Nach Berufungsprozess um Unfall in Miesbacher Straße in Rosenheim

Eltern von getöteten Mädchen: "Froh, dass das Urteil so ausgefallen ist"

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Der Berufungsprozess wird fortgesetzt
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Traunstein/Rosenheim - Fast drei Jahre ist es her, dass bei einem Unfall in der Miesbacher Straße zwei junge Frauen getötet wurden. Drei Männer mussten sich vor Gericht verantworten, alle drei wurden verurteilt. Zwei von ihnen gingen in Berufung. Nun wurde das Urteil verkündet. Die Reaktionen nach dem Prozess.

Zwei junge Frauen kamen ums Leben, eine dritte wurde schwer verletzt: Am 12. November wurde vor der sechsten Strafkammer des Landgericht Traunstein das Urteil im Berufungsprozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim verkündet. In sieben Verhandlungstagen sagten etliche Zeugen aus, viele Beweisanträge wurden gestellt, Gutachten gehört. Das Gericht kam schließlich zu dem Schluss, dass die beiden Angeklagten, ein Mann aus Kolbermoor und ein Mann aus Riedering, sich der fahrlässigen Tötung in zwei Fällen schuldig gemacht haben

Bei einem der BMW-Fahrer kommt noch die Verurteilung wegen eines verbotenen Autorennens eine Woche vor dem ersten Prozess um den Unfall in der Rosenheimer Innenstadt dazu. Der Riederinger wurde zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, der Kolbermoorer zu zwei Jahren und fünf Monaten. Zudem wird den Angeklagten der Führerschein für ein Jahr und sechs Monate beziehungsweise zweieinhalb Jahre gesperrt. Die Verteidiger hatten zuvor Freisprüche für ihre Mandanten beantragt. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Haft für einen der BMW-Fahrer gefordert, für den anderen drei Jahre und drei Monate.

Die Reaktionen nach dem Urteil

Der Vater von Melanie R. äußerte sich nach der Verkündung des Urteils gegenüber rosenheim24.de: "Ich kann einfach nur sagen, dass dieses Urteil zu einer gewissen Befriedung, zumindest bei uns, führen wird. Gerechte Strafe für so etwas ist eh total schwierig, aber es ist zumindest ein Statement und ich finde auch die Begründung von Richter Zenkel in vielen Bereichen als absolut angebracht und perfekt." Für ihn sei es am Schluss eine 50:50-Chance gewesen. "Man konnte sich nie sicher sein, wie das Gericht entscheiden wird. Für mich war das ein gerechtes Urteil und wir hoffen jetzt, dass man jetzt endlich seinen Frieden schließen kann. Es ist fast unerträglich."

Auch die Eltern der verstorbenen Ramona D. zeigten sich nach dem Urteil erleichtert. "Jetzt haben sie zwei Mal den Beweis bekommen, dass es so gewesen sein muss, wie es dargestellt worden ist", sagt der Vater von Ramona. "Wir hoffen jetzt, dass endlich mal Ruhe einkehrt." Die Mutter von Ramona sagt: "Man ist jetzt erleichtert, man ist natürlich voller Trauer, weil es fast drei Jahre auf den Tag genau gedauert hat, aber nichtsdestotrotz sind wir dankbar, dass dieses Urteil so ausgefallen ist, weil es einfach das Mindeste ist, was wir gehofft haben und was wir uns erwartet haben. Es ist ja ohnehinnichts im Vergleich zu zwei Menschenleben und darum hoffen wir einfach, dass wir jetzt zur Ruhe kommen und irgendwann damit Frieden schließen können."

Fahrer des überholenden Golf ist bereits verurteilt

Im Berufungsprozess wurden drei Verfahren verbunden: Die beiden gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Unfall auf der Miesbacher Straße und ein weiteres Verfahren: Der Angeklagte aus Kolbermoor wurde am 3. Dezember 2018 wegen der Teilnahme an einem verbotenen Autorennen vom Amtsgericht Rosenheim verurteilt. Er soll das Rennen nur kurze Zeit nach dem schlimmen Unfall gefahren haben. Auch gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Rechtsmittel eingelegt

Bei dem Unfall am 20. November 2016 auf der Miesbacher Straße in Rosenheim wurden z wei junge Frauen tödlich verletzt. Die 15-jährige Ramona D. und die 21-jährige Melanie R. stammten beide vom Samerberg. Ramonas Schwester Lena überlebte den Crash schwerst verletzt.

Sie starben, als ihr Kleinwagen von einem Golf GTI frontal gerammt worden war. Die 25 und 26 Jahre alten Angeklagten saßen am Steuer zweier BMW. Sie sollen den überholenden Golf nicht mehr rechtzeitig zwischen ihren Fahrzeugen reingelassen haben, weshalb es laut Anklage zu dem tödlichen Unfall gekommen war. Der Fahrer des Golf GTI aus Ulm ist bereits zu 20 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.

jb

Quelle: chiemgau24.de

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