Warum der Crash so teuer war

Nach Unfall an Bahnübergang bei Warngau: 1,5 Millionen Euro Schaden!

Warngau/Lochham - Am Dienstagmittag ereignete sich gegen 12.30 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall an einem Bahnübergang bei Lochham in der Gemeinde Warngau (Landkreis Miesbach). Bei dem Unfall wurden drei Personen schwer verletzt, darunter auch ein Baby. Zudem entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.

Wie am 8. September bereits berichtet, wurde gegen 12.30 Uhr ein Großaufgebot an Rettungskräften zu einem Bahnübergang bei Lochham alarmiert, wo sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignete. Ein 29-Jähriger aus Baden-Württemberg überquerte mit seinem Peugeot 308 den unbeschrankten Bahnübergang in Richtung Thann und übersah dabei wohl einen herannahenden Zug der BRB.

Nach dem Zusammenstoß mit dem Zug soll der Peugeot gegen ein Schalthäuschen neben dem Bahnübergang geschleudert worden sein. Das Auto, in welchem neben dem Fahrer auch eine 22-jährige Frau sowie ein vier Monate altes Kind saßen, wurde dabei komplett zerstört.

Die Beifahrerin wurde bei dem Unfall eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden, wie die Polizei berichtet. Alle drei Insassen wurden mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser nach Miesbach und München gebracht. In dem Zug befanden sich 46 Personen, welche bei dem Unfall allesamt unverletzt blieben und mit einem Bus zum Bahnhof Holzkirchen befördert wurden.

Knapp 1,5 Millionen Euro Schaden

Durch den Aufprall des Fahrzeugs am Schalthäuschen neben den Bahngleisen wurde dieses ebenfalls stark beschädigt. Laut ersten Schätzungen der Polizei vor Ort dürfte der entstandene Sachschaden knapp eineinhalb Millionen Euro betragen. Ein Bahnsprecher erklärte auf Anfrage von rosenheim24.de, dass in dem Schalthäuschen die Technik für insgesamt vier Bahnübergänge untergebracht war. Diese Technik sei weitestgehend zerstört worden, weshalb diese vier Bahnübergänge nun von Hand abgesichert werden müssten.

Nach Angaben des Sprechers sollen zwar zeitnah mobile Schrankenanlagen installiert werden, jedoch müssten diese ebenfalls manuell bedient werden. Das Absperren von Bahnübergängen per Hand ist eine gängige Praxis bei Schäden oder Störungen von Bahnübergängen. Besonders kurios war im Herbst 2018 die Absperrung eines Bahnübergangs bei Waakirchen im Landkreis Miesbach, der über mehrere Monate mit einer rot-weißen Partygirlande abgesperrt werden musste.

Weiterhin Verspätungen von wenigen Minuten

„Da Leit- und Sicherungstechnik stets individuell für den jeweiligen Bahnübergang aufgebaut und programmiert werden muss, zudem nun auch noch sehr hohe Betriebskosten für die beschriebenen Ersatz-Sicherungsmaßnahmen entstehen, sind die Unfallfolgen auch finanziell gravierend.“, so der Bahnsprecher weiter. Durch die Sicherung der Bahnübergänge durch Bahnbedienstete wird es wohl auch weiterhin auf der betroffenen Strecke zu Verspätungen von wenigen Minuten kommen.

Während der Unfallaufnahme sowie den Ertüchtigungsmaßnahmen am Zug war die Bahnstrecke für rund drei Stunden gesperrt. Im Einsatz waren rund 50 Einsätzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Holzkirchen beziehungsweise der Freiwilligen Feuerwehr Warngau. Ebenso waren mehrere Rettungswagen und zwei Rettungshubschrauber vor Ort, der Unfall wurde durch Beamte der Polizeiinspektion Holzkirchen aufgenommen.

aic

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