"Schaufenster" Auwald

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Rosenheim - "Flüsse und Auen sind die Lebensadern Bayerns. Wir wollen auf der LGS diese Auenlandschaft und die Biber erlebbar machen", betonte Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz (BN).

Mit rund 60 Helfern der BN-Gruppen des Orts- und Kreisverbands Rosenheim wird am Mangfallpark den Besuchern die Bedeutung dieses schützenswerten Lebensraumes für 77.000 Tier- und Pflanzenarten nahegebracht. Ziel des BN-Projektbetreuers Michael Hertel ist es, den Auenwald mit "allen Sinnen für alle Altersgruppen erlebbar zu machen. "Auwaldbilder" mit treffenden Bildnamen wie "Klärwerker", "Dreckfänger" oder "Kraftbrecher" sind Schaufenster in das belebte Ökosystem.

Dass für die Rettung des Auwaldes höchste Eile geboten ist, betonte Dr. Kai Frobel, Artenschutzreferent des BN Landesverbandes. In Bayern gebe es nur noch drei Prozent intakte Auenflächen, 90 Prozent der Auwälder sind gerodet, trockengelegt und umgewandelt in Nutzflächen. Der Nutzen von Auwäldern als Hochwasserschutzgebiet und Paradies für Artenvielfalt, Klima und Menschen, geht verloren. Lebensretter dieser artenreichen Auenwaldlandschaft sind laut Dr. Frobel, die Biber. "Inzwischen gibt es in Bayern wieder 3000 Biberreviere mit rund 12.000 Tieren. Das entspricht rund zehn Prozent des ursprünglich Bestandes. Wo sie heimisch sind, wächst durch neue Tümpel und Feuchtbiotope die Auenlandschaft und die Artenvielfalt steigt sprunghaft an", so der Biologe. Um Konflikte zwischen Mensch und Biber zu vermeiden, appelliert der Naturschützer an Landwirte und Waldbesitzer, genügend Abstand zu fließenden Gewässern zu halten. Stellvertretend für ihre Artgenossen leben in einer Biberburg auf der Landesgartenschau "Plitsch und Platsch", zwei junge Biber, die in ihrem Bau vor dem BN-Pavillon zu sehen sind. "Die zwei Jungtiere sind Waisen, die ohne die Hilfe des Menschen noch nicht überleben könnten", so BN-Umweltpädagogin Ulrike Fees. Sie ist verantwortlich für die "Schule im Grünen" sowie für die Mitmachaktionen und die Ferienprogramme "Kleine Wunderwelt im Auenwald" und "Dem Burgherrn Biber auf der Spur".

csi/Oberbayerisches Volksblatt

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