Räder im Zug: Warum nicht überall gratis?

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München - Pünktlich zum Start der Radlsaison gibt es in einigen Landkreisen der Region eine Neuregelung bei der Fahrradmitnahme im Zug. Einige Drahtesel reisen gratis, andere nicht.

Bis zum 31. März 2013 können nun Bahnfahrer ihr Radl gratis in der Nahverkehrszügen zwischen Laufen, Salzburg Hbf und Berchtesgaden mitnehmen. Ausgenommen sind nur der IC Königssee von und nach Berchtesgaden sowie die zwischen München und Salzburg fahrenden Züge der DB Regio.

Die kostenfreie Radbeförderung mit der Bahn findet einen stetig wachsenden Zuspruch, was entsprechend steigende Aufwendungen des Landkreises Berchtesgadener Land zur Folge hat. Die jährliche pauschale Abgeltung der kostenfreien Radbeförderung an die drei Eisenbahnverkehrsunternehmen Berchtesgadener Land Bahn (BLB), Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) und Südostbayernbahn (SOB) umfasst einen Betrag von insgesamt maximal 30.000 Euro.

Dazu Landrat Grabner: „Aufgrund der regen Nachfrage nach der umweltfreundlichen Fortbewegung mit Bahn und Rad haben die Zuschüsse des Landkreises an die Eisenbahnverkehrsunternehmen einen hohen Mehrwert.“

Erfreulich ist für die Bahnfahrgäste, dass die SOB die Radmitnahme jetzt auch in ihren Zügen zwischen Freilassing und Salzburg Hauptbahnhof ermöglicht. Mit der BLB konnte der Landkreis neu aushandeln, dass die pauschale Abgeltung reduziert wird, sofern die veranschlagte Anzahl von jährlich rund 19.500 Radbeförderungen nicht erreicht wird. Nachdem in allen BLB-Zügen stets Zugbegleiter mitreisen, kann die Anzahl der beförderten Räder von der BLB exakt erhoben werden. Die ÖBB hat für ihre zwischen Freilassing und Salzburg Hbf fahrenden Nahverkehrszüge jährlich rund 12.000 transportierte Räder veranschlagt, bei der SOB geht man zwischen Laufen und Freilassing von rund 7.000 Fahrrädern aus.

Die DB Regio lehnt eine kostenfreie Radbeförderung in ihren zwischen München und Salzburg fahrenden Nahverkehrszügen weiterhin ab. Die Erfahrungen im letzten Jahr mit der bayernweiten kostenpflichtigen Regelung seien durchweg positiv gewesen. Die Anzahl der Radtransporte im Zug habe sich, bezogen auf Bayern, nicht merklich reduziert. Die Strecke München - Salzburg wird auch im Jahr 2011 und voraussichtlich weiter bis ins Jahr 2013 von vielen Bauarbeiten beeinträchtigt sein. Schienenersatzverkehr und ausgedünnter Takt (2-Stunden Takt) werden also zu sehr gut ausgelasteten Zügen führen.

Die LandkreiseAltötting, Mühldorf, Rosenheim, Rottal-Inn und Traunstein haben mit der SOB ebenfalls eine Erstattung der kostenfreien Radmitnahme vereinbart. Daher dürfen Fahrgäste von Freilassing aus ihr Fahrrad mit der SOB bis in diese Landkreise gratis befördern.

Bahnreisende, die ihr Radl in der S3 von Bad Reichenhall bzw. Freilassing über Salzburg Hauptbahnhof hinaus nach Salzburg Sam oder weiter bis nach Golling mitnehmen wollen, müssen vorab eine ÖBB-Fahrrad-Tageskarte erwerben. Während des mehrminütigen Zugaufenthaltes in Freilassing zwischen Ankunft aus Bad Reichenhall und Weiterfahrt nach Salzburg besteht die Möglichkeit, am Fahrscheinautomaten auf Bahnsteig 1 diese ÖBB-Fahrrad-Tageskarte zu erwerben.

Verkehrsmanager Wick weist darauf hin, dass kein Anspruch auf Beförderung der Fahrräder besteht und dass der Zugbegleiter bei Kapazitätsengpässen über die Mitnahme von Fahrrädern entscheidet. Zu den Stoßzeiten an Werktagen zwischen 07:00 Uhr und 08:00 Uhr sowie mittags zwischen 12:30 Uhr und 13:30 Uhr ist mit eingeschränkten Beförderungskapazitäten zu rechnen. Gruppen mit mehr als 6 Personen können aus Platzgründen in der Regel nicht mitgenommen werden.

Unter www.bahn.de/fahrrad-bayern sind die aktuellen Regelungen zur Fahrradmitnahme in der Bahn abrufbar. Fahrrad-Verleihstationen und Radtourenvorschläge können über die Internetseite der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH www.berchtesgadener-land.com und dort unter dem Stichwort „Sport: Sommer“ ausgewählt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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