Arbeitsunfall in München

Bauarbeiter bis zur Brust unter Kies begraben

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Feuerwehrler graben mit Unterstützung der Höhenrettungsgruppe den Arbeiter aus.
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München - Schwerer Arbeitsunfall in der Traunsteiner Straße in Obergiesing: Ein Bauarbeiter ist in einer Baugrube von Kiesmassen verschüttet worden. Ein Kollege versucht, ihn zu befreien, jedoch vergeblich.

Update, Freitag, 12.50 Uhr: Pressemeldung der Polizei

Am Donnerstag, ereignete sich gegen 9.20 Uhr, auf einer Baustelle in der Traunsteiner Straße ein schwerer Arbeitsunfall. 

Auf dem Areal wird zurzeit eine Baugrube für ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage ausgehoben. Hierzu sind einige Seitenwände der Grube bereits mit Stahlträgern und Spundhölzern abgestützt. Ein 40-jähriger kosovarischer Bauarbeiter war dabei, mit einer Schaufel Kies zu glätten, als sich aus einem nicht gesicherten Hang eine größere Menge an Erdreich und Kies löste und ihn etwa bis zur Brusthöhe begrub. 

Mittels eines Baggers wurde zunächst in unmittelbarem Bereich des Verletzten versucht, die abgerutschte Kiesmenge zu entfernen. Diese rutschte jedoch immer wieder nach. Erst durch den Einsatz der Feuerwehr München, konnte der Verletzte aus der Baugrube geborgen werden.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung

Der 40-Jährige kam mit Prellungen und Quetschungen in ein Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht. Das Kommissariat 13 (Betriebsunfälle) hat vor Ort die Ermittlungen wegen des Verdachts der Baugefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen. Die Lokalbaukommission der Landeshauptstadt München und das Gewerbeaufsichtsamt München waren ebenfalls vor Ort. 

Die Bauarbeiten sind derzeit eingestellt. Sie dürfen erst nach einer Sachverständigenüberprüfung der Sicherheit wieder aufgenommen werden.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums München

Die Erstmeldung, Donnerstag, 19 Uhr:

Wie die Münchner Feuerwehr berichtet, kam es Donnerstagvormittag bei Abstützmaßnahmen zu einem folgenschweren Unfall. 

Aus bisher ungeklärter Ursache brachen Bretter einer Spundwand während, ein Bauarbeiter daneben seine Arbeit verrichtete. Das herausrutschende Erd- und Kiesreich begrub ihn bis zum Bauch. Ein weiterer Arbeiter bemerkte den Unfall und setzte einen Notruf ab. Anschließend versuchte er den Verunfallten mit einem Minibagger frei zu schaufeln, jedoch rutschte immer wieder neues Material nach. 

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr bauten um den Verletzten eine Schalung, um ein weiteres Nachrutschen von Erdreich zu vermeiden. Nun konnten sie seinen restlichen Oberkörper befreien. Jetzt konnte das Notarztteam Bogenhausen und die Besatzung des Aicher Rettungswagen den Patient erstversorgen. 

Währenddessen wurde die Schalung immer weiter in den Boden gegraben um nach und nach die Füße des zirka 45-jährigen frei zu bekommen. Nach 45 Minuten konnte er aus seiner misslichen Lage befreit werden. Die Staffel der Höhenrettungsgruppe sicherte den Verunfallten in einer Schleifkorbtrage. In dieser konnte er mit Hilfe der Drehleiter aus der Baugrube gerettet werden. 

Während den Rettungsmaßnahmen war der Patient zu jeder Zeit ansprechbar. Um die medizinischen Maßnahmen zu vertiefen, wurde er in eine Münchner Spezialklinik transportiert. Der genaue Unfallhergang und die Ursache wird derzeit von der Polizei noch ermittelt.

mh/Pressemitteilung Feuerwehr München

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