Nach Urteil im Prozess um Unfall in Miesbacher Straße in Rosenheim

Nach Berufungsprozess: Anwälte legen Revision ein

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Die Anwälte der Angeklagten berieten sich am ersten Verhandlungstag noch einmal vor Beginn des Berufungsprozesses. Links: Harald Baron von Koskull, rechts: Dr. Andreas Michel
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Traunstein/Rosenheim - Im Berufungsprozess um den Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg hat das Landgericht Traunstein die beiden Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt. Die Verteidiger hatten zuvor Freisprüche beantragt. Jetzt ist klar: Beide Verteidiger werden Revision einlegen.

Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull, der im Prozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacherstraße vor drei Jahren den BMW Fahrer aus Kolbermoor vertritt, legte am Donnerstag Revision ein. Das teilte die Kanzlei nun gegenüber rosenheim24.de mit. Bereits unmittelbar nach dem Urteil hatte sein Kollege Dr. Andreas Michel, der den anderen Angeklagten vertritt, angekündigt, dass auch er Revision einlegen wird. Beide Anwälte zeigten sich mit dem Urteil, das die sechste Strafkammer am Landgericht Traunstein am Dienstag sprach, unzufrieden. Von Koskull sprach unter anderem davon, dass der Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" vom Gericht missachtet wurde. 

Das Landgericht Traunstein hatte die 25- und 26-jährigen Autofahrer am Dienstag bereits in zweiter Instanz wegen fahrlässiger Tötung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu zwei Jahren und fünf Monaten un zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Für den Kolbermoorer waren das fünf Monate Monate mehr als in erster Instanz vor dem Amtsgericht Rosenheim. Für seinen 26 Jahre alten Freund blieb es bei dem Urteil des Amtsgerichts von zwei Jahren und drei Monaten.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten im November 2016 einen Autofahrer aus Ulm nach einem riskanten Überholmanöver daran gehindert haben, zwischen den Beiden einzuscheren, obwohl Gegenverkehr in Sicht war. Es kam in der Folge zum Frontalzusammenstoß zwischen dem Golf und einem entgegenkommenden Kleinwagen, in dem drei Mädchen vom Samerberg saßen. Die 21-jährige Fahrerin und eine 15-Jährige sterben. Die ältere Schwester einer der getöteten jungen Frauen überlebte schwerst verletzt. Sie war in dem Prozess mit ihren Eltern Nebenklägerin. Ebenso der Vater und die Schwester ihrer getöteten Freundin.

jb

Quelle: chiemgau24.de

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