessbeginn eingeräumt. Der Mann habe mehr Geld von ihm verlangt, als er ihm geschuldet habe, und ihn unter Druck gesetzt und bedroht. Am Tatabend habe er den 25-Jährigen beeindrucken wollen und sei mit einer Waffe in dessen Sportauto gestiegen. Als der Mann eine Bewegung machte, habe er Angst bekommen und geschossen. „Ich bereue zutiefst, was ich getan habe“, erklärte der Angeklagte.

Versuchte Flucht aus Stadelheim

Vor seinem Prozess hatte der junge Mann auch mit einer spektakulären Flucht aus seiner Untersuchungshaft in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim Schlagzeilen gemacht. Er hatte sich in einem Lieferwagen versteckt, konnte aber noch am selben Tag wieder festgenommen werden.

fgr/dpa

Kommentare