Nachgefragt bei Christoph Lung (CSU)

Tunneldiskussion: "Die Reichenhaller dürfen nicht mit leeren Händen da stehen"

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Dicke Luft in Bad Reichenhall - Auen- oder Kirchholztunnel?
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Bad Reichenhall - Und es geht weiter mit der Diskussion um den Tunnelbau zur Verkehrsentlastung von Bad Reichenhall. BGLand24.de hat mit Christoph Lung von der CSU Bad Reichenhall gesprochen:

Seit vielen Jahren brodelt die Diskussion um die immer stärker werdende Verkehrsbelastung von Bad Reichenhall. Eine Tunnellösung soll Abhilfe schaffen, aber welche?

Im Gespräch sind zwei Varianten. Der Auentunnel und der Kirchholztunnel. Auch eine Bürgerinitiative mischt kräftig mit und nach einer öffentlichen Kritik an der Haltung der Stadt Bad Reichenhall in einem Interview mit BGLand24.de, "Reichenhall Pro Kirchholztunnel", findet in den kommenden Tagen ein Treffen des Oberbürgermeister Dr. Lackner und Gerd Spranger, dem Vorsitzenden des Vereins statt.

In der vergangenen Woche fand bereits ein Gespräch zwischen Gerd Spranger und Christoph Lung (Jugendreferent und CSU Stadtrat Bad Reichenhall) statt. BGLand24.de wollte wissen, wie Christoph Lung zu diesem Thema steht und hat mit ihm ein Gespräch geführt:

Auen- oder Kirchholztunnel - Das sagt Christoph Lung (CSU) dazu

"Im Dezember des Jahres 2016 ist (endlich) ein Projekt in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden, das in Bad Reichenhall für Gesprächsstoff sorgt und hoffentlich bald verkehrliche Entlastung schafft: Eine Ortsumfahrung für Bad Reichenhall! Parallel dazu wurde dem Stadtrat die Idee präsentiert, statt des Kirchholztunnels eine Unterflurtrasse (sog. Auentunnel) zu planen. 

Diese würde in bzw. unter der Saalachau verlaufen. Diese Variante wurde bislang aber nur von privater Seite, nicht aber von unabhängigen staatlichen Stellen geprüft, während hingegen das Planfeststellungsverfahren für den Kirchholztunnel derzeit ruht.

Für die CSU ist wichtig, dass wir eine effektive Verkehrsentlastung für die Stadt Bad Reichenhall bekommen. Mit der Aufnahme einer Ortsumfahrung für Bad Reichenhall in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 haben wir jedenfalls nicht die schlechtesten Karten", so Christoph Lung.

Und ergänzt: "Die Zusage aus dem Bundesverkehrsministerium steht: Jedes Straßenbauprojekt, das von der Planung her bis zur Baureife fortgeschritten ist, kann auch finanziert und ausgeführt werden. Wir haben aber zur Kenntnis genommen, dass beim damaligen Bürgerentscheid eine knappe Mehrheit der Abstimmenden gegen den Kirchholztunnel votiert hat. 

Die Bevölkerung ist in dieser Frage „Kirchholztunnel – ja oder nein?“ offenkundig gespalten. Auch wenn die damalige Abstimmung mangels der erforderlichen Mindestzahl der beteiligten Wähler im rechtlichen Sinne keine Wirkung entfaltet: Politisch leiten wir aus dem Ergebnis ab, dass wir uns Gedanken darüber machen sollten, ob und wie wir auf anderem Wege eine effektive Verkehrsentlastung für die Stadt Bad Reichenhall bewerkstelligen können. 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die damaligen Gegner des Kirchholztunnels bis heute keine vernünftige Alternative präsentieren konnten. Nun aber liegen durch Initiative eines Privaten Pläne zu einer Unterflurtrasse auf dem Tisch, bei der aber noch gar nicht klar ist, ob sie tatsächlich realisierbar sind und welche Auswirkung eine solche Trassenführung hätte. Daher unterstützen wir den zeitlichen Plan, dass im September dem Stadtrat in öffentlicher Sitzung der Stand beider Varianten zur Kenntnis gebracht wird. Im gleichen Monat hat die Öffentlichkeit dann die Möglichkeit, sich über die jeweiligen Details zu informieren. 

Wir wollen ein absolut transparentes Verfahren, sodass der Stadtrat im Oktober -gleichfalls in öffentlicher Sitzung- darüber beschließen kann, ob die Unterflurtrasse von behördlicher Seite weiter geprüft werden soll oder ob ohne Weiteres dem Kirchholztunnel der Vorzug gegeben wird. Die Meinungsbildung der CSU-Fraktion hierzu ist noch nicht abgeschlossen. Wir befinden uns derzeit im offenen Gespräch mit Befürwortern wie Gegnern des Kirchholztunnels. 

Klar ist jedoch, dass es bei der Entscheidung des Stadtrates im Oktober lediglich darum geht, ob die Unterflurtrasse überhaupt geprüft werden soll. Erst dies würde einen echten Vergleich mit dem Kirchholztunnel ermöglichen. Somit bleibt also selbst bejahendenfalls die Möglichkeit offen, dass am Ende doch der Kirchholztunnel forciert wird. 

Eines darf jedoch in keinem Fall passieren: Dass die verkehrs- und lärmgeplagten Reichenhaller entlang der Bundesstraße, an der Staatsstraße 2101 Richtung Thumsee und in der Oberstadt am Ende mit leeren Händen dastehen. Deshalb brauchen wir in politischer Hinsicht den guten Willen aller, diese Jahrzehnte währende Idee einer Ortsumfahrung nun endlich zur Realisierung zu bringen".

Quelle: BGland24.de

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