Vor allem Unter-, Mittel- und Oberfranken betroffen

Schneechaos erreicht Bayern: Weit über 100 Unfälle fordern neun Verletzte - Lkw bleiben stecken

Bei Rudolphstein (Oberfranken) musste das THW auf der A9 Lastwagen freischaufeln
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Bei Rudolphstein (Oberfranken) musste das THW auf der A9 Lastwagen freischaufeln.

Nürnberg/München - Das Schneechaos ist nun auch in Bayern angekommen: In der Nacht auf Montag, 8. Februar, gab es vor allem in der Nordhälfte des Freistaates heftige Schneefälle. Die Auswirkungen waren beziehungsweise sind erheblich.

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Update, 11.16 Uhr - Winter bleibt wohl bis zum Wochenende

Viel Neuschnee und starke Schneeverwehungen haben am Wochenende den Norden und die Mitte Deutschlands in Atem gehalten. Betroffen war wie erwartet die Region vom Münsterland bis nach Sachsen und ins südliche Brandenburg. Oft fielen 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee, lokal auch 40 Zentimeter. In Schneewehen liegt der Schnee über einen Meter hoch. „Vielfach kann man die Schneehöhe gar nicht mehr wirklich bestimmen, da der Schnee zu stark verweht ist. Am Montag gibt es weiteren Schnee, besonders nördlich der Mainlinie schneit es teilweise munter weiter. Rund um Thüringen gelten auch weiterhin Unwetterwarnungen vor starken Schneefällen und Schneeverwehungen (...)„, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met (www.qmet.de) gegenüber dem Wetterportal wetter.net (www.wetter.net).

In der Nacht auf Montag schlug der Winter dann auch im nördlichen Teil Bayerns zu. Betroffen waren vor allem Mittel-, Unter- und Oberfranken. Und das kalte Wetter scheint uns die nächsten Tage erst einmal weiter zu begleiten. „Fakt ist: Der Winter ist gekommen, um zu bleiben. Bis Sonntag geht es hochwinterlich kalt weiter. Am Tag liegen die Höchstwerte fast überall durchweg unter 0 Grad. (...) Der Schnee, der nun gefallen ist, bleibt auch überall liegen. Der Winter hat sich damit fest etabliert. Wann es deutlich wärmer wird, ist derzeit nicht absehbar“, so Jung weiter.

Update, 9.56 Uhr - Weit über 100 Unfälle in ganz Franken

Die Polizei in Oberfranken meldete am Montagmorgen Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Unfälle. Besonders auf hügeligen Strecken entlang der A9 und A72 in den Landkreisen Bayreuth und Hof blieben demnach immer wieder Lastwagen wegen des Schnees liegen. Bei anderen Polizeistationen blieb es weitgehend ruhig.

Das Technische Hilfswerk (THW) befreite derweil in der Nacht auf der A6 Lastwagen vom Schnee. Ein Auto hatte sich während des Schneefalls gedreht und die Fahrbahn versperrt, wie ein Polizeisprecher am Montagmorgen sagte. Etwa 100 Fahrzeuge stauten sich im Anschluss am Sonntagabend auf der A6 zwischen dem Kreuz Nürnberg-Süd und Roth in Fahrtrichtung Amberg. Bis das Auto geborgen wurde, seien etliche Lastwagen eingeschneit worden. Das Technische Hilfswerk befreite die Fahrzeuge bis in die Nacht hinein. Verletzt wurde niemand.

In ganz Mittelfranken kam es seit dem Beginn des Schneefalls am Sonntag bis zum Montagmorgen zu 73 Unfällen, mindestens neun Menschen wurden verletzt. In Franken fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 5 bis 15 Zentimetern Neuschnee.

Update, 8.29 Uhr - Auch auf A9 bleiben Lkw stecken - zahlreiche Unfälle

Schnee und Glätte haben in der Nacht auf Montag im Regierungsbezirk Oberfranken nach Polizeiangaben zu insgesamt 32 Unfällen geführt. Zudem blieben auf der A9 (München - Berlin) bei Rudolphstein (Landkreis Hof) mehrere Lastwagen an einer Steigung stecken und mussten vom THW abgeschleppt werden. „Das THW ist gekommen und die haben gesagt, ich soll die Stange anbringen, die kommen mich gleich holen und schleppten mich dann zur Tankstelle“, schilderte ein Lkw-Fahrer vor Ort die Lage gegenüber der Agentur News5.

