Nachbarschaftsposse in Rottach-Egern

Bäckerei-Streit nun auch als Lied

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Rottach-Egern - Ein Ehepaar fühlt sich gestört von den Gerüchen der Bäckerei nebenan. Bis Dienstag hatte die betroffene Bäckerin Zeit, sich zu äußern. Wie geht es nun weiter?

Update, 10.40 Uhr

Zu dem Bäckerei-Streit in Rottach-Egern gibt es nun sogar ein Lied. Oimara, ein bayerische Liedermacher und moderner Gstanzler mit Hang zum Blues, wie er sich selbst auf seiner Facebook-Seite nennt, hat das entsprechende Video beim sozialen Netzwerk hochgeladen.

Hinter dem Pseudonym Oimara steckt der Rottacher Beni Hafner. Sogar in einer Fernsehshow des Kabarettisten Dieter Nuhr ist er bereits aufgetreten.

Musikalisch beschäftigt er sich mit dem Leben an sich und weltpolitischen Ereignissen, aber auch den Entwicklungen im Tegernseer Tal. Folglich hat er nun auch auf kabarettistische Weise den Bäckerei-Streit aufgegriffen.

Vorbericht

Die Frist ist abgelaufen. Bis zum 5. September hatte Bäckerin Evi Tremmel Zeit, um sich zu den Geruchsvorwürfen wegen ihres Betriebes in Rottach-Egern zu äußern.

Doch nun scheint der Nachbar, der sich über die Düfte aus der Bäckerei beschwert hat, einen Gang zurückzuschalten in dem Streit.

So übermittelt es der Anwalt des Ehepaares, Heino von Hammerstein. "Das Problem muss im Sinne des Ortsfriedens und in Ruhe gelöst werden", erklärt der Anwalt gegenüber unserem Partnerportal merkur.de.

Man werde daher nicht auf irgendwelchen Fristen beharren, sondern versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden. Folglich sei der 5. September kein Ultimatum für die Bäckereibesitzerin. Sogar der Landrat hatte sich zuletzt geäußert zu dem Fall.

Der Anwalt betont jedoch auch, dass die Beschwerde seines Mandanten durchaus berechtigt sei. Auch stellt er klar, dass der Nachbar seinen Erstwohnsitz in Rottach-Egern habe - und diesen auch behalten werde: "Von einem Zweitwohnsitzler, der nur selten hier ist und dann nur meckert, kann also nicht die Rede sein."

Bäckersfrau Evi Tremmel hält sich mittlerweile auch mit Äußerungen zurück. Nachdem sie sich mit dem Brief des Anwalt an die Öffentlichkeit gewandt hat, hat die jede Menge Solidarität erfahren.

Der Nachbar soll im Übrigen kein Unbekannter sein. Er soll unter anderem auch auf Sylt leben und über ausreichend Geld verfügen, berichtet die Tegernseer Stimme. Etwa fünfzig Meter liegen zwischen der Dachgeschosswohnung des Ehepaares und der Bäckerei, die es seit 65 Jahren an der Stelle gibt.

In einem ZDF-Beitrag soll der Nachbar vergangene Woche zu sehen gewesen sein. Das Polit-Magazin "Frontal 21" stellte den Mann im Beitrag "Die ungerechte Republik – Arm und Reich in Deutschland" vor.

Um einen Münchener Headhunter soll es sich demnach handeln, der in dem Beitrag freimütig bekennt: "Es freut einen schon, Geld zu haben". Zu dem Vorfall in Rottach-Egern hat sich der Mann bisher nicht geäußert, trotz mehrerer Anfragen.

ksl

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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