Schwulenfeindlich: Grüne fordern Auftrittsverbot für Reggae-Musiker Sizzla

München - Die Landtags-Grünen fordern ein Auftrittsverbot für den jamaikanischen Sänger Sizzla auf dem “Chiemsee Reggae Summer“. Grund: Der Künstler hetzt in seinen Liedern immer wieder gegen Schwule.

Der Reggaemusiker mache “in seinen Liedern keinen Hehl aus seinem Hass auf Homosexuelle und ruft sogar zu Mord auf“, warnte Grünen- Politikerin Claudia Stamm am Montag in München. Sie forderte die Staatsregierung auf, sich beim Festivalveranstalter für die Ausladung