Rechnungshof: Schlechtes Zeugnis für das BRK

  • schließen
  • Weitere
    schließen

München - Der Oberste Rechnungshof (ORH) hat deutliche Fehlentwicklungen beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) beklagt. Gleich eine ganze Reihe von Punkten werden bemängelt. 

Die Prüfung der Haushalts- und Wirtschaftsführung des Wohlfahrtsverbandes habe ergeben, dass es organisatorische und strukturelle Defizite sowie falsche wirtschaftliche Entscheidungen gegeben habe, schrieben die bayerischen Kassenprüfer in ihrem am Dienstag in München vorgelegten Jahresbericht. Zudem seien die Personal- und Sachkosten zu hoch. Das BRK habe in den Jahren 2000 bis 2007 große Verluste erlitten - das Eigenkapital verringerte sich um 85 Millionen Euro. Damit liege das verbleibende Eigenkapital “noch im dreistelligen Millionenbereich“.

Der ORH hatte 2008 und 2009 die Haushalts- und Wirtschaftsführung des BRK geprüft. Defizitär wirtschafteten demnach 53 der insgesamt 80 Alten- und Pflegeheime sowie 20 Geschäftsstellen von Bezirks- und Kreisverbänden. Hauptverursacher der Verluste sei jedoch die Landesgeschäftsstelle des Wohlfahrtsverbandes mit einem Minus von rund 98 Millionen Euro in den Jahren 2000 bis 2007. Das Bayerische Rote Kreuz wies die Kritik des ORH entschieden zurück. “Wir haben in den allermeisten Fällen Fehlentwicklungen bereits vor der Prüfung erkannt und während der Prüfungsphase abgestellt sowie Prozesse und Verantwortlichkeiten geändert“, erklärte BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis.

Um die Kostendeckung des Wohlfahrtsverbandes zu verbessern, schlug der Oberste Rechnungshof dem BRK unter anderem vor, die Verbandsstruktur zu reformieren und den Betrieb von Krankenhäusern und Pflegeheimen in einer spezialisierten Tochtergesellschaft zu bündeln. Außerdem solle sich das BRK von “gewerblichen Tätigkeiten“ zurückziehen. Der Kreisverband München betreibt den Angaben zufolge fünf Betriebe, die von 2005 bis 2007 defizitär waren - die Verluste beliefen sich auf mehr als eine Million Euro. Besonders riskant bewerteten die Kassenprüfer die Parkplatzbewirtschaftung beim Zentralen Omnibusbahnhof an der Münchner Hackerbrücke. Der Pachtvertrag binde den Kreisverband 25 Jahre lang und das Verkehrsaufkommen sei nicht abgesichert. Für die möglichen Verluste hafte das BRK - somit dienten mittelbar auch Einnahmen aus Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Deckung der Defizite. Der Münchner Kreisverband wies diese Bewertung des ORH zurück. Die Verluste in den Jahren 2005 bis 2007 seien auf den Wegfall großer Parkflächen zurückzuführen und stünden nicht in Zusammenhang mit dem Busbahnhof. Seit zwei Jahren erwirtschafteten die Betriebe außerdem wieder Überschüsse. Spenden oder Mitgliedsbeiträge seien zu keinem Zeitpunkt zur Deckung der Verluste verwendet worden, betonte der Kreisverband.

dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser