Zuschüsse vor allem in Corona-Zeiten wichtig für Vereine

Sportgemeinschaft Schönau stellt Ausgaben auf Prüfstand - 4.000 Euro fehlen

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Thomas Janzen will, dass die Kinder in der SG Schönau unbeschwert Sport treiben können.

Schönau am Königssee - Mitgliederbeiträge, Zuschüsse, Einnahmen aus Sponsoring und Spenden, so finanzieren sich die meisten Sportvereine in der Region. Durch Corona brechen viele Einnahmen weg. Was passiert, wenn auch der versprochene Bonus nicht ausgezahlt wird.

Kinder und Jugendliche erleben in einem Verein echte Kameradschaft und Freundschaft. Das Vereinsleben begleitet sie oft über Jahre, wenn nicht ein Leben lang. Corona hat das kurzzeitig ausgebremst, aber vor allem in Sportvereinen nimmt es jetzt wieder Fahrt auf.

Dabei ist es Thomas Janzen, dem 1. Vorsitzenden der SG Schönau wichtig zu betonen, dass das für die Ehrenamtlichen nicht ganz einfach ist. „Bei einem Sportverein kommen jetzt natürlich zusätzlich zu der Bürokratie, die schon zu viel ist, der Entwurf und die Umsetzung von entsprechenden Hygienekonzepten dazu“, wird er gegenüber BGLand24.de konkret.

Antragsfrist übersehen: Verliert die SG Schönau 4.000 Euro?

Die SG Schönau setzt diese Konzepte um, der Vereinsbetrieb läuft in allen Abteilungen, aber ein Problem gibt es doch. Der Antrag für die Vereinspauschale des Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration wurde nicht rechtzeitig gestellt. „Wir reden hier je nach Zählweise von ein bis zwei Tagen“, äußert Janzen gegenüber dem Berchtesgadener Anzeiger.

Diese ein, zwei Tage bedeuten aber einen Verlust für den Verein von mindestens 2000 Euro eventuell sogar 4000 Euro. „Stichtag für die Abgabe von Anträgen auf Gewährung der Vereinspauschale ist grundsätzlich der 1. März eines Förderjahres. Da der 1. März dieses Jahr auf einen Sonntag fiel, endete die Antragsfrist 2020 nach den Vorgaben des Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetz ausnahmsweise am 2. März. Entscheidend ist der Eingang beim Landratsamt bzw. -bei einem Versand mit der Post- das Datum des Poststempels“, heißt es aus dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung, Kommunales im Landratsamt Berchtesgadener Land.

„Nach einer eindeutigen Vorgabe des Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration handelt es sich bei dieser Frist (Stichtagsregelung) um eine Ausschlussfrist, bei der sich Ausnahme- oder Härtefallregelungen verbieten. Auf diese Regelung wurden alle Vereine, die im Vorjahr einen entsprechenden Antrag gestellt hatten, durch das Landratsamt - ohne dazu verpflichtet zu sein - bereits Mitte Januar 2020 nochmals ausdrücklich schriftlich hingewiesen.“

SG Schönau hofft weiter auf Corona-Bonus

„Die Ausschüttung der Vereinspauschale ist nach Aussage des Landratsamtes Berchtesgadener Land leider nicht mehr möglich“, bestätigt Thomas Janzen. „Ich habe aber die Hoffnung, dass der Verein die Corona-Hilfe noch bekommt.“ Denn der Freistaat Bayern hatte versprochen, die Vereinspauschale in diesem Jahr zu verdoppeln, da den Vereinen Veranstaltungen wegfallen, bei denen sie Einnahmen generieren und durch die Hygienemaßnahmen zusätzlich höhere Kosten entstehen.

Landrat Bernhard Kern sei sehr bemüht, die 2.000 Euro die als Corona-Hilfe gedacht sind, noch ermöglichen zu können. „Er ist hierzu in Gesprächen mit der Regierung von Oberbayern“, freut sich Janzen über die Unterstützung, die er auch vom Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, Hannes Rasp,  jederzeit und in jeder Hinsicht bestmöglich bekomme.

„Die Gemeinde zeigt sich generell sehr großzügig, was die Förderung von Ehrenamt und Vereinen angeht. Wenn Bund, Land, Bezirk und Kreis eine ähnlich zuvorkommende und großzügige Einstellung gegenüber des Ehrenamtes hätten, wie die Gemeinde Schönau am Königssee das hat, wäre die Welt für die Ehrenamtlichen in Ordnung“, betont der Vereinsvorsitzende.

Durch Zuschussverlust: Dringende finanzielle Ausgaben auf dem Prüfstand

Dennoch müssen auch Landrat und Bürgermeister die Wahrung der Fristen achten, deshalb hat Janzen es mittlerweile akzeptiert, dass er nur noch Hoffnung auf den Corona-Bonus haben kann, aber: „Durch die an sich schon angespannte finanzielle Situation auf Grund der Corona-Pandemie, wirkt sich der nicht gegebene Zuschuss erschwerend aus. Wir versuchen die Vereinsarbeit, gerade was unsere Kinder und Jugendlichen angeht, gut aufrechtzuerhalten. Wir müssen aber dringend notwendige finanzielle Ausgaben auf den Prüfstand stellen und kürzen.“

Janzen selbst stellt sogar seine Personalie auf den Prüfstand. Gegenüber der SG Schönau hat er bereits angekündigt, bei der nächsten Vorstandswahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen. „Ob ich wirklich mein Amt zur Verfügung stelle, hängt auch davon ab, wie die Sache mit der Corona-Hilfe für den Verein ausgeht“, erklärt er gegenüber BGLand24.de.

Für die SG Schönau ist das Thema also nicht vom Tisch. Auch Hannes Rasp hat versprochen es als Bürgermeister bei der Regierung von Oberbayern zu versuchen, dass der Verein die Förderung erhalte. Doch auch er betont gegenüber BGLand24.de: „Bei der Antragstellung handelt es sich um eine sogenannte Ausschlußfrist, es wird nicht einfach werden.“

cz

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