Staatshilfen in der Region in Zeiten von Corona

Aktueller Stand zu Überbrückungs-, November- und Dezemberhilfen: „Wird gut angenommen“

Für viele Betriebe bedeuten die Einschränkungen und Lockdown-Maßnahmen der Corona-Pandemie eine Bedrohung ihrer Existenz.
+
Für viele Betriebe bedeuten die Einschränkungen und Lockdown-Maßnahmen der Corona-Pandemie eine Bedrohung ihrer Existenz.

Für viele Betriebe bedeuten die Einschränkungen und Lockdown-Maßnahmen eine große Belastung. Vonseiten des Staates wurden Hilfen zugesagt und auf den Weg gebracht, doch dann geriet das System ins Stocken. Wie sich die mit der Bearbeitung der Anträge beauftragte IHK München durch diese Zeit kämpfte und wie der aktuelle Stand ist, teilte ein Pressesprecher der IHK gegenüber rosenheim24.de mit.

Informationen zu den Überbrückungshilfen

Informationen zur November- und Dezemberhilfe

Hilfszahlungen in der Region

Auf Anfrage von rosenheim24.de teilte der Pressereferent der Industrie- und Handelskammer (IHK) München Florian Reil mit, dass eine aktuelle Auswertung der regionalen Zahlen für die Überbrückungshilfe II erst möglich sei, wenn eine gewisse Bearbeitungsquote erreicht worden sei. Diese Auswertung werde jedoch in Kürze folgen.

Seit Juli gingen bayernweit über 20.000 Anträge für die Überbrückungshilfe I bei der IHK München ein. Nach Stand der Kalenderwoche 5 wurden von diesen 20.792 Anträgen bislang 99,8 Prozent erledigt. Mit ihr wurden Zuschüsse in Höhe von 272,9 Millionen Euro genehmigt. Für die Überbrückungshilfe II gingen bislang rund 18.000 Anträge ein, welche zu 91,6 Prozent als erledigt gelten. 320 Millionen wurden bislang genehmigt. Insgesamt wurden mit den beiden Maßnahmen also Zuschüsse in Höhe von 592,9 Millionen Euro an bayerische Betriebe verteilt.

Für die Überbrückungshilfe I liegen diese Zahlen mit Stand vom November vor:

  • Landkreis Rosenheim: über 5,1 Millionen Euro ausgezahlt, 93 Prozent Erledigungsquote bei 474 Antragsstellern
  • Landkreis Traunstein: fast 2,4 Millionen Euro ausgezahlt, 93 Prozent Erledigungsquote bei 162 Antragsstellern
  • Landkreis Berchtesgadener Land: über 880.000 Euro ausgezahlt, 93 Prozent Erledigungsquote bei 117 Antragsstellern
  • Landkreis Altötting: 1,2 Millionen Euro ausgezahlt, 93 Prozent Erledigungsquote bei 107 Antragsstellern
  • Landkreis Mühldorf am Inn: 1,2 Millionen Euro ausgezahlt, 93 Prozent Erledigungsquote bei 105 Antragsstellern

IHK-Sprecher über Probleme mit der IT: kein „Bayernproblem“

Probleme, wie sie bei der Soforthilfe auftraten, wie etwa nicht leserlich ausgefüllte Anträge, sollten mit dem neuen digitalen Weg der Antragstellung ausgemerzt werden. Doch schnell zeichnete sich ab, dass diese Umstellung ihre eigenen Probleme mit sich gebracht hat.

Zwar wurde die IHK mit der Bearbeitung der Anträge betraut, erklärt Reil, doch für die Umsetzung der digitalen Wege wurde ein IT-Dienstleister von der Regierung beauftragt. Hierbei kam es zu anfänglichen Problemen, die ein geordnetes Abarbeiten der Anträge stark erschwerte. Reil betont, dass dies kein „Bayernproblem“ gewesen sei, sondern deutschlandweit Schwierigkeiten auftraten. Die Infrastruktur musste zur korrekten Bearbeitung mit allen beteiligten Parteien vernetzt werden, was etwas Zeit benötigte.

In der Zwischenzeit seien diese behoben worden und eine flüssige Bearbeitung möglich, so der Sprecher der IHK München. Die Bearbeitungsquote der Anträge zu den Novemberhilfen von Gastronomie und Hotellerie sei mittlerweile auf fast 70 Prozent gestiegen. Die Plattform blieb trotz der Probleme zum Start im Übrigen dieselbe und wurde nicht durch eine andere ausgetauscht.

Wie Reil positiv bemerkt, habe sich der Weg der digitalen Abwicklung bezahlt gemacht: „Der digitale Prozess wird gut angenommen.“

Antragszahlen seit November und Dezember

Ob sich die verhältnismäßige Zahl der Antragsteller seit dem Lockdown im Dezember bezüglich bestimmter Branchen gesteigert hat oder nicht, sei derzeit „schwer pauschal zu bewerten“, wie Reil mitteilt. Ob ein Unternehmen auf die Hilfen angewiesen ist oder nicht, sei von einer Vielzahl von Faktoren abhängig und eine Stellungnahme dahingehend nicht möglich.

Die Zahlen weisen jedoch in eine klare Richtung: Die Überbrückungshilfe I wurde von fast 21.000 Betrieben in Bayern genutzt - die Überbrückungshilfe II von über 18.000 Betrieben. Anträge für die November- und Dezemberhilfen, welche ausschließlich für durch die Schließung während des Teil-Lockdowns im November und Dezember betroffene Unternehmen angedacht sind, wurden jedoch noch häufiger gestellt. Für die Novemberhilfe gingen laut IHK München über 55.000 Anträge ein und für die Dezemberhilfe über 42.000 Anträge.

mda

Kommentare