Horror-Crash: So tief trauert Rottau

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Grassau/Rottau - Rottau weint. Der Ort weint um Michael (18), der am Donnerstag auf der B305 sein Leben ließ. Seine Freunde wurden bei dem Horror-Crash vom Donnerstag (wir berichteten) schwer verletzt. Zwei ringen noch mit dem Tod.  *Video*

Wer durch den Grassauer Ortsteil Rottau spaziert, erlebt eine Ortschaft, die wie gelähmt ist. Das öffentliche Leben ist fast zur Ruhe gekommen, die Straßen sind wie leer gefegt. Die Menschen sind schockiert. Nur einen Kilometer von der Ortsgrenze entfernt, ist einer der ihren auf tragische Weise aus dem Leben gerissen worden.

Unfallopfer Michael aus Rottau.

Am Unfallort selbst erinnern nur noch Details an die schrecklichen Szenen, die sich Stunden zuvor hier abgespielt haben. Der Gehweg ist ölverschmiert, der Gestank von Benzin beisst sich in die Nase derer, die hier vorbeikommen. Kinder - höchstens im Grundschulalter -  starren auf die Leitplanke, die stumm und verbeult von der Wucht des Aufpralls des Autos zeugt. Touristen die auf ihren Rädern vorbeikommen, steigen ab und betrachten das Foto von Michael.

Freunde haben es dort abgelegt. Paarweise stehen sie nun vor dem Bild, das von Kerzen und roten Rosen umrahmt ist. Sie sind fassungslos, dass hier ein junger Mann starb, der diese Strecke schon hunderte Male gefahren ist. Sie gedenken Michael und beten für seine Freunde, die mit im Unfallwagen saßen und zum Teil schwer verletzt wurden. Einer von ihnen ist der jüngste Sohn des Bürgermeisters von Grassau. Dieser ging am Tag nach dem schrecklichen Unfall pflichtbewusst ins Rathaus und arbeitete für seine Gemeinde. „Hier geht alles heute drunter und drüber“,  versucht seine Sekretärin zu erklären.

Die schrecklichen Szenen vom Unfallort

Tödlicher Verkehrsunfall

Die anderen beiden Opfer sind die Söhne eines leitenden Gemeindeangestellten. Er ist verständlicherweise nicht ins Büro gekommen, sondern wacht im Krankenhaus bei seinen Kindern, die dort noch mit dem Tode ringen.

In Rottau, dem rund 1000 Einwohner fassenden Ortsteil Grassaus, ist der Unfall überall Gesprächsthema. Zwei ältere Männer unterhalten sich sogar auf der Straße darüber. Jeder kannte Michael. Jeder kennt die Burschen, die jetzt im Krankenhaus liegen. Jeder bangt und fühlt mit den Eltern. Die Gedanken sind aber auch bei den beiden schwerverletzten Lkw-Insassen, dem 51-jährigen Fahrer aus Bad Aibling und dem 57-jährigen beifahrer aus Rosenheim.

Rottau nach dem Unglück

Der Tag nach dem Unglück

Auch die Verkäuferin eines Kiosks in Grassau ist im Gedanken bei den Unfallopfern. Die Buben seien oft zu ihr gekommen, um Süßigkeiten oder Zeitschriften zu kaufen. Auf die traurige Nachricht reagiert sie hilflos: „Wenn so etwas Schreckliches passiert, ist es vorbestimmt“.

Die vier Burschen hatten sich übrigens auf ein schönes Wochenende gefreut. Es heißt, sie wollten alle gemeinsam zu einem Rockkonzert.

Michaels Beerdigung ist am Dienstag, 9. Juni, um 14 Uhr in Rottau.

ch/kum

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