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Schwangere abgewiesen - Anklage gegen Klinikarzt

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Deggendorf - Nach der Fehlgeburt einer jungen Frau hat die Staatsanwaltschaft einen Klinikarzt aus dem Bayerischen Wald angeklagt. Er soll die Frau trotz Beschwerden weggeschickt haben.

Der Oberarzt des Kreiskrankenhauses Viechtach (Landkreis Regen) soll die 23-Jährige trotz akuter Beschwerden abgewiesen und in eine 35 Kilometer entfernte Klinik geschickt haben. Der Mann sei wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und unterlassenen Hilfeleistung angeklagt, berichtete die Staatsanwaltschaft Deggendorf am Mittwoch. Der Mediziner habe sich bislang zu den Vorwürfen nicht geäußert.

Laut Anklage war die schwangere Frau Anfang Juni wegen schwerer Blutungen in das Kreiskrankenhaus gekommen. Der diensthabende Arzt habe die Patientin aber gar nicht untersucht. Er habe ihr nur ausrichten lassen, dass es in Viechtach keine Behandlungsmöglichkeit gebe. Die Schwiegereltern der Frau fuhren die Patientin dann nach Deggendorf, dies dauerte eine dreiviertel Stunde. In der dortigen Frauenklinik wurde sofort ein Notkaiserschnitt durchgeführt, der Fötus war allerdings bereits tot.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hätte der Viechtacher Klinikarzt angesichts der drohenden Gefahr für die Frau ärztliche Hilfe leisten und selbst einen Nottransport organisieren müssen. Einen Termin für die Verhandlung vor dem Viechtacher Amtsgericht gibt es bislang noch nicht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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