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US-Comedy-Legende Jerry Lewis ist tot

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"Ein Wunder, dass er so davonkam!"

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Murnau - Einen Tag nach seiner Rettung aus der Riesending-Schachthöhle haben jetzt Ärzte über den Zustand von Johann Westhauser informiert. *NEU: Video von der PK mit Bildern der Rettung*

In der Unfallklinik Murnau fand m Freitag eine Pressekonferenz zum Zustand des verletzten  Höhlenforschers Johann Westhauser statt. Geleitet wurde sie von Prof. Dr. Volker Bühren, dem Ärztlichen Direktor der Klinik. Er erklärte, dass "die Diagnostik und therapeutischen Maßnahmen auf medizinischen Diagnosen beruhen, die festgestellt wurden".

Die Behandlung in der Schachthöhle

Forscher Johann Westhauser in seiner Video-Botschaft

Aus etwa 15 Metern Höhe fiel Johann Westhauser ein Lehmbrocken auf den Kopf, sein Helm blieb glücklicherweise intakt. Der Patient war für rund zwei Minuten bewusstlos. Man musste dementsprechend von einem Schädel-Hirn-Trauma mit möglichen Einblutungen ausgehen. Westhauser ist über einen Zeitraum von 36 Stunden in reglelmäßigen Abständen weggedämmert und war dann nicht mehr ansprechbar. Nach dieser Phase konnte der Patient dann endlich mit Medikamenten versorgt und stabilisiert werden. Nach insgesamt vier Tagen war der Patient dann soweit, transportfähig gemacht zu werden. Dr. Björn Robert betonte, dass sich die Behandlung auf einer Intensivstation nicht von der Behandlung in der Höhle unterschieden hätte.  Auch auf einer Intensivstation wäre seiner Meinung nach eine Operation am Schädel, um der Schwellung entgegen zu wirken, nicht nötig gewesen.

Der Patient wurde immobilisiert und hat Thrombosemittel bekommen. Die Ernährung, sprich die Zufuhr von Kalorien, erfolgte intravenös, im Laufe des Transports wurde auf orale Ernährung und Medikation umgestellt. Auf dem Transport kam es zu keinen weiteren Verletzungen. Insgesamt waren 2 Paramedics, 7 Ärzte am Patienten in der Höhle und 4 weitere Ärzte bei der Einsatzleitung beteiligt.

Johann Westhauser bedankt sich per Videobotschaft bei seinen Rettern

Die Rettung des Höhlenforschers in Bildern

Fotos: Höhlenforscher gerettet

Die Versorgung in der Unfallklinik Murnau

Die ersten Untersuchungen ergaben, dass die Laborparameter gut sind, der Patient sehr orientiert sei und sehr differenzierte Aussagen treffen konnte. Diese drei Kriterien führen zu dem Schluss, dass die Hirnfunktion des Patienten weitgehend in Ordnung sei.

Chronologie der Rettung:

Die Computertomographie, unter Beigabe von Kontrastmitteln, bestätigte, was man aufgrund der rein klinischen Untersuchung bereits feststellen konnte: Der Gerettete erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma mit Einblutungen. Darüber hinaus zog sich Westhauser einen leichten Schädelbruch und einen Bruch des Jochbeins auf der rechten Gesichtsseite zu. Der Bruch in der Augenhöhle erfordert eine Operation, die jedoch nur einen sehr kleinen Eingriff darstellt, erklärte der leitende Arzt der Abteilung "Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Dr.Martin Gosau am Freitag. Der Eingriff soll im Laufe der nächsten Woche erfolgen, wenn der Patient sich etwas erholen konnte.

Der Höhlenforscher macht deutliche Fortschritte, alleine die Aussprache bereitet ihm noch Probleme. Dies liegt daran, dass die Hirnregion, die für die Motorik zuständig ist, von einer Schwellung betroffen sei.

Als der Höhlenforscher nach elf Tagen, zehn Stunden und 14 Minuten wieder Tageslicht sah, hatten ihn insgesamt 7 Ärzte und 2 Paramedics in der Tiefe und 4 Mediziner an der Oberfläche auf seinem Weg begleitet. Sein erster Wunsch im Klinikum war es, nach einer Dusche, erstmal seine Familie zu sehen. Seine Frau und sein Sohn sind bei ihm.  

Positive Prognose für den Höhlenforscher

Hintergründe zum Unglück in der "Riesending"-Höhle

Man geht davon aus, dass die Reha des Patienten etwa zwei bis vier Wochen innerhalb der Klinik stattfinden wird und er danach rund ein bis zwei Monate ambulant betreut wird. Ersten Prognosen zufolge wird Johann Westhauser in etwa drei bis sechs Monaten vollständig regeneriert sein.

Laut Prof. Dr. Bühren "grenzt es an ein Wunder, dass der Patient unter den denkbar schlechtesten Umgebungsbedingungen mit diesen Verletzungen davon gekommen ist." Einen ähnlichen Fall, bei dem ein Patient fast zwei Wochen lang nicht in intensivmedizinische Behandlung überstellt werden konnte und trotzdem überlebt hat, ist bis zum heutigen Zeitpunkt keinem der behandelten Ärzte bekannt.

Rubriklistenbild: © BGU Murnau

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