Video vom Einsatztraining der Beamten in Rosenheim

Messerangriff und Terror - so arbeitet die Polizei im Ernstfall

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Rosenheim - "Waffe weg oder ich schieße" - diesen Satz müssen Polizeibeamte in unserer Region leider immer öfter sagen. Der Widerstand gegen Polizeibeamte ist im Jahr 2016 um 57 Fälle gestiegen. So könnte der Ernstfall aussehen:

Der polizeiliche Alltag ist geprägt von einer Vielzahl komplexer Einsatzsituationen. Den Beamtinnen und Beamten werden daher oftmals Entscheidungen innerhalb von Sekundenbruchteilen abverlangt. Das professionelle Handeln im Team bedarf intensiver Schulung. Mit dem Polizei-Einsatztraining versucht das Polizeipräsidium Oberbayern Süd ihre Kolleginnen und Kollegen bestmöglich auf vielfältige Gefahrenlagen vorzubereiten. Wir durften am Dienstag hinter die Kulissen eines solchen Trainings blicken. Trainiert wurde der Messerangriff in einer Situation von häuslicher Gewalt und ein Terroreinsatz. "Der Messerangriff kommt häufiger vor und wird vielfach unterschätzt", sagt Polizeipräsident Robert Kopp.

"Gewalt gegen Polizeibeamte ist bei uns ein Thema", so Kopp. "2016 gab es im Gebiet Oberbayern Süd 271 Fälle von Widerstand gegen Polizeibeamte. 57 Fälle mehr als im Jahr zuvor." Ausstattungsverbesserungen wie die Bodycam oder die  sogenannte "ballistische Schutzausstattung", die sogar Langwaffen wie Kalaschnikows aushält, sollen die Beamten noch mehr schützen. Angesichts der gestiegenen Bedrohungslage vor allem durch Terror wurde nun jedes Polizeiauto mit zwei dieser Ausrüstungen ausgestattet. Diese Sets bestehen jeweils aus einem Schulterüberwurf mit Tiefschutz für deutlich mehr Schutzfläche, einem modernen 'ballistischen Helm' sowie einer hartballistischen Schutzweste mit Keramikverbundplatten zur Erhöhung der Schutzklasse.

"Es geht aber nicht nur um die Ausrüstung, sondern auch um das Know-how", erklärt Kopp. Er selber habe im November 2008 ein Schlüsselerlebnis gehabt, als ein Polizeibeamter bei einem Einsatz in Haar verletzt wurde. "Der Kollege sagte am Krankenbett, dass er froh war, ein paar Wochen vorher beim Einsatztraining gewesen zu sein. Das ist die Lebensversicherung für unsere Kollegen." 

Man wolle Konflikte zunächst natürlich immer gewaltfrei lösen. Es komme aber je nach Lage zum Einsatz verschiedener Mittel wie Pfefferspray, Schlagstock, bis hin zum Schusswaffengebrauch.

Bilder vom Einsatztraining der Polizei

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