Schleierfahnder machen dicken Fang

Traunstein - In den zurückliegenden 48 Stunden konnten die Beamten der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein einige herausragende Fahndungserfolge verbuchen.

Sowohl auf der Autobahn A8, der klassischen internationalen Durchgangsstraße, als auch in den grenzüberschreitenden Reisezügen zogen die Schleierfahnder mit Haftbefehlen gesuchte Straftäter aus dem Verkehr. Unter anderem mussten für einen mutmaßlichen Totschläger, einem Mehrfachvergewaltiger und einem Profi-Trickdieb in den umliegenden Haftanstalten freie Zellen beschafft werden. Neben der Vereitelung einer Einschleusung von illegalen Migranten aus dem Kosovo, brachten die Fahnder auch die Verwendung von gefälschten Dokumenten zur Anzeige.

Ein ganz besonders dicker Fisch ging den Fahndern am Sonntag gegen 13 Uhr ins Netz. Der mittlerweile in Frankreich lebende 39-jährige Rumäne stand wegen eines vollendeten Tötungsdeliktes ganz weit oben auf der Fahndungsliste. Anfang 2001 hatte die spanische Polizei eine blutverschmierte Leiche in der Badewanne eines Hauses in Malaga aufgefunden. Aufgrund der akribischen Tatortarbeit konnte der jetzt Festgenommene als Hauptverdächtiger identifiziert werden. Noch im Zugabteil wurden dem Mann die Handschellen angelegt. Die Reise nach Salzburg musste er stornieren. Das weitere Auslieferungsverfahren koordiniert die zuständige Generalstaatsanwaltschaft München mit den spanischen Behörden.

Vergeblich wartete am Sonntagvormittag ein 25-jähriger Deutsch-Brite aus Bad Reichenhall auf seinen Zug am Freilassinger Bahnhof. Wegen eines Drogendeliktes aus dem Jahr 2008 lag ein Festnahmeersuchen der Aachener Justiz vor. Aus Mangel an Bargeld muss der gebürtige Engländer nun eine mehrwöchige Haftstrafe antreten.

Mutter und Sohn erwischt

Nahezu zur gleichen Zeit zogen die Kollegen der Straßenfahndung den Beifahrer eines rumänischen Kleinbusses auf Höhe der Autobahnausfahrt Piding-Nord aus dem Verkehr. Der 23-jährige Rumäne hatte gleich zwei „ganz frische“ Haftbefehle wegen Eigentumsdelikten zu Buche stehen. Mit der Bezahlung der geforderten Geldstrafe in Höhe von 400 Euro konnte er zwar einen erledigen, der zweite, ein U-Haftbefehl, führte ihn dann aber doch in die nächste JVA.

Im Tagesverlauf kontrollierten die Fahnder einen französischen BMW bei Anger in südlicher Richtung. Hier erwischte es gleich Beifahrer und eine im Fond sitzende Frau, beide wurden wegen Betrügereien bzw. Diebstählen gesucht. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine rumänische Familie auf der Heimreise. Im Gegensatz zum 20-jährigen Sohn, der wegen eines U-Haftbefehls für längere Zeit in die nächste Haftanstalt einrücken musste, durfte seine Mutter, eine wegen Wechselfallenbetruges in Erscheinung getretene Wiederholungstäterin, nach Angabe einer ladungsfähigen Anschrift die Reise fortsetzen.

Kurz vor Mitternacht musste ein 37-jähriger Bosnier wegen Urkundenfälschung und Fahren ohne Führerschein seinen französischen Audi A6 bei den Schleierfahndern abstellen. Der durchreisende Ex-Jugoslawe hatte bei einer Verkehrskontrolle einen gefälschten kroatischen Führerschein vorgelegt.

Mit einem für 200 Euro in seiner Heimat Pristina „gekauften“ deutschem Aufenthaltstitel flog nur wenige Minuten später ein 32-jähriger Kosovare auf. Das offensichtlich gestohlene Etikett war mit seinen Personalien versehen und anschließend in den Pass geklebt worden. Trotz der professionellen Vorgehensweise flog der Schwindel anlässlich einer Buskontrolle an der Pidinger Autobahnausfahrt auf. Wegen illegaler Einreise und Urkundenfälschung droht dem Mann neben einer empfindlichen Strafe, die Abschiebung in den Kosovo.

Mutmaßlicher Vergwaltiger nach 15 Jahren gefasst

Frühmorgens um 4 Uhr klickten die Handschellen bei einem gesuchten mutmaßlichen Mehrfachvergewaltiger. Wegen illegaler Einreise war der 37-jährige Mann aus dem Kosovo zusammen mit einem zehn Jahre jüngeren Landsmann auf der Autobahn bei Piding festgenommen worden. Im weiteren Verlauf stellte sich dann heraus, welch guten Fang die Fahnder da gemacht hatten. Laut Haftunterlagen wird der vormals in Nordrhein-Westfalen wohnhafte Ex-Jugoslawe beschuldigt, im Jahre 1994 zusammen mit einem namentlich bekannten Mittäter eine Anhalterin sowie eine Diskobesucherin jeweils in einem Waldstück brutal und skrupellos vergewaltigt zu haben. Nach über 15 Jahren muss sich der Kosovare jetzt vor dem Richter verantworten.

Der verantwortliche „Schlepper“, der 39-jährige belgische Fahrer des luxemburgischen Pkw, wurde an die Traunsteiner Kripo übergeben. Dem illegalen Mitfahrer steht die zwangsweise Rückkehr in seine Heimat bevor.

Pressemeldung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser