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Missbrauchsskandal

Regensburger Domspatzen: Auch Schüler wurden zu Tätern

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Das Gymnasium der Domspatzen in Regensburg.

Ein Opfer erklärt, die Übergriffe hätten „System“ gehabt: Bei den Regensburger Domspatzen soll es auch zu Missbrauch durch ältere Schüler gekommen sein. 

Update Mittwoch, 16.19 Uhr : Nach einem Fernsehbericht über Missbrauchsfälle unter ehemaligen Schülern der Regensburger Domspatzen sucht das Bistum Kontakt zu möglichen Opfern. Betroffene könnten sich an das Bistum Regensburg wenden, heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung. Den Beitrag des ARD-Magazins „Report Mainz“ habe man „mit Erschütterung und Bedauern“ gesehen.

Missbrauch auch durch ältere Schüler

Regensburg - Bei den Regensburger Domspatzen soll es einem Medienbericht zufolge sexuellen Missbrauch nicht nur durch Priester und Erzieher, sondern auch durch ältere Schüler gegeben haben. Das ARD-Magazin „Report Mainz“ zitierte einen von 1987 bis 1992 im Internat des weltberühmten Chors lebenden Schüler am Dienstagabend mit den Worten, diese Übergriffe hätten "System" gehabt. 

Mehrere Acht-, Neunt- und Zehntklässler hätten sich jüngere Schüler als Opfer gesucht. Die Taten hätten sich auf Konzertreisen, aber auch im Internat ereignet.

Kinder über Jahrzehnte missbraucht

Im Juli vergangenen Jahres hatte der zur Aufarbeitung des Missbrauchskandals bei dem Knabenchor eingesetzte Rechtsanwalt Ulrich Weber seinen Abschlussbericht vorgelegt. Demnach wurden bei den Domspatzen über die Jahrzehnte insgesamt 547 Kinder Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt.

Trotz der schockierenden Einblicke in den Missbrauchsskandal sah sich Ex-Kardinal Gerhard Ludwig Müller zu Unrecht kritisiert - er wies den Vorwurf zurück, die Aufklärung verschleppt zu haben.

afp

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