Reaktionen heimischer Bundestagsabgeordneter auf die Landtagswahlen

„Die Union muss eine Vision für die Nach-Pandemie-Zeit vermitteln“

Peter Ramsauer (64) stammt aus Traunwalchen, ist verheiratet und hat vier Kinder. Der studierte Betriebswirt ist seit 1990 Mitglied des Bundestages.
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MdB Peter Ramsauer (CSU)

Es war der Startschuss in ein Superwahljahr, an dessen Ende über die Kanzlerschaft in Deutschland entschieden wird. So reagieren heimische Bundestagsabgeordnete auf die Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz:

Bundestagsabgerdneter Dr. Peter Ramsauer (CSU) aus dem Wahlkreis Traunstein:

„Das Wahlergebnis entsprach ziemlich genau meinen Erwartungen. Wenn jetzt die richtigen Schlussfolgerungen daraus gezogen werden, dann kann es hinsichtlich der Bundestagswahl nur heilsam, motivierend und mobilisierend sein:
1. Die Frage der Kanzlerkandidatur muss seitens der Union nun schnellstens geklärt werden.
2. Die Union darf sich nicht weiter in unzähligem Klein-Klein zerreiben, sondern muss eine Vision für die Nach-Pandemie-Zeit vermitteln, etwas wie es das Wirtschaftswunder in der Nachkriegszeit war.
3. Die Reaktionen auf das Wahlergebnis zeigen, dass SPD und Grüne ganz scharf auf ein linkes Bündnis sind und von der Union nichts wissen wollen. Insofern ist klar: Es geht um eine Auseinandersetzung Bürgerlich gegen Links.“

Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler (SPD) aus dem Wahlkreis Traunstein:

MdB Dr. Bärbel Kofler (SPD)

„Für mich sind das insgesamt gute Ergebnisse für die SPD in den beiden Bundesländern. So werden wir als SPD, positive Koalitionsgespräche vorausgesetzt, weiterhin mit Malu Dreyer eine sehr beliebte und erfolgreiche Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz stellen. Das Ergebnis in Baden-Württemberg zeigt, dass es in Deutschland eben auch Mehrheiten ohne die Union gibt. Dort haben wir uns in einer schwierigen Lage als Oppositionspartei wacker geschlagen.

Wir gehen mit unserem Spitzenkandidaten Olaf Scholz in die Bundestagswahl und wollen die Wählerinnen und Wähler von unserem Programm überzeugen. Die angesprochenen neuen Mehrheiten in den Ländern zeigen, dass es verschiedene Optionen auch ohne die Union gibt. Den vielen SPD-Mitgliedern in ganz Deutschland geben die gestrigen Ergebnisse zusätzlichen Schwung für den anstehenden Wahlkampf. In diesem werden wir deutlich machen, dass nur mit der SPD Deutschland wirklich sozial, digital und klimaneutral weiterentwickelt werden kann.

Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (CSU) aus dem Wahlkreis Rosenheim:

MdB Daniela Ludwig (CSU)

„Das Wahlergebnis spiegelt die große Unzufriedenheit der Menschen mit dem Corona-Management wider. Diese Unzufriedenheit ist berechtigt! Der nur schleppende Fortschritt beim Impfen macht auch mich wütend. Die Inzidenzzahlen steigen, und wir kommen nur im Schneckentempo voran. Das muss sich ändern – und zwar sofort. Es ist an der Zeit, alles auf den Prüfstand zu stellen. Wir müssen von einer Impfpriorisierung zur Impfempfehlung kommen. Das führt zu mehr Freiheit und Flexibilität vor Ort, ist schneller und effektiver. Alle, die in der Verantwortung stehen, müssen in einem gemeinsamen Kraftakt die Prozesse in der Pandemie-Bekämpfung beschleunigen. Deutschland darf sich nicht weiter von Lockdown zu Lockdown hangeln und sich beim Thema Impfen blamieren.

Sicher haben auch die Geschäfte Einzelner in der Covid-19-Pandemie eine Rolle gespielt. Die Union hat schnell für Transparenz gesorgt. Ich erwarte, dass sich alle darüber bewusst sind, dass sie vom Volk gewählt sind und den Bürgern und Bürgerinnen unseres Landes gegenüber eine große Verantwortung tragen.“

Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht (FDP) aus dem Wahlkreis Altötting:

MdB Sandra Bubendorfer-Licht (FDP)

„Als Freie Demokraten sind wir zufrieden mit den Ergebnissen in Rheinland-Pfalz. Wir haben bewiesen, dass man mit Anstand, Haltung und Verlässlichkeit die Wählerinnen und Wähler überzeugen kann. Es ist ein wichtigstes Signal, dass in Rheinland-Pfalz voraussichtlich die Ampel fortgeführt wird und in Baden-Württemberg mit einer Ampel hoffentlich der Stillstand beendet werden kann. Klar ist, es geht nicht um die Farbe der jeweiligen Koalition, sondern um die Inhalte die man in Verantwortung umsetzen kann. Dafür bewerben wir uns im September bei der Bundestagswahl.“

Bundestagsabgeordneter Hansjörg Müller (AfD) aus dem Wahlkreis Traunstein:

MdB Hansjörg Müller (AfD)

„In beiden Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verlor die AfD um die 4-5%, obwohl die Themen auf der Straße liegen, die uns einen fulminanten Wahlsieg hätten bescheren können: grundgesetzwidrige Abschaffung der Bürgerrechte durch Bundes- und Landesregierungen, Entmenschlichung unserer Gesellschaft, Zerstörung der Seelen unserer Kinder durch Kontaktverbote und Maskenzwang, nachhaltige Beschädigung der Mittelklasse und der mittelständischen Wirtschaft durch den medizinisch nicht begründeten Lockdown. Dazu hätten wir diese Themen mit Leidenschaft aufnehmen und den Wählern gegenüber vertreten müssen. Aber wir streiten uns ja lieber intern und betreiben alle möglichen Abgrenzungen uns selbst gegenüber, was natürlich Wähler abschreckt. Hoffentlich haben die AfD-Verantwortlichen für den Bundestagswahlkampf den Schuss rechtzeitig gehört und ziehen die richtigen Schlüsse daraus.“

Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer (CSU/CDU) aus dem Wahlkreis Altötting:

MdB Stephan Mayer (CSU/CDU)

„Zunächst möchte ich den beiden Ministerpräsidenten zu Ihrer jeweiligen Wiederwahl gratulieren. Winfried Kretschmann ist mit den Grünen in Baden-Württemberg und Malu Dreyer mit der SPD in Rheinland-Pfalz als stärkste Kraft aus den Landtagswahlen hervorgegangen. Die Menschen haben in diesen schwierigen und herausfordernden Zeiten ihr Vertrauen in die bestehenden Regierungschefs gesetzt.

Klar ist aber auch, dass zwei Drittel der Wahlberechtigten diese Landtagswahlen nach landespolitischen Gesichtspunkte entschieden haben. Meiner Meinung nach sind diese nicht direkt mit der Bundestagswahl im September zu vergleichen, denn die Menschen entscheiden jedes Mal von Neuem. Jedoch müssen die CDU und CSU auf das wichtige Thema der andauernden Corona-Krise schneller, besser und pragmatischer reagieren, denn nur durch eine ausgefeilte Test- und Impfstrategie kann diese Pandemie überwunden und wieder zur Normalität zurückgekehrt werden.“

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