Gesetz „großzügig“ angewendet

Unterwegs ohne Führerschein und ohne Zulassung - 25-Jähriger liefert Polizei kuriose Erklärung

Ein 25-Jähriger Slowake fuhr mit einem Opel Astra von Wien nach Deutschland, um seinem Bruder zu helfen. Doch er hatte weder eine Zulassung für das Auto, noch einen Führerschein.

Samerberg - Bei einer Kontrolle eines Opel Astra mit Wiener Kennzeichen am Sonntagnachmittag machten die bayerischen Schleierfahnder der PI Fahndung Rosenheim am Sonntagnachmittag erstaunliche Entdeckungen.

Wie die Polizeiinspektion Rosenheim mitteilt, wollte zunächst keiner der am Fahrzeug stehenden vier Slowaken im Alter von 17 bis 25 Jahren den ihnen gehörenden Opel gefahren haben. Aus gutem Grund - denn keiner der Männer hatte eine Fahrerlaubnis. Doch damit nicht genug: Am Auto befanden sich zudem Kennzeichenschilder, die am Tag zuvor in Wien als gestohlen gemeldet wurden.

Gesetz „großzügig“ angewendet

Nach anfänglichem Leugnen räumte einer der Slowaken ein, aus einer Notlage heraus das Gesetz „großzügig“ angewandt zu haben, um seinem Bruder helfen zu können - und erzählte den Schleierfahndern eine unglaubliche Geschichte. 

Wie der Slowake berichtete, sei sein in Wien lebender 21-jähriger Bruder mit zwei Freunden mit dem Fernbus nach Deutschland gefahren, um sich in Freiburg eine Arbeit zu suchen - doch das klappte nicht. Dafür wurde er allerdings von der dortigen Polizei kontrolliert und ein offener Haftbefehl gegen ihn wegen Eigentumsdelikten festgestellt. Nur gegen Zahlung von 600 Euro konnte er der Haft entgehen. 

Auto war weder zugelassen noch versichert

Der Slowake trieb daraufhin das Geld auf und wollte mit dem Auto von Wien aus zu seinem inhaftierten Familienangehörigen eilen. Der Opel war aber weder zugelassen noch versichert. Bekannte aus der Wiener Drogenszene hatten deshalb gegen Zahlung von 30 Euro kurzerhand ein Wiener Kennzeichen von einem geparkten Fahrzeug gestohlen. So ausgestattet setzte er sich in den Opel und fuhr mehrere hundert Kilometer nach Freiburg, obwohl er keine Fahrerlaubnis hatte. Dort „rettete“ er seinen geliebten Bruder aus der Haft. 

Die bayerischen Schleierfahnder setzten der Rettungsaktion allerdings ein Ende und unterbanden die Weiterfahrt. Die Brüder erwarten Anzeigen wegen Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie eines Vergehens nach dem Pflichtversicherungsgesetz. 

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mm/tz

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Pleul (Symbolbild)

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