Riss im Landkreis Freising

Damwild getötet: Erneut Wolf in Oberbayern nachgewiesen

Wolf in Bayern (Symbolbild).
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Wolf in Bayern (Symbolbild).

Freising - Genetische Proben lassen keinen Zweifel: Ein Wolf hat ein Tier in einem Damwildgehege im Landkreis gerissen.     

Ein Wolf hat im Landkreis Freising ein Tier gerissen. Wie das bayerische Landesamt für Umwelt am Donnerstag mitteilte, bestätigten erste Ergebnisse von genetischen Proben, dass ein Wolf das am 25. Oktober in einem Gehege gefundene Damwild getötet hat. Details zu Geschlecht und Herkunft des Raubtiers erhoffen sich die Experten durch eine weitergehende Analyse des Materials. 

Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden zwischenzeitlich bereits informiert. Eine weitergehende Analyse des gewonnenen Genmaterials soll Aufschluss über Geschlecht und mögliche Herkunft des Tieres bringen. Zur Vermeidung erneuter Übergriffe auf Weidetiere wird die Förderkulisse zum Herdenschutz in Bayern umgehend auf die Gemeindegebiete im Umfeld des Ereignisses ausgeweitet.

Fast wöchentlich werden derzeit in Bayern Wölfe gesichtet, zuletzt unter anderem in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. Meist sind es durchwandernde Tiere, die ihre elterlichen Rudel verlassen haben.

Wolf-Sichtung in Sachrang: „Er stand keine drei Meter von meinem Küchenfenster entfernt“

Zuletzt wurde ein Wolf Mitte Oktober im Gebiet um Aschau gesichtet. Irmi Aigner, die in Sachrang wohnt, schildert im Gespräch mit rosenheim24.de ihr Erlebnis: „Es war zwischen 23 und 23.30 Uhr, als mein Kater, der Felix, plötzlich nervös wurde und raus wollte.“

Als sie die Haustür öffnete, habe der Kater noch auf der Schwelle eine Kehrtwende vollführt und sei sofort zurück ins Haus. „Dem hat‘s pressiert“, erinnert sich Irmi. „Als ich die Tür wieder verschlossen hatte und das Hoflicht betätigte, stand er da und sah mich ruhig an, keine drei Meter von meinem Küchenfenster entfernt. 

Fördermittel für Schutz von Herden

Das LfU verweist darauf, dass Tierhalter für den Schutz von Herden - beispielsweise durch einen Elektrozaun oder einen Herdenschutzhund - Fördermittel beantragen können. Zudem ist es möglich, dass Nutztierhalter Schäden durch Wolf, Bär oder Luchs über den „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“ ersetzt bekommen.

Nach der Bestätigung des Wolfsrisses im Landkreis Freising können Tierhalter in der Umgebung für den Schutz von Herden Fördermittel beantragen und durch einen Ausgleichsfonds Schäden ersetzt bekommen.

Laut LfU leben in Deutschland seit 1996 wieder Wölfe. Seitdem habe es keinen Angriff auf Menschen gegeben. In der Regel reagierten Wölfe beim Anblick von Menschen vorsichtig und zögen sich zurück.

mh/dpa

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