Eine Schrecksekunde erlebte indes ein Autofahrer, als er unter der Autobahn hindurch fuhr. Genau in diesem Moment fuhr oben der Winterdienst vorbei und schob dabei die Schneemassen zur Seite, die teilweise auf die darunter vorbeiführende Straße stürzten. Dabei wurde auch das dort fahrende Auto getroffen. Der Fahrer kam glücklicherweise mit dem Schrecken davon.

Update, 7.20 Uhr - Lkw-Chaos wegen Schnee auf A6

Die hereinbrechende Schneewelle machte vielen Lastwagen und anderen Verkehrsteilnehmern in Franken schwer zu schaffen. Am Sonntagabend, 8. Februar, ging deswegen auch auf der A6 (Heilbronn - Nürnberg) zwischen Schwabach und Nürnberg teilweise gar nichts mehr. An einer Steigung blieben rund 30 Lastwagen hängen. Ein Lkw stellte sich komplett quer und blockierte deswegen die gesamte Fahrbahn. Deswegen standen in Fahrtrichtung Nürnberg bis zu 200 Lastwagen im Stau.

Die zuständige Autobahnpolizei war mit zahlreichen Streifen im Einsatz. Zudem musste auch das Technische Hilfswerk (THW) anrücken, um mehrere Lastwagen aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Laut Informationen von vor Ort, hatte der Lkw, der sich komplett quer stellte, überhaupt keine Schneeketten dabei.

Lastwagen bleiben in Schneechaos auf A6 in Franken liegen

Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5
Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5
Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5
Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5
Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5
Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5
Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5
Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5
Schneechaos A6 Mittelfranken Lastwagen
Auf der A6 in Mittelfranken blieben im Schneechaos zahlreiche Lkw liegen. © NEWS5

Vor allem Unter-, Mittel- und Oberfranken betroffen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte im Vorfeld vor heftigen Schneefällen mit Neuschnee-Mengen von bis zu 25 Zentimetern gewarnt, die dann in Teilen von Mittel-, Unter- und Oberfranken auch fielen. Zudem warnte der Wetterdienst vor erheblichen Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr (News-Ticker Samstag/Sonntag, 6./7. Februar).

Die Polizei in Oberfranken meldete am frühen Montagmorgen, 8. Februar, Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Unfälle. Besonders auf hügeligen Strecken entlang der A9 (München - Berlin) und A72 (Hof - Plauen) in den Landkreisen Bayreuth und Hof blieben demnach immer wieder Lastwagen wegen des Schnees liegen. Auch bei Schwabach (Landkreis Roth) waren am Sonntagabend auf der A6 (Nürnberg - Heilbronn) immer wieder Lkw liegen geblieben.

Schulausfälle am Montag

Mehrere Landkreise hatten bereits am Sonntag auf die Wetterprognose reagiert und angekündigt, dass trotz Corona-Lockdowns der Schulunterricht ausfällt. Laut Meldeportal des Bayerischen Kultusministeriums waren folgende Städte/Landkreise betroffen:

  • Stadt und Landkreis Schweinfurt 
  • Landkreis Bad Kissingen 
  • Landkreis Kitzingen: Präsenzunterricht und Not-Betreuung entfallen, Distanzunterricht findet statt
  • Landkreis Rhön-Grabfeld: Präsenzunterricht und Not-Betreuung entfallen, Distanzunterricht findet statt
  • Stadt Würzburg
  • Landkreis Würzburg: Präsenzunterricht und Not-Betreuung entfallen
  • Landkreis Main-Spessart: auch hier werden explizit Unterricht und Notbetreuung erwähnt
  • Stadt und Landkreis Bamberg: kein Präsenzunterricht und keine Not-Betreuung am Montag

Schneechaos zuvor bereits weiter nördlich unterwegs

Zuvor hatte das Schneechaos bereits weiter nördlich für erhebliche Behinderungen gesorgt. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Thüringen gab es nach Schneeverwehungen und Neuschnee auf spiegelglatten Straßen zahlreiche Unfälle. Es fielen bis zu 40 Zentimeter Schnee. Bei Hagen (Nordrhein-Westfalen) stürzte ein Zirkuszelt, in dem sich insgesamt 13 Tiere befanden, wegen der Schneemassen in sich zusammen. Die Rettungskräfte befanden sich vielerorts im Dauereinsatz. Zudem fielen auch die Fußballspiele zwischen Arminia Bielefeld gegen Werder Bremen (1. Liga) und SC Paderborn gegen 1. FC Heidenheim (2. Liga) den Witterungsbedingungen zum Opfer.

*Weitere Informationen folgen in Kürze!*

mw

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