Die Feuersteinstraße der Vorzeit

Älteste Wasserstraße der Welt: die Donau

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Arnhofener Klingen
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Regensburg/Melk - Bereits die Bandkeramiker befuhren ab 5700 v. Chr. die Donau mit Einbäumen und bauten weitreichende Handelsbeziehungen auf. Im niederbayerischen Arnhofen errichteten sie eines der größten Feuersteinbergwerke Europas.

Die ersten Bauern in Bayern, die sogenannten Bandkeramiker,  betrieben eines der größten europäischen Feuersteinbergwerke und bauten damit internationale Handelswege auf. 

Die bandkeramische Kultur, benannt nach den bandförmig eingestochenen Verzierungen auf ihrer Gebrauchskeramik, brachten die sogenannte neolithische Revolution der Jungsteinzeit zu uns. Sie waren sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter und lebten mit ihren Familien in einschiffigen Holzgehöften mit bis zu 40 Meter Länge.

Einwanderer aus den Karpaten

Die Bandkeramiker waren Einwanderer aus dem Karpatenraum. Vor allem die fruchtbaren Lössgebiete auf dem Gäuboden Niederbayerns hatten es den ersten Bauern in Bayern angetan. Hierzulande trafen sie an der Donau auf eine Urbevölkerung aus Jagdnomaden der Nacheiszeit, die sie aller Wahrscheinlichkeit nach in ihre Kultur friedlich integrierten. Ein internationales Forschungsprojekt unter Leitung des deutschen Geoarchäologen Alexander Binsteiner fand jetzt heraus, dass die Bandkeramiker in Arnhofen nahe der Hopfenstadt Abensberg im Landkreis Kelheim auf reiche Feuersteinlagertstätten stießen und bereits im sechsten vorchristlichen Jahrtausend ein Megabergwerk mit bis zu 20.000 Schachtanlagen betrieben. 

Im europäischen Vergleich zählt Arnhofen damit zu den größten Abbauanlagen der Steinzeit. In bis zu 8 Meter tiefen Einzelschächten gewannen die jungsteinzeitlichen Bergleute hochwertige Jurahornsteine, eine bayerische Feuersteinvarietät. Aus dem kostbaren Rohstoff stellten die jungsteinzeitlichen Handwerker vor allem rasiermesserscharfe Klingen und alle Arten von stechenden und schneidenden Geräten des Alltags her. Von Anfang an förderten sie über ihren Eigenbedarf hinaus und verhandelten ihre Produkte in einem komplexen Handelsnetz

Die Feuersteinstraße der Vorzeit

Die Donau - Die älteste Wasserstraße der Welt

Es entstand eine regelrechte Feuersteinstraße, die über den bayerischen Wald bis nach Pilsen und Prag ins heutige Tschechien führte. Auch auf der Donau wurden die Arnhofener Klingen bis nach Ober- und Niederösterreich transportiert. Um die über 300 km von Arnhofen entfernte Bezirkshauptstadt Melk entstand schon um 5500 v. Chr. ein Handelsplatz der Bandkeramiker, der mit den bayerischen Siedlungsgebieten in engem Kontakt stand

In den Überresten ihrer Siedlungen fand Binsteiner Tausende der steinzeitlichen Gerätschaften, die bis 30 Prozent aus dem Arnhofener Hornstein hergestellt worden waren. Mit den derzeit parallel laufenden Untersuchungen an Steinzeitfunden in den Sammlungen von Melk und im Historischen Museum in Regensburg kann nunmehr zweifelsfrei die Verbindung der beiden Siedlungsräume an der Donau rekonstruiert werde n. Damit gelingt erstmals der wissenschaftliche Nachweis einer der ältesten Wasserstraßen der Welt.

Alexander Binsteiner

Der deutsche Geoarchäologe Alexander Binsteiner (geb. 1.5.1956 in Wasserburg am Inn) war ab 1993 unter Konrad Spindler Chefgeologe im Eismann-Projekt an der Universität Innsbruck. Binsteiner untersuchte u.a. die Feuersteingeräte des Ötzi und entdeckte die Abbaugebiete für die Rohstoffe in den Monti Lessini nördlich von Verona.

Quelle: Alexander Binsteiner

Quelle: BGland24.de

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