Afghanen am Königssee völlig unkooperativ

Flüchtlinge von Unwetter bei Bergtour überrascht - Großeinsatz!

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Schönau am Königssee – Die Bergwacht Berchtesgaden war am langen Pfingst-Wochenende bei insgesamt vier Einsätzen gefordert, darunter ein völlig erschöpfter 25-jähriger Bergsteiger am Hohen Göll und fünf junge Afghanen. 

Flüchtlingsgruppe von Unwetter überrascht

Am Montag gegen 18.30 Uhr meldete sich eine Betreuerin über Notruf bei der Leitstelle und teilte mit, dass fünf junge afghanische Flüchtlinge nach einer Bergtour das letzte Kursboot über den Königssee verpasst hätten und für das alpine Gelände und das aufziehende Unwetter nicht ausreichend ausgerüstet seien. 

Die Gruppe war zwar über Handy erreichbar, verhielt sich aber gegenüber der Bergwacht sehr unkooperativ, legte immer wieder auf, wollte nicht mitteilen, wo sie sich befand und lehnte jedes Hilfsangebot ab. Die Bergwacht Berchtesgaden, die Wasserwacht Berchtesgaden mit Boot und Wärmebild-Kamera und die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers "Christophorus 6" suchten nach der Gruppe, konnte sie aber nicht finden, da sie nicht mitteilen wollte, über welchen Steig sie gerade zum Seeufer hinabgeht, weshalb die Suche im Bereich Rinnkendlsteig, Neiger und Kaunersteig abgebrochen wurde. 

Gegen 21.30 Uhr rief die Gruppe dann selbst bei der Bergwacht an, da sie nach dem Abstieg über den Röthsteig zum Obersee am Königssee-Ostufer zur Seelände zurückwandern wollte und schließlich am Überstieg am Nassen Palfen nicht mehr weiterkam. Die BRK-Wasserwacht brachte die Bergwacht per Rettungsboot zur Einsatzstelle, die die Gruppe fünf Meter oberhalb des Sees im Steilhang versorgte und per Seil zum Boot abließ. 

Zwei 19 und 25 Jahre alte Männer waren verletzt, ein weiterer psychisch aufgelöst und mit der Situation überfordert. Die Wasserwacht brachte alle per Boot zur Seelände zurück, wobei die beiden Verletzten per Rettungswagen in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert wurden. 17 Einsatzkräfte waren bis 23.30 Uhr gefordert.

Bergwacht trotzt Wind und Wetter

Am Montag gegen 15.30 Uhr ging ein Notruf vom Hohen Göll ein, wo ein 25-jähriger Bergsteiger aus Niedersachsen völlig erschöpft und vom alpinen Gelände überfordert in rund 2.200 Metern Höhe an der Abzweigung zur Schusterroute festsaß. 

Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers "Christoph 14" ließ einen Berchtesgadener Bergretter im Schwebeflug über die Kuve an der Göllleiten aussteigen, der sich um den jungen Mann und seinen Begleiter kümmerte. Da sich im Minutentakt durch Wind und tief umherziehende Wolken die Sichtflugbedingungen änderten, arbeitete sich zeitgleich eine Mannschaft der Bergwacht Berchtesgaden vom Kehlsteinhaus aus über den Mannlgrat zur Einsatzstelle vor. 

Der Pilot von "Christoph 14" schaffte es dann in einem günstigen Moment, den nicht mehr bewegungsfähigen 25-Jährigen zusammen mit dem Bergretter per Tau durch eine Wolkenlücke zum Schneewinkl-Landeplatz auszufliegen. Von dort gings zum Bergwachthaus, wo ihn gegen 18.30 Uhr eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes übernahm und in die Kreisklinik Berchtesgaden einlieferte. Der Begleiter des Mannes stieg mit der Bergwacht über den Mannlgrat ab und wurde per Fahrzeug ins Tal gebracht.

"In beiden Fällen hatten die Betroffenen ihr Können und ihre Kondition überschätzt und erste Warnzeichen ausgeblendet, was im alpinen Gelände lebensgefährlich werden kann, da man in der so genannten Ereignis-Spirale in immer schwierigere Situationen gerät, wenn man nicht rechtzeitig umkehrt oder Hilfe annimmt", betont der stellvertretende Leiter der Bergwacht-Region Chiemgau, Thomas Lobensteiner.

Mehrere Einsätze am Samstag 

Am Samstag gegen 14.50 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden zur Königsbachalm am Jenner ausrücken, wo sich ein 46-jähriger Mann aus Schleswig-Holstein bei einem Radsturz verletzt hatte. Die Bergretter versorgten ihn, dann wurde er per Geländefahrzeug zum Bergwachthaus und von dort aus per Rettungswagen zur Kreisklinik Bad Reichenhall gefahren.

Am Samstag gegen 23.45 Uhr wurden per Notruf von Anger aus Lichtquellen am Hochstaufen gemeldet, die sich aber lediglich als Bergsteiger herausstellten, die das milde Sommerwetter nutzten.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag musste die Bergwacht Berchtesgaden kurz nach 1 Uhr zu einer Vermisstensuche am Jenner ausrücken, wo ein junger Mann zwischen Gotzental- und Königsbachalm verschwunden war. Die Einsatzkräfte fuhren per Geländefahrzeug los, wobei der Vermisste dann direkt auf der Forststraße beim Beschneiungsteich vor ihnen wieder auftauchte, so dass keine größere Suche mehr notwendig war.

Pressemitteilung BRK Kreisverband Berchtesgaden

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Quelle: BGland24.de

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