Hitzige Diskussionen um das Ladenschlussgesetz

"Ich habe vollstes Verständnis für den Unmut der Geschäftsleute"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Ladenzeile am Königssee
  • schließen

Schönau am Königssee - Bei den Geschäftsleuten am Königssee brodelt es gewaltig. Der Grund: Das Bundesladenschlussgesetz und seine Auswirkungen auf die Händler am Königssee. Das sagt die hiesige Politik dazu:

Weiße Leinentücher verbergen an Sonn- und Feiertagen einen Teil der Verkaufsflächen am Königssee. Manche Geschäfte dürfen gar nicht erst öffnen. Der Grund: Das Bundesladenschlussgesetz. Das Gesetz bestimmt, welche Produkte an Sonn- und Feiertagen verkauft werden dürfen und welche nicht. 

Die Geschäftsleute sind darüber nicht wirklich glücklich, geht ihnen doch ein unerheblicher Umsatz verloren. Ebenfalls nicht wirklich begeistert sind die Touristen und Tagesausflügler. Nicht nur, dass die abgehängten Flächen ziemlich trostlos ausschauen, sie haben somit auch wesentlich weniger Auswahl an Souvenirs und Mitbringseln. Geht gar ein Bergstiefel oder Rucksack oder fehlt eine Regenjacke, dann sind diese Produkte überhaupt nicht mehr an diesen Tagen am See zu erwerben.

BGLand24.de hat mit ein paar Politikern vor Ort zu diesem Thema gesprochen und sie um ihre Meinung gebeten:

Hannes Rasp, Erster Bürgermeister Gemeinde Schönau a. Königssee

"Bayern ist eines der modernsten, fortschrittlichsten und erfolgreichsten Bundesländer. Gesetze und Vorschriften die veraltert sind werden überarbeitet und den neuen Gegebenheiten angepasst

Wenn man an den Grundsätzen des Bundesladenschlussgesetzes, das über 60 Jahre alt ist festhält, habe ich Verständnis. Aber es kann nicht sein, dass an der Sortimentsbeschränkung aus den 50iger Jahren festgehalten wird, die keinesfalls mehr den Bedürfnissen der heutigen Gäste entspricht

Es wäre einfach, das alte Bundesgesetz in ein angepasstes, den heutigen Bedürfnissen der Kunden überarbeitetes Landesgesetz zu überführen. Alle anderen Bundesländer haben es dem Bayerischen Landtag vorgemacht, unsere Gäste am Königssee haben für die geschlossenen Geschäfte kein Verständnis. Die regelmäßigen Beschwerden sind der Beweis!"

Maria Stangassinger, Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Maria Stangassinger: „Ich habe Verständnis für die Sorgen der Geschäftsleute an der Seestraße. Trotzdem muss hier die Politik eine Entscheidung treffen, die für alle bindend ist.“

Michaela Kaniber, MdL

Ich habe vollstes Verständnis für den Unmut, der unter den Geschäftsinhabern am Königssee herrscht. Mir sind Fälle bekannt, in denen hohe Bußgelder verhängt wurden, weil an Sonn- und Feiertagen Produkte verkauft wurden, die nicht zum touristischen Sortiment zählen. Regelmäßige Kontrollen finden nur hier statt – nicht aber in anderen Tourismusgebieten in Bayern. 

Darüber habe ich in dieser Woche sowohl Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, Emilia Müller, als auch Ministerpräsident Horst Seehofer in einem Schreiben informiert und sie zum Handeln aufgefordert: Das Gleichheitsprinzip muss hergestellt werden

Darüber hinaus wäre eine Anpassung der Ladenöffnungszeiten sowie ein veränderter Warenkatalog nur zeitgemäß: Urlauber haben einen grundverschiedenen Freizeitgedanken, sie wollen auf Reisen gezielt einkaufen können.Ich sehe das Ministerium daher in der Pflicht, die Unternehmer am Königssee ernst zu nehmen.“

Lesen Sie am Donnerstag auf BGLand24.de was das Landratsamt, sowie Bevölkerung und Kunden zu diesem Thema sagen.

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser