Zug-Schütze: Bundespolizei gibt Entwarnung

Übersee - Alles ganz anders: Die Bundespolizei glaubt nicht mehr, dass ein Zug bei Bernau im Oktober beschossen wurde. Die neuen Erkenntnisse:

Ende Oktober hat die Bundespolizei die Ermittlungen gegen einen unbekannten Täter aufgenommen, der an der Strecke Rosenheim – Salzburg auf einen Zug geschossen haben soll. Erste Zeugenaussagen haben die Annahme von dem Schuss auf den Zug gestützt. Nach Abschluss aller kriminaltechnischen Untersuchungen kommt die Rosenheimer Bundespolizei nun zu einem ganz anderen Ergebnis.

Wie berichtet, soll im Streckenabschnitt zwischen Bernau und Übersee ein Schuss auf einen EuroCity abgegeben worden sein. Die zahlreichen kleinen Löcher in Scheiben und Metallwänden sowie die Aussage einer Zeugin im Zug, einen Knall gehört zu haben, ließen zunächst den Schluss zu, dass auf den Zug mit Schrot oder kleinkalibriger Munition geschossen worden sei. Umfangreiche kriminaltechnische Untersuchen der Bundespolizei brachten nun allerdings ans Licht, dass die kleinen Löcher in den Wagonscheiben und -wänden zweifelsfrei nicht durch eine Schusswaffe verursacht worden waren. Vielmehr muss mit einem festen, spitzen Gegenstand mehrfach gegen den Zug geschlagen worden sein.

Dies erkläre auch, weshalb immer nur eine Scheibe der doppelten Verglasung durchdrungen, letztlich aber kein Projektil aufzufinden war. An einigen Rändern der Einschlagstellen in den Scheiben fanden die Kriminaltechniker sogar geringfügige Lackspuren. Diese stammen offenbar von Abschürfungen des Tatwerkzeugs, das zuvor gegen die lackierte Metallwand eines Wagons geschlagen worden war.

Zwar stelle die bloße Beschädigung des Zuges ebenfalls eine Straftat dar, allerdings sei die Rosenheimer Bundespolizei angesichts dieser Erkenntnisse im Interesse der Bahnsicherheit froh, dass sich die Ermittlungen nicht mehr gegen einen Schützen, sondern lediglich gegen einen Vandalen richten. Insofern könne mit dem vorliegenden Verdacht der Sachbeschädigung nun „Entwarnung“ gegeben werden.

Eine Eingrenzung des Tatorts bliebe jedoch eher schwierig, schließlich könne die Sachbeschädigung bei jedem Halt des Fernreisezuges zwischen Karlsruhe und Prien am Chiemsee begangen worden sein.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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