Randale in Türkei-Flieger nach München

Betrunkene Schwestern bewerfen Schwerbehinderte - Pilot muss Landung abbrechen

Ein Flugzeug nimmt Kurs auf einen Flughafen um zu landen.
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Die Landung am Flughafen München wurde von dem Piloten vorerst abgebrochen. 

München - In einem aus Antalya (Türkei) kommenden Flugzeug sorgten am Mittwochabend (29. Juli) gegen 19.10 Uhr zwei betrunkene Schwestern für einen Polizeieinsatz.

Zu den Attacken kam es laut Münchner Polizei am Mittwochabend kurz vor Ankunft des Fliegers in München um 20 Uhr. Zwei Schwestern aus Innsbruck fühlten sich von einer schwerbehinderten Passagierin, die in der Reihe hinter ihnen saß, offenbar belästigt. Sie bedrohten die 55-Jährige und ihre 52-jährige Betreuerin verbal.

Die beiden Frauen standen offensichtlich unter Alkohol und Drogen. Die Randale gipfelten darin, dass sie die schwerbehinderte Frau mit Gegenständen bewarfen. Als Wurfgeschosse dienten Besteck und ein Handy. Die geplante Landung in München wurde durch den Piloten vorerst abgebrochen, bis das Bordpersonal die Randaliererinnen im Alter von 26 und 27 Jahren überwältigen konnte. Alle 50 Passagiere blieben unverletzt. 

Polizei wartete am Flughafen München bereits auf die Schwestern

Sobald die Flugzeugtüren geöffnet waren, standen mehrere Streifen der inzwischen alarmierten Bundes- und Landespolizei parat und nahmen die Randaliererinnen fest. Dabei drehten die Österreicherinnen noch einmal durch: Sie leisteten Widerstand und verletzten einen Polizeibeamten mit Kratzern. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass beide Frauen erheblich betrunken „und aller Voraussicht nach auch unter dem Einfluss von Rauschmitteln standen“, teilt die Bundespolizei mit.

Eine angeordnete Blutentnahme soll nun klären, inwieweit zwei Randaliererinnen Alkohol oder andere Rauschmittel zu sich genommen hatten. Auf die 26- und 27-jährigen Österreicherinnen kommen mehrere Verfahren zu: Körperverletzungen, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Möglicherweise müssen sie in Untersuchungshaft, darüber entscheidet ein Ermittlungsrichter. Das 55-jährige schwerbehinderte Opfer und die Betreuerin, beide aus Neusäß im Landkreis Augsburg, blieben körperlich unverletzt.

mh

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