Motorradfahren: Ein (zu) riskantes Hobby?

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Erschütterndes Bild vom Biker-Unfall am 16. Mai bei Gstadt. Der Tittmoninger wurde dabei schwerst verletzt.
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Landkreis - Nach den schweren, teils tödlichen Unfällen in der Region im Mai stellt sich wieder die Frage: Wie gefährlich leben Biker? Ein Blick auf die Zahlen lässt Schlimmes erahnen.

Schwere, teils tödliche Motorradunfälle erschütterten am zweiten Mai-Wochenende die ganze Region: Ein toter 17-Jähriger am Sudelfeld (Landkreis Rosenheim), ein schwer verletzter 25-jähriger Biker in Gstadt (Landkreis Rosenheim), ein Motorrad-Crash während dem Überholen bei Soyen (Landkreis Rosenheim), zwei schwer verletzte, erst 16-jährige Biker in Ramsau (Berchtesgadener Land) und ein tödlicher Motorradunfall in Freilassing (Berchtesgadener Land) am 14. Mai. Auch bei Landshut und Augsburg verloren an jenem Wochenende zwei Biker ihr Leben.

Nur einige, wenige Beispiele, was sich auf den Straßen Jahr für Jahr ereignet. Allein im vergangenen Jahr mussten laut Statistischem Bundesamt 675 Motorradfahrer in Deutschland ihr Leben lassen, 45.500 wurden verletzt. Die Frage drängt sich auf: Wie gefährlich leben Biker?

Lebensgefahr bei Motorradunfällen doppelt so hoch

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Allein an der Anzahl der Verletzten lässt sich schon so manches erahnen: Um die 210.000 Menschen werden jährlich in Deutschland bei Autounfällen verletzt - bei den im Straßenverkehr deutlich unterrepräsentierten Motorradfahrern sind es dagegen jährlich um die 45.000. In Deutschland sind gut zehn Mal mehr Autos als Motorräder angemeldet.

Vergleicht man diese Zahlen mit den tödlichen Unfällen wird das Verhältnis noch anschaulicher: Bei Autofahrern endete 2013 jeder 132. Unfall tödlich - dagegen musste bei jedem 65. Motorradunfall ein Biker sein Leben lassen. Die mit Abstand meisten tödlichen Biker-Unfälle passierten 2013 außerdem auf Landstraßen (441), während es innerorts 151 waren und auf Autobahnen "nur" 49.

Es trifft vor allem junge Fahrer

Die Gründe für Motorradunfälle: Zu hohes Tempo, zu wenig Abstand, zu riskante Überholmanöver. Oft fehle bei den Bikern "ein Bewusstsein dafür, dass man auf zwei Rädern einem besonderen Risiko ausgesetzt ist", so der ADAC. Auch eine kontinuierliche Fahrpraxis fehle vielen: "Man ist jedes Jahr wieder ein Stück weit Fahranfänger." Kein Wunder, dass es nach Studien besonders junge Fahrer sind, die es bei Unfällen trifft. Auch bei den schwer verletzten oder getöteten Bikern im Berchtesgadener Land und im Landkreis Rosenheim Mitte Mai war keiner älter als 25 Jahre.

Neuralgische Punkte bilden dabei oft kurvige Strecken und Bergstraßen, Beispiel: Sudelfeld oder auch der Hallthurmer Berg im Berchtesgadener Land, obwohl beide Strecken mit Geschwindigkeitsbeschränkungen gedrosselt wurden und die Blitzer der Polizei jene Stellen ganz genau im Blick haben.

So weit die traurigen, nackten Zahlen. Am Dienstag lassen wir auf unseren Portalen einen Biker selbst zu Wort kommen: Ein Freund jenes 17-Jährigen, der am 16. Mai am Sudelfeld gegen einen Lkw prallte und sein Leben verlor.

xe

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