Schrecken in Reichenhaller Lebensmittelmarkt

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Wollte aus dem Markt nach Hause mitfahren: Eine Vogelspinne.

Bad Reichenhall - Eine Vogelspinne zog am Freitagnachmittag die ganze Aufmerksamkeit der Belegschaft eines Supermarktes und zweier Kunden auf sich, die das Tier beim Einkauf fanden.

Fast wie ein am 1. April passender Aprilscherz klang zunächst die Mitteilung bei der Polizei Bad Reichenhall, als dort per Anruf bekannt gegeben wurde, dass zwei Kundinnen eine Vogelspinne in ihr Auto geladen hätten.

Für die Beamten stellte sich dann aber schnell heraus, dass es kein Scherz sondern Realität war.

Zwei Reichenhallerinnen hatten bei ihrem Einkauf gg. 14.30 Uhr eine mit den Waren bereitgestellte Schachtel gerade in den Kofferraum ihres Pkw-Kombi geladen, als eine Vogelspinne zu einem kleinen Spaziergang über die Käseverpackungen in der Schachtel aufbrach. Mit einem ordentlichen Schrecken wichen die beiden Damen zurück und holten die Verantwortlichen des Supermarktes hinzu. Die Spinne war jedoch nicht sehr aktiv und hatte sich gleich wieder unter den Tortellini verkrochen.

Die Markt-Bediensteten reagierten aufmerksam und bereiteten Behälter zum Einfangen der Spinne, falls sie aus dem Auto kriechen sollte und auch für den Notfall zum töten des Tieres wurde Vorbereitung getroffen. Dazu musste es aber nicht kommen.

Die Polizei verständigte den sehr sachkundigen Reichenhaller Klaus Dommaschk, der bereits oft in der Vergangenheit bei Schlangenkontakten und anderen exotischen Tieren wertvolle Hilfe leistete.

Er konnte die umstehenden Beteiligten schnell fachlich aufklären und sogar die verbreiteten Vorbehalte zur Gefährlichkeit solcher Spinnen aus dem Weg räumen.

Nach kurzer Begutachtung des Tieres konnte er sie mit der Hand aufnehmen und in einen geeigneten Behälter setzen. Obwohl die Spinne ein schon beachtliches, etwa handtellergroßes Format hatte, sei es eine junge Spinne, die noch wesentlich größer werde, wusste er zu berichten. Auch ein Stich mit ihren Fangwerkzeugen sei nicht gefährlicher als der Stich einer Wespe oder Biene. Die Spinne war jedoch keineswegs aggressiv und begab sich ruhig in ihr Schicksal.

Es dürfte sehr wahrscheinlich sein, dass die Spinne mit einer Bananenkiste als blinder Passagier ihren Weg von Afrika nach Deutschland unternahm. Jedenfalls wurde sie in einem Karton Bio-Bananen aufgefunden, was die Qualität der Bio-Produkte unterstreicht, da sie bei konventionell produzierten Bananen sich nicht aufgehalten bzw. die Reise nicht überlebt hätte, so die Vermutung des Experten.

Trotz der anfänglichen Aufregung nahm die Aktion, angesichts der Aufklärung und Präsentation über die eigentliche Schönheit dieses Tieres für alle Beteiligten ein versöhnliches Ende und man trennte sich wohlen Mutes.

Die Spinne wird einer geeigneten Unterkunft in verantwortungsvollen Händen zugeführt.

Pressebericht PI Bad Reichenhall

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