Kritiker finden Fall aus München diskriminierend

Weil er zu bairisch spricht: Schule warnt vor Hausmeister

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Ein Bairisches Original: Hausmeister Günter Greiner spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

München - Im Internet bittet der Arbeitgeber die Eltern um "Geduld" mit dem 63-Jährigen – es könne zu Kommunikationsproblemen am Telefon kommen. Kritiker erheben nun den Vorwurf der Diskriminierung.

Günter Greiner ist ein Bayer, wie er im Buche steht: gebürtiger Aschheimer, seit 50 Jahren im Fußballclub, Gründungsmitglied des örtlichen Blasmusikvereins. Bodenständig, heimatverbunden, gradheraus. "I redt’ wia mia da Schnabl gwachsn is'" erklärte der 63-Jährige dem Münchner Merkur. Doch jetzt soll er seinen Dialekt ablegen – zumindest an seinem Arbeitsplatz: Auf der Homepage der Grundschule an der Walliser Straße in Fürstenried, wo Greiner seit 17 Jahren Hausmeister ist, werden die Eltern gebeten, "Geduld" mit ihm zu haben, wenn er "versucht, hochdeutsch zu sprechen".

"Jetzt ist des scho a Problem, dass a Münchner Schuihausmoasta Bairisch redt‘", schimpft ein Leser, der die Merkur-Redaktion auf das Thema aufmerksam gemacht hat. Greiner selbst findet den Warnhinweis auf der Schul-Homepage auch nicht lustig. "Dann soin die Eltern hoid deitsch lerna, dann verstehng ma uns scho."

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