Seeforelle soll wieder heimisch werden im Königssee

Kehrt die "Königin der Alpenseen" zurück? 

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So schaut die Seeforelle aus
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Schönau am Königssee - Die Seeforelle ist seit rund zehn Jahren im Königssee kaum noch anzutreffen. Das soll sich nun ändern:

Der Fischfang am Königssee hat eine lange Tradition. Um 1160 herum, sollen bereits geräucherte Saiblinge aus dem Königssee von Propst Heinrich I in ein Heerlager von Kaiser Friedrich Barbarossas nach Oberitalien verschickt worden sein.

Kommt die Seeforelle zurück in den Königssee?

Saiblinge sind immer noch eine beliebte Spezialität und werden gerne gekauft - von Einheimischen wie Touristen. Die Seeforelle hingegen ist seit rund zehn Jahren kaum noch anzutreffen. Dazu beigetragen hat vor allem der Mangel an geeigneten Laichplätzen.

Nun soll die „Königin der Alpenseen“ dort erneut heimisch werden. Dieses Ziel verfolgen in einem gemeinsamen Projekt die Fischereifachberatung des Bezirks Oberbayern, die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden und die Fischerei Amort, die einzige Berufsfischerei am See.

Aufzuchtstation bei Erding

Ausreichend Erfahrung mit der Aufzucht von Seeforellen bringt die Fischereifachberatung des Bezirks mit. Seit dreißig Jahren betreibt die Fischerfamilie in Wörth bei Erding eine Aufzuchtstation mit einem ursprünglich aus dem Walchensee stammenden Seeforellenstamm. 

Befruchtete Seeforelleneier und frisch geschlüpfte Brütlinge aus der Station in Wörth sollen nun erstmalig in den Königssee eingesetzt werden. Die Fachberatung hat dafür gut geeignete Jungfisch-Habitate ausgewählt, wie den kürzlich renaturierten Saletbach. 

Ziel ist, dass sich der Seeforellen-Bestand mit der Zeit von selbst wieder aufbaut. In den nächsten fünf Jahren möchte die Fischereifachberatung den See jährlich mit 10.000 bis 15.000 Seeforelleneiern und -brütlingen besetzen. 2020 beginnen die regelmäßigen Erfolgskontrollen gemeinsam mit der Fischerei Amort.

Start der Besatz-Aktion

Los geht es mit der ersten Besatz-Aktion am 28. März 2018. Die Nationalpark-Kindergruppe, die die Patenschaft für das Seeforellen-Projekt übernommen hat wird ebenso der Aktion beiwohnen, wie Grundschüler aus verschiedenen Schulen des Berchtesgadener Landes.

Zusammen mit Nationalparkleiter Dr. Roland Baier und dem oberbayerischen Fischereifachberater Dr. Ulrich Wunner werden die Seeforelleneier in den See gesetzt.

Quelle: BGland24.de

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