Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Salzburger Astrofotograf Rochus Hess

Weltweit erste Aufnahme eines neu entdeckten planetarischen Nebels

Rochus Hess am 1-Meter-Spiegelteleskop auf der VEGA-Sternwarte Haus der Natur.
+
Rochus Hess am 1-Meter-Spiegelteleskop auf der VEGA-Sternwarte Haus der Natur.

„Strottner-Drechsler 31“ ist ein spektroskopisch bestätigter planetarischer Nebel im Sternbild Schlange. Er wurde 2020 vom deutsch-französischen Forscherteam Marcel Drechsler und Xavier Strottner entdeckt. Der Salzburger Astrofotograf Rochus Hess kann der Welt nun zeigen, wie dieses Himmelsobjekt aussieht. Seine Aufnahme von „StDr31“ ist auf der „VEGA- Sternwarte Haus der Natur“ entstanden.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Salzburg - Dem Salzburger Astrofotografen Rochus Hess gelang es mit dieser Aufnahme erneut, einen kürzlich entdeckten planetarischen Nebel des Forscherteams Drechsler-Strottner zu fotografieren – weshalb er nun zum Namensgeber des Nebels wurde: Der Eigenname des planetarischen Nebels „StDr31" lautet jetzt „Rochus’ Blossom Nebula“ („Rochus’ Blütennebel“). Planetarische Nebel markieren das letzte Stadium sterbender Sterne. Sie sind – in kosmischen Dimensionen gedacht – flüchtige Erscheinungen und existieren nur einige zehntausend Jahre. Seit 2019 katalogisieren die beiden Amateurastronomen Xavier Strottner und Marcel Drechsler planetarische Nebel in einer frei zugänglichen Datenbank. Inzwischen haben sie etwa 140 dieser Objekte dokumentiert. Nach systematischer Suche in Himmelsaufnahmen identifizieren sie Bereiche mit Hinweisen auf planetarische Nebel. Darauf folgt eine spektroskopische Analyse, in der die Nebel bestätigt werden, ihr Aussehen bleibt aber weiterhin völlig im Dunklen. Um sich ein Bild der entdeckten planetarischen Nebel machen zu können, arbeiten die beiden mit den weltweit besten Astrofotografen zusammen – einer von ihnen ist der Salzburger Rochus Hess.

Rochus Hess ist langjähriges Mitglied der Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur und betreibt seit über 25 Jahren Astrofotografie auf wissenschaftlichem Niveau. Er konzentriert sich vor allem auf Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, wobei ihm das leistungsstarke 1-Meter-Spiegelteleskop auf der 2018 errichteten „VEGA-Sternwarte Haus der Natur“ neue Möglichkeiten eröffnete. „Rochus’ Blossom Nebula“ ist die zweite Aufnahme innerhalb kurzer Zeit, die in der internationalen Fachwelt für Anerkennung sorgt. Im Juni 2020 erhielt Hess die Koordinaten des Nebels von Marcel Drechsler. Da dieses Objekt in unseren Breiten nie sehr hoch über dem Horizont steht und nur in den Monaten Juni und Juli gut zu beobachten ist, war es nicht einfach, genügend Belichtungszeit zu sammeln – die Nächte im Sommer sind kurz. So hat sich dieses Projekt zwar über zwei Jahre ausgedehnt, die Gesamtbelichtungszeit der Aufnahme beträgt aber insgesamt nur 4,5 Stunden, ein niedriger Wert in der Astrofotografie. „Die kurzen Nächte und der tiefe Stand des Nebels über dem Horizont waren eine echte Herausforderung. Als ich schon fast aufgeben wollte, hat Marcel Drechsler mich nochmal motiviert, weiter zu machen“, zeigt Rochus Hess sich dankbar.

Wie entsteht ein planetarischer Nebel?

Die Aufnahme zeigt eine leuchtende Gaswolke, erzeugt von einem sterbenden Stern, der an seinem Lebensende seine äußeren Hüllen nach und nach ins All abstößt. Im selben Maß, mit dem der Stern schrittweise seinen immer heißeren Kern freilegt, wechselt seine Farbe von orange über gelb bis hin zu weiß und schließlich blau. Wenn seine Oberfläche rund 30.000 Kelvin heiß ist, werden hochenergetische Photonen ausgesendet, die das ausgeworfene Gas ionisieren. Die Gashülle wird sichtbar, der Stern im Zentrum hat das Stadium eines Weißen Zwergs erreicht.

Astrofotografie: Das Sichtbarmachen eines Himmelobjekts

Hess: „Das Unsichtbare sichtbar zu machen ist für mich ist so faszinierend an der Astrofotografie. Erst durch die enorm langen Belichtungszeiten kommen die wunderschönen Farben und Strukturen zum Vorschein.“ Für die Aufnahme des Nebels verwendete Hess eine Astro-CCD-Kamera mit gekühltem Kamerasensor, um elektronisches Rauschen zu minimieren. Er erstellte viele Einzelbelichtungen, die er danach mit einer speziellen Software digital entwickelte. Erst so wurden die Details nach und nach sichtbar. Im Sommer 2022 konnte Hess das Projekt erfolgreich abschließen. Strottner, Drechsler und Hess werden jedoch auch in Zukunft Jagd auf bisher unbekannte Objekte des Weltalls machen.

Pressemitteilung Haus der Natur, Museum für Natur und Technik

Kommentare