In Rottach-Egern

Streit um Bäckerei-Geruch: Jetzt spricht der Landrat

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Rottach-Egern - Die neuen Nachbarn einer Bäckerei legten per Anwalt bei dieser Beschwerde über angeblich unangenehme Gerüche ein und setzten eine Frist. Nun schaltet sich der Landrat des Kreises Tegernsee ein.

"Der Zweitwohnungsbesitzer sollte überlegen, ob er sein Zweitdomizil nicht woanders aufschlägt", schreibt der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) in einem Post auf seiner Facebook-Seite. Damit bezieht er klar Stellung im Streit um die nach Ansicht eines Nachbarn teils unangenehmen Bäckerei-Gerüche in Rottach-Egern. "Schön, dass es noch Solidarität gibt!", freut er sich außerdem über die Haltung seiner Mitbürger in dieser Sache.

Facebook-Nutzer beklagt Wortwahl gegen Ehepaar

Dafür gibt es reichlich Lob in den Kommentaren unter seinem Post. Doch auch mahnende Stimmen klingen an: "Solidarität – ja ganz sicher. Und dass die Aktion der Nachbarn vermutlich ein Schmarrn ist und in jedem Fall andere Lösungen klüger gewesen wären, ist auch klar. Trotzdem bin ich sehr erschrocken über die Wortwahl und Massivität, die – teilweise auch hier – in den Kommentaren zum Ausdruck kommt", schreibt ein Facebook-Nutzer. 

Auch der Anwalt des Ehepaars hatte bereits angemahnt, dass seine Mandanten sich durch den teilweise massiven Hass, der ihnen entgegenschlägt auch gesundheitlich angeschlagen fühlen: "Die Eheleute leiden massiv unter dieser Stimmungsmache und den Anfeindungen unsachlicher Art", erklärte er gegenüber dem Münchner Merkur. Es seien ältere Leute. Nach Ansicht des Juristen grenzten viele Kommentare im Internet an "Fremdenfeindlichkeit".

Landrat: Es darf kein modernes Haberfeldtreiben geben

Auch der Landrat stellte gegenüber unserem Partnerportal merkur.de klar, dass es kein modernes Haberfeldtreiben geben dürfe. Er stehe aber hinter seiner eigenen Aussage. Das anwaltliche Vorgehen gegen die Bäckerei "funktioniert so nicht". Er könne grundsätzlich verstehen, dass die Leuten angesichts immer mehr derartiger Fälle, wie etwa dem "Kuhglocken-Streit" inzwischen recht aufgebracht reagierten.

Da die vom Anwalt der Nachbarn gesetzte Frist, für eine Änderung der Abluftsituation zu sorgen, am Dienstag verstreicht landet die Sache dann beim Landratsamt. Dieses würde selbstverständlich die Beschwerde der Nachbarn überprüfen, sofern diese ans Landratsamt weitergereicht werde, erklärte Rzehak. "Wir werden aber alles versuchen, dass die Bäckerei weiter betrieben werden kann."

Rubriklistenbild: © dpa

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