Zwischen Burghausen, Laufen und Freilassing 

B20 in Transitverbot nicht enthalten, "weil dort schon Mautpflicht herrscht"

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Als Retourkutsche für das Fahrverbot für Lkw im Transit im nördlichen Flachgau will das Berchtesgadener Land, dass der Transit im Kleinen Deutschen Eck über Lofer eingeschränkt wird.

Salzburg. Der Streit wegen des geplanten Lkw- Transitfahrverbots auf der b156 – Lamprechtshausener Straße – zwischen Salzburg und Oberösterreich ist beigelegt.

Die beiden Landeshauptleute einigten sich auf ein „großräumiges Fahrverbot für Lkw im Transit, das auch bayerische Gemeinden umfasst“, so Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Die bayerischen Gemeinden sind allesamt Kommunen, die direkt an den Bezirk Braunau angrenzen, zum Beispiel Simbach. Die Ausweichroute B20 über Burghausen, Tittmoning, Laufen und Freilassing ist in diesem Paket nicht enthalten, „die B20 wird als Ausweichroute aktiviert“, befürchtet Andreas Bratzdrum, Sprecher des Landratsamtes. Der Landkreis Berchtesgadener Land will prüfen, ob die Transitstrecke über das sogenannte Kleine Deutsche Eck im Gegenzug eingeschränkt werden kann, dass müsste allerdings das Bayerische Verkehrsministerium mit dem Wiener Verkehrsministerium aushandeln. Bisher gibt es nur ein Nachtfahrverbot für Brummis über 7,5 Tonnen von 22 Uhr bis 6 Uhr, das aber nach Ansicht der betroffenen Anrainerbürgermeister zu wenig kontrolliert wird.


In einer gemeinsamen Presseerklärung der Bundesländer Salzburg und Oberösterreich heißt es, dass sich die beiden Länder auf ein Gesamtpaket für den nördlichen Flachgau und den Bezirk Braunau geeinigt hätten, „auch bayerische Gemeinden sind umfasst“. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass nur Gemeinden in unmittelbarer Nachbarschaft zum oberösterreichischen Bezirk Braunau gemeint sind. Auf Nachfrage erklärt Christoph Bayrhammer, Sprecher von Verkehrslandesrat Stefan Schnöll, dass es für die B20 „ganz andere Überlegungen gibt“. Für diese Strecke gelte seit 1. Juli 2018 die Lkw-Maut wie für deutsche Autobahnen, „seither gibt es einen zusätzlichen Ausweichverkehr auf die österreichische Seite“, Daten einer Zählstelle würden dies belegen. So würden durch Laufen täglich 580 Lkw fahren während es auf Salzburger Seite 1270 Lkw durch Lamprechtshausen seien. Zudem seien die Salzachbrücken in Tittmoning und Laufen für den Lkw- Schwerverkehr gesperrt.

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (l.) und Wilfried Haslauer einigten sich auf großflächige Fahrverbote für Lkw im Transit.

Mit der Einigung ist jetzt zumindest der Streit zwischen Salzburg und Oberösterreich beigelegt, nachdem Salzburgs Verkehrslandesrat Stefan Schnöll bereits im Dezember angekündigt hatte, für die Lamprechtshausener Straße in Salzburg einseitig ein Transitfahrverbot für Lkw zu erlassen. Konkret gibt es künftig Fahrverbote auf der B156 Lamprechtshausener Straße, der B147/B1 Braunauer Straße/Wiener Straße) und der L505/L101 Mattseer Landesstraße. Grundsätzlich gelten die Fahrverbote für alle Lkw über 7,5 Tonnen mit Anhänger sowie Sattelkraftfahrzeuge, sowohl auf der Salzburger Seite als auch auf der oberösterreichischen Seite. Als Ziel- und Quellverkehr erlaubt sind zahlreiche bayerische Gemeinden wie zum Beispiel Kirchdorf am Inn, Simbach und andere Nachbarorte im Bezirk Braunau.

Das Salzburger Fahrverbot auf der B156 tritt mit 15. März in Kraft. Oberösterreich wird auf seinem Teil der B156 mit demselben Verbot mit 1. Mai nachziehen. Alle anderen Fahrverbote werden gemeinsam abgestimmt am 1. Mai in Kraft treten.

Im Berchtesgadener Land wird es am 16. März eine Demonstration an der Salzachbrücke bei Laufen geben, die Bürgermeister von Burghausen, Tittmoning und Laufen, sowie Saaldorf-Surheim und Laufen werden ab 6.30 Uhr gemeinsam mit Bürgern gegen den befürchteten Ausweichverkehr protestieren, die Salzachbrücke wird dann zwischen 6.30 Uhr und 8 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt sein.

hud

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