Prozess vor dem Münchner Amtsgericht

Bei Terror-Übung am Flughafen: Polizist (39) wirft Sprengsatz auf Chef

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München - Ein unfassbarer Fall wird derzeit vor dem Münchner Amtsgericht verhandelt. Angeklagt ist ein Polizist, der bei einer Anti-Terror-Übung am Flughafen offenbar durchdrehte und einen selbstgebastelten Sprengsatz auf seinen Chef warf.

Seit Mittwoch muss sich Bundespolizist Jörg R. (39) vor dem Münchner Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Er habe einen „von ihm selbst mitgebrachten und an seinem Wohnsitz gefertigten zirka 1,5 Mal sechs Zentimeter großen Sprengsatz“ zu einer Anti-Terror-Übung am Flughafen mitgebracht und ihn "ohne Vorwarnung" in einen Raum geworfen, in dem sich der Übungsleiter befand. So zitiert unser Partnerportal tz.de die Anklageschrift. 

Übungsleiter mit Glück im Unglück

Inwieweit Vorsatz vorgelegen hatte und warum der Bundespolizist bei der Übung offenbar durchdrehte sowie das Motiv für die Tat, muss nun die Verhandlung vor dem Amtsgericht klären. Offenbar kannten sich Angeklagter und sein Übungsleiter bereits von früheren dienstlichen Tätigkeiten.

Der Übungsleiter habe es zwar noch geschafft, sich wegzudrehen und die Ohren zuzuhalten, er erlitt jedoch trotzdem Prellungen und Blutergüsse. Glück, wenn man denkt, in welch lebensbedrohlicher Situation er sich zu diesem Zeitpunkt befand. 

Das droht dem Angeklagten

Noch vor Prozessbeginn am Mittwoch schloss Vorsitzende Richterin Anja Fuchs die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus. Wie tz.de berichtet, sei die offizielle Begründung: Gefährdung der Staatssicherheit. Die Übung hätte "komplexe lebensbedrohliche Situationen" nachgestellt, die der strengsten Geheimhaltung unterlägen.

Dem angeklagten Bundespolizisten drohe nun im schlimmsten Fall eine Haftstrafe, da er laut Anklage die Verletzungen des Übungsleiters "billigend in Kauf genommen" hätte. Zudem ermittle die Bundespolizei auch intern gegen den Beamten.

mh

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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