Stadtratssitzung zur Baumfällaktion

"Damit sind die Bürgerfragen beantwortet"

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Bürgerproteste zu den Baumfällaktionen rund um Bad Reichenhall
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Bad Reichenhall - Der Stadtrat hat den Brief eines Bürgers mit 14 Fragen zur Baumfällaktion in Bad Reichenhall in seiner letzten Sitzung beantwortet. Zufrieden waren die Zuhörer nicht wirklich:

"Damit sind die Bürgerfragen beantwortet. Eine weitere Aussprache ist in der Geschäftsordnung nicht vorgesehen". So beendet Oberbürgermeister Dr. Lackner die Stadtratssitzung. Und ergänzt: "Mein Mitarbeiter hat die Fragen sehr ausführlich beantwortet und damit ist die Anfrage erledigt. Wenn noch Fragen offen sind, dann kann gerne eine neue Anfrage gestellt werden".

"Das ist doch pure Bürgerverarschung hier" 

Kaum hat Oberbürgermeister Dr. Lackner den öffentlichen Teil der Stadtratssitzung beendet und die Zuhörer aufgefordert den Raum zu verlassen, macht sich bei den Zuhörern auch schon der Unmut breit. " Viel zu schnell, undeutlich und viel zu leise wurden die Antworten vorgelesen und uns haben sie ja schon fast aus dem Saal geworfen wurden", so eine empörte Bad Reichenhallerin.

Ein paar Zitate aus der Bevölkerung 

BGLand24.de hat nach der Sitzung mit ein paar Bürgern gesprochen:

Dr Bernhard Zimmer 

"Natürlich kann man formal korrekt vorgehen und trotzdem nicht optimal agieren. Formal wurde richtig gehandelt, aber bürgernah ist etwas anderes."

Alexandra Pischulti 

Es ist beschämend, wie seit mittlerweile vier Jahren mit unserer Natur umgegangen wird. Und das Baumfällen hört noch immer nicht auf. Auch bei der Bundeswehr wird noch weiterhin gefällt, die Bäume sind alle schon markiert. Und zwar überall entlang der ganzen Auen.

Nicht nur entlang der Strassen und Böschungen, überall wurden die Bäume rigoros abgeholzt. Entlang der B304 und in Falkenstein, in den ganzen Naherholungsgebieten, wie zum Beispiel der Marzoller Au, Pidinger Au, Nonner Au oder im Nonner Park. Die ganzen alten Baumbestände sind einfach weg. Klimaerwärmumg und Umweltschutz interessiert hier keinen.

Gudrun Söllner 

Wir haben doch so viele Urlauber und Kurgäste hier, die unseren Wald lieben. Ich bin täglich mit meinem Hund unterwegs und es ist einfach entsetzlich was passiert. Früher war das mal ein ganz dichter toller Wald. Ich kenne den noch aus meiner Kinderzeit, als dichten Abenteuerwald mit einem schmalen Trampelpfad mittendurch. 

Jetzt ist alles geteert, damit unsere Möchte-gern-Tour-de-France-Fahrer da durchrasen können. Und außerdem hört man den Lärm mittlerweile bis zum Kranḱenhaus. Das war früher auch nicht so. Ich bin hier in Bad Reichenhall geboren und aufgewachsen und kämpfe schon lange für unser Naherholungsgebiet. 

Diese fadenscheinigen Ausreden mit der Verkehrssicherungspflicht sind doch Quatsch. Mir ist noch nie ein Ast auf den Kopf gefallen. Und auch dieser Blödsinn von dem Erlen- und Eschensterben, das glaube ich einfach nicht. Ich habe mir die Baumstümpfe angeschaut, das ist gesundes gelbes Fleisch. Da müsste man mal einen neutralen Gutachter hinschicken, der das untersucht.

Christian Kessel 

Zum Einen ist die Stadt auf alle Fragen eingegangen. Die einzelnen Antworten müssen wir uns jetzt anschauen, das kann ich jetzt nicht kommentieren. 

Ich denke der Oberbürgermeister hätte schon noch einen Spielraum gehabt, dass nochmal innerhalb des Stadtrats zu disukutieren, aber diese Chance hat er nicht genutzt. Ich bin mir nicht sicher, ob das die Geschäftsordnung auschliesst oder ob es die Möglichkeit gibt, das nochmal in die Runde zu geben. 

So hatte jetzt kein Stadtrat oder keine Partei die Möglichkeit, seine Position noch einzubringen. Das finde ich sehr bedauerlich.

Claudia Schaubruch

Wir werden das jetzt alles überprüfen und dann weitersehen. Wir haben mit dem Wasserwirtschaftsamt Kontakt aufgenommen, die uns gesagt haben, dass sie damit nichts zu tun haben und das alles eine städtische Angelegenheit wäre. Also der eine schiebt es auf den anderen. 

Aber wie gesagt, das wird jetzt alles geprüft. Wir stehen auch bereits schon mit unabhängigen Förstern in Kontakt, die mit uns die Strecke abgehen werden. Zum Beispiel auch die Büsche an der Parkbank, die angeblich wegen der Aussicht gefällt wurden. 

Das waren meterhohe Bäume mit einem dicken Stamm. Und dann auch an in dem Park an der Ecke Salzburgerstraße/ Axelmannsteinstrasse. Dort wurden acht riesige Bäume gefällt. Ich bin Geomantin und habe mir die mal genauer angeschaut. Zwei davon waren kaputt, die anderen waren gesund. Und trotzdem hieß es, die Bäume mussten gefällt werden. Es wird sehr viel Arbeit werden, aber wir werden das ganze prüfen und dann weitere Schritte überlegen.

Quelle: BGland24.de

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