Nach Leichenfund bei Schnaitsee

Die eigene Mutter getötet! So beschreibt ein Bekannter Uli W. (20)

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Links das (inzwischen unkenntlich gemachte) Vermisstenfoto, mit dem die Polizei seit September nach Ute W. aus Altenmarkt suchte. 
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Altenmarkt/Schnaitsee - Alles deutet darauf hin, dass die lange Zeit vermisste Ute W. getötet wurde - vom eigenen Sohn. Der 20-Jährige gestand die Tat bereits. Was für ein Mensch ist der Altenmarkter?

Was muss in einer Familie passieren, dass der Sohn den undenkbaren Schritt geht? Ein Gewaltverbrechen, ein Mord an der eigenen Mutter. Bisher deutet alles darauf hin, dass die über Monate vermisste Ute W. (53) aus Altenmarkt von ihrem 20-jährigen Sohn Ulrich getötet wurde. Am Mittwochnachmittag fand die Polizei ihre Leiche zwischen Kienberg und Schnaitsee, am Donnerstag dann die Festnahme des jungen Mannes.

So beschreibt der frühere Nachhilfelehrer Mutter und Sohn

"Er war ein ziemlich zurückhaltender Bursche", erzählt uns nun ein Bekannter, der Ulrich W. Ende 2013 für mehrere Wochen Nachhilfe gab. Französisch, 10. Klasse Gymnasium. "Komisch war, dass er sich direkt nach dem Unterricht immer sofort aufs Zimmer verzogen hat. Er hat sich auch kaum verabschiedet", so der ehemalige Nachhilfelehrer.

Ganz anders dagegen Ute W.: Als "super nett" und aufgeschlossen wird sie beschrieben. "Nach dem Unterricht hab' ich mit ihr oft noch lange Gespräche über Gott und die Welt geführt", so der Nachhilfelehrer. Schon damals haben Mutter und Sohn wohlalleine in einer Einfamilienhaus-Siedlung in Altenmarkt gewohnt

"Ich hatte selten so einen guten Schüler"

Eigentlich hätte es die Nachhilfe nicht unbedingt gebraucht: "Der Uli war wahnsinnig schlau, ein bissl faul vielleicht. Aber ich hatte selten so einen guten Nachhilfe-Schüler." Mutter Ute sei es gewesen, die auf noch bessere Noten "erpicht" gewesen sei. Im Frühjahr 2016 schaffte Ulrich W. dann sein Abitur auf einem Gymnasium im Landkreis Traunstein.

Das Waldstück zwischen Kienberg und Schnaitsee war am Donnerstag von der Polizei abgesperrt.

"Er war eigentlich kein Rabauke, kein Schlägertyp. Vielleicht ist nur ein Unglück passiert? Ich war wirklich geschockt", so der Nachhilfelehrer. Doch die Ermittlungsergebnisse der Polizei sprechen bisher eine andere Sprache: "Die Indizien deuten auf ein Gewaltdelikt und die gewaltsame Tötung der Frau hin."

Hand von Ute W. ragte aus dem Boden

Was genau in der Familie vorgefallen ist, bleibt also noch unklar: Auch die Polizei will zu den Hintergründen und den Motiven, die Uli W. hatte, noch keine Angaben machen. Haftbefehl wurde gegen den 20-Jährigen noch am Donnerstag beantragt. Nach unseren bisherigen Informationen soll die Leiche von Ute W. in dem Waldstück zwischen Kienberg und Schnaitsee vergraben gewesen sein - gut zehn Kilometer sind es von dort nach Altenmarkt

Bilder: Polizeieinsatz bei Schnaitsee

Die spielenden Kinder des nächstgelegenen Anwesens waren es, die am Mittwoch die Leiche gefunden hatten: "Ich hab das den Kindern erst gar nicht geglaubt", schilderte der Vater der Kinder, die den Leichnam am Mittwoch entdeckten, gegenüber der Passauer Neuen Presse. Der Großteil ihres Leichnams war wohl vergraben, aus dem Boden ragte nur eine Hand mit nach innen gekrümmten Fingern. Die Hand sei relativ sauber gewesen, aber rötlich-orange verfärbt.

Für Freitagvormittag hat die Polizei weitere Informationen zu dem grausigen Fall angekündigt.

Lesen Sie auchSo äußert sich Schnaitsees Bürgermeister Thomas Schmidinger zu dem Gewaltverbrechen.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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