Fünf Tote und Kleinstädte in Trümmern

Schweres Erdbeben in Kroatien ist auch in der Region spürbar - „Haben gedacht da spukt´s“

Schweres Erdbeben in Kroatien
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Soldaten inspizieren die Trümmer eines vom Erdbeben beschädigten Gebäudes. Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat nach Angaben von Seismologen erneut die kroatische Zentralregion erschüttert.

Region - Bereits am Montagmorgen erschütterten zwei schwere Erdstöße die Region südlich von Zagreb. Die Erschütterungen waren nach ersten Einschätzungen bis in den Südosten Deutschlands spürbar. Heute kam es um 12.19 Uhr erneut zu einem Beben.

Update, Erdbeben in Kroatien: Kleinstädte in Trümmern, fünf Tote

Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag in den Mittagsstunden Kroatien getroffen. Die Zentren der Kleinstädte Sisak und Petrinja südöstlich von Zagreb lagen in Trümmern, wie kroatische Medien berichteten.

Mindestens fünf Menschen starben, unter ihnen ein zwölfjähriges Mädchen. Seismologen gaben die Stärke mit 6,4 an. Das Epizentrum des zweiten Bebens in Kroatien innerhalb von 30 Stunden lag 45 Kilometer südöstlich von Zagreb.

In Petrinja berichtete ein Reporter der Tageszeitung „Jutarnji List“ von dramatischen Szenen. Sirenen von Feuerwehr- und Ambulanzwagen hallten durch die Stadt, bald zeigte sich ein Bild der Verwüstung. Aus Angst vor weiteren Erdstößen zogen sich Bewohner in den kleinen Stadtpark zurück. Rettungsmannschaften suchten unter Trümmern nach Verschütteten.

Jede Hilfe zu spät kam für ein kleines Mädchen - herabfallende Trümmer hatten es erschlagen. Bürgermeister Darinko Dumbovic bestätigte den Tod des Kindes: „Es ist schrecklich, es gibt Opfer, es gibt Verletzte. Wir sahen, wie ein Kind auf dem Hauptplatz starb“, sagte er dem Nachrichtenportal „24sata.hr“. 20 Bewohner der Stadt wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Vier Menschen starben im Dorf Majske Polinje westlich von Petrinja. Es handelte sich um vier Männer, unter ihnen ein Vater und sein Sohn, die in ihren Häusern unter den Trümmern begraben wurden, berichtete „24sata.hr“ unter Berufung auf eine Kommunalpolitikerin.

In der Hauptstadt Zagreb gab es beträchtliche Sachschäden. Das Beben war in ganz Kroatien, aber auch in Österreich, Ungarn, Italien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, sogar in Tschechien und der Slowakei zu spüren.

Update, 14.59 Uhr - Zahlreiche erste Rückmeldungen aus der Region

Bereits kurz nach der Meldung über das Erdbeben am heutigen Mittag erreichten die Redaktion einige Reaktionen aus verschiedenen Städten und Gemeinden. Aus der Rosenheimer Innenstadt meldete sich eine Leserin per Telefon, die zunächst zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen nicht einordnen konnte, woher das plötzliche Rütteln kam: „Wir haben gedacht da spukt‘s. Die Aktenschränke haben so komisch gerüttelt.“

Auch in Prien war das Beben spürbar. Eine weitere Leserin schrieb: „Mein Auto bewegte sich mit mir, als hätte ich auf einer wackeligen Brücke geparkt. Eigentlich dachte ich, ein Panzer oder Ähnliches parkt neben mir am Parkplatz. Danke für die Berichterstattung, jetzt weiß ich Bescheid.“ Ein anderer Leser aus Raubling berichtet: „Es war auch in Raubling zu spüren - etwa 12.20 Uhr fingen im Haus die Glockenspiele an, zu klingeln und alle Lampen und sonstiges Dekogehängsel wackelten.“

Doch auch im Chiemgau war das Rütteln bemerkbar. Einige Rückmeldungen unter anderem aus Grassau berichten ebenfalls von wackelnden Lampen, Dekogegenständen und ähnlichen Vorkommnissen am Mittag.

Erstmeldung:

Das Beben wurde um 12.19 Uhr erfasst und von U.S. Geological Survey mit einer Stärke von 6,5 bewertet. Die betroffenen Länder lauten: Bosnien und Herzegowina, Tschechien, Kroatien, Deutschland, Ungarn, Italien, Montenegro, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Serbien und Österreich.

Das Erdbeben ereignete sich in derselben Region, wie schon am Tag zuvor und wieder waren die Auswirkungen wieder bis nach Deutschland gelangt. Eine Leserin teilte der Redaktion dazu mit: „Ich glaube, wir hatten hier in Surberg, Ortsteil Lauter gerade ein kleines Erdbeben. Beim Raufgehen in den ersten Stock ist mir schon aufgefallen, dass die zwei Katzen irgendwie komisch sind. Habe mir aber dabei nichts gedacht. Unabhängig voneinander ist meinem Mann im Erdgeschoss aufgefallen, dass die Küchenlampe wackelt. Bei mir im ersten Stock ist ein Fliegenfänger in Schwingungen geraten.“

Wer bemerkt hat, dass Uhrpendel, Lampen oder ähnliche Gegenstände gewackelt haben oder die Haustiere unruhig sind, kann seine Erfahrung unter termine@ovb24.de teilen.

Nach Informationen der dpa lag das Epizentrum des gestrigen Bebens etwa 60 Kilometer südöstlich der kroatischen Hauptsstadt Zagreb. Die beiden schweren Erdstöße, die Region erschütterte, hatten laut European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) eine Stärke von 5,2 beziehungsweise 5,0. Nach ersten Meldungen entstanden an zahlreichen Gebäuden Sachschäden. Menschen wurden am Montag jedoch nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt.

mda mit Material der dpa

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