Schulstart in Bayern: Das sagen unsere Leser

Kritik zu Schulbeginn: „Kopfschmerzen und Schwindel“ - „schnappte immer stärker nach Luft“

Bayern - Nun ist der Ernst des Lebens wieder losgegangen, die Schule hat begonnen. Das vergangene Schuljahr endete aufgrund der Corona-Pandemie unter denkwürdigen Umständen, wochenlang mussten die Kinder und Jugendlichen zu Hause lernen. Auch das neue Schuljahr beginnt mit zahlreichen Auflagen - unter anderem einer Maskenpflicht. So habt Ihr den ersten Schultag erlebt.

Am Dienstag ging für 1,65 Millionen Schüler im Freistaat wieder der Unterricht los. Vor allem für viele ABC-Schützen ein besonderer Tag. Und auch die etwa 6.200 Schulen im Land mussten sich diesmal noch intensiver als sonst auf den Beginn des Schuljahrs vorbereiten, gibt es wegen der Corona-Pandemie doch zahlreiche Auflagen und Abweichungen vom gewohnten Ablauf.

Maskenpflicht, Hygienekonzept und andere Maßnahmen bestimmten den ersten Schultag. Wir haben Euch gefragt, wie Ihr den ersten Schultag erlebt habt:

Das sind Eure Erfahrungen:

Anonym aus Schönau:

Der erste Schultag an sich ist schon eine Belastung für viele Schülerinnen und Schüler. Vom „Ferienmodus“ wieder zurück in den Alltag. Ich gehe jetzt in die 12. Klasse und mein letzter erster Schultag war unangenehm. An den Schulen gibt es jetzt ein „Einbahnstraßen“-Prinzip, d.h. jeder Gang darf nur in eine Richtung benutzt werden, Treppenhäuser sind ebenso nur für entweder nach oben oder unten. 

Die Schule wird in drei Untergruppen unterteilt. In der ersten Pause dürfen Schüler der 5.-7. Klasse in den Pausenhof und in der zweiten Pause die Klassen 8-10. Die Oberstufe macht unabhängig der anderen an einem anderen Ort Pause. All diese Dinge sind völlig in Ordnung und machen auch Sinn, die Oberstufenschüler wollen dieses Jahr ihr Abitur so reibungslos wie möglich machen und dazu gehört, dass keiner von uns sich mit dem Virus infiziert.

Dennoch, die Maskenpflicht über den ganzen Unterrichtstag ist eine Zumutung. Viele Schüler können nicht richtig atmen, einigen wird übel und schwindelig. Das Gesicht unter der Maske erhitzt sich enorm. All diese Faktoren gepaart mit einem Schultag von teilweise 9:15 Uhr - 16:45 Uhr (erster Schultag 7:45 Uhr - 12:50 Uhr) sind krass und ich bin gespannt, wie es dann an einem solchen Tag die Stimmung der Schülerinnen und Schüler und den Lehrkräften aussieht. 

Ich persönlich kann sagen, dass ich allgemein schon schwer Luft bekomme und mit dieser Maske auf geht es kaum, ich schnappe automatisch immer stärker nach Luft bis durch die Maske nicht mehr genug Luft durchkommt. Ich hatte den ganzen Tag das Gefühl, dass ich mich übergeben muss und mir war extrem schwindelig. Zumal war meine Maske nach 3 Unterrichtsstunden nass, da wir da durchgehend rein atmen. 

Nicole aus Oberbayern:

Was mich beschäftigt ist, dass unsere Kinder von der Schulbushaltestelle (Abfahrt 6.50 Uhr) bis zur Rückkehr nach Unterrichtsende mit dem Bus gegen 13.35 Uhr fast nonstop eine Maske tragen müssen - das sind fast 7 Stunden. Es gibt zwar alle zwei Stunden eine kurze Pause (einmal im Klassenzimmer und einmal Schulhof), aber auch hier ist es nur zum Essen bzw. Trinken gestattet, die Maske abzunehmen.
Nicht nur meine Kinder kamen heute mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen aus der Schule... die bereits in der 3. Unterrichtsstunde einsetzten.

Bei allem Verständnis für diese Schutzmaßnahmen, hätte ein Konzept entwickelt werden müssen, dass den Kindern ermöglicht, spätestens alle zwei Stunden die Maske nicht nur zum Essen und Trinken abzusetzen. Bei Arbeitsschutzrichtlinien der BG wird vorgeschrieben, dass filtrierende Halbmasken mit Ausatemventil (i.d.R. FFP-2 bzw. 3 Masken) zwei Stunden getragen werden mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten. Im Unterschiede zu den sog. „Community-Masken“ kann die verbrauchte Atemluft bei den FFP-2/3 Masken durch das Ausatemventil sogar problemloser entweichen, sodass man nicht permanent der mit Kohlendioxid angereicherten verbrauchten Atemluft ausgesetzt ist - was eben zu Schwindel, Kopfschmerzen, Übersäuerung des Blutes, Leistungsabfall usw. führt.

Warum man dann für Kinder hier nicht eine Regelung trifft, dass alle zwei Stunden zumindest 15 Minuten die Maske ausgezogen werden darf, unter Wahrung von Mindestabständen und evt. fest zugewiesenen Plätzen pro Klasse auf dem Schulhofgelände, entzieht sich meinem Verständnis.
Hier sollte die zuständige Behörde schnellstens die Regelungen nachbessern.

Christine aus Laufen:

Der erste Schultag meines Sohnes war durchweg positiv! Die Begrüßungsfeier fand in der Turnhalle statt, gestaffelt für jede einzelne erste Klasse. Dies empfanden wir als sehr angenehm, da nicht so viel „Gewurle“ war. Bis zum Platz wurden zwar Masken getragen, das störte aber weder Kinder noch Eltern.

Mit Liveband und einem Zauberclown war es perfekt! Die Kinder durften dann mit dem Lehrer und dem Clown zum Klassenzimmer gehen (leider ohne Eltern, aber auch das war okay, denn wir bekamen weiter beste musikalische Unterhaltung und organisatorische Infos vom Schulleiter).

Später gab es sogar Klassenfotos, was uns sehr gefreut hat - auch das haben die Kinder super ohne uns Eltern geschafft (wir hätten uns ja sicher wieder unnötig eingemischt). Alles in allem ein wirklich schöner Start in die Schule!

Wie habt Ihr den ersten Schultag erlebt? Erzählt uns Eure Geschichte

Wie habt ihr den ersten Schultag erlebt? Welche Maßnahmen haltet Ihr für sinnvoll, welche Beschränkungen erfüllen Eurer Meinung nach nicht ihren Zweck? Egal ob Schüler, Lehrer oder Elternteil: Wir wollen von euch wissen, wie ihr diesen besonderen Tag erlebt habt. Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt eine Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Schulstart“ im Betreff). Die OVB24-Redaktion freut sich über Eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen. 

Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort. Auch ein Foto von Euch könnt Ihr gerne mitschicken. Gerne könnt Ihr uns eure Nachricht auch über die Facebook-Seiten von rosenheim24.demangfall24.dewasserburg24.deinnsalzach24.dechiemgau24.de oder BGLand24.de zukommen lassen. Wir veröffentlichen Eure Leserbriefe anschließend in einem Artikel. 

mz

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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