Prozess abgesagt

David gegen Goliath: Bräustüberl Tegernsee feiert Sieg über Google

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Bräustüberl gegen Google: Sitzplatzstreit am Tegernsee beigelegt.
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München - Der Rechtsstreit zwischen dem Herzoglichen Bräustüberl Tegernsee und Google um Internetangaben zu Wartezeiten ist zunächst beigelegt. Der geplante Termin zur mündlichen Verhandlung am Mittwoch vor dem Landgericht München I sei abgesagt.

Google habe den Unterlassungsanspruch anerkannt, um Aufhebung des Termins gebeten - und sei damit einem Rechtsstreit aus dem Weg gegangen. "Das Bräustüberl hat gewonnen!", teilte die Traditionsgaststätte mit.

Google-Sprecher bestätigt Absage des Gerichtstermins

Ein Google-Sprecher bestätigte die Absage des Termins. "Wir haben die Funktion "Wartezeiten" ja bereits im Juli wunschgemäß für das Restaurant am Tegernsee gesperrt. Ebenso haben wir die Forderung anerkannt, die Funktion gesperrt zu lassen." Dem Wirt stehe es aber frei, die Wartezeitenangaben in Zukunft wieder freischalten zu lassen.

Google hatte in seinem Online-Chart teils 15 Minuten, an Wochenenden sogar auch mal 90 Minuten als Wartezeit für das Bräustüberl angegeben. Hubert argumentierte, die Angaben seien falsch und könnten Gäste abschrecken, die sich vorab im Internet informieren. Denn laut Huber waren diese Informationen schlichtweg falsch. 

Darum hielt Wirt Hubert an seiner Klage fest

Der Wirt hatte Google Deutschland gegenüber die tatsächliche Belegung zu den von der Suchmaschinen-Trefferliste aufgeführten Tageszeiten dokumentiert. Doch der Internet-Konzern änderte den Eintrag nicht. Google erklärte seine Angaben damit, dass die geschätzten Wartezeiten auf anonymen Daten von Personen basierten, die in der Vergangenheit das Restaurant besucht hatten.

Besucher hätten ihn 2017 auf die Google-Angaben aufmerksam gemacht, berichtete Hubert. Von da an habe er versucht, die Angaben aus dem Internet entfernen zu lassen - was im Juli schließlich geschah. Dennoch hielt Hubert an seiner Klage fest. Er sah sich laut Bayerischem Rundfunk der Willkür des Internetgiganten ausgesetzt: "Wenn die das in vier Wochen wieder draufsetzen, geht der Zirkus von vorne los." Jetzt kann er seinen Sieg über Google feiern.

mh mit Material der dpa

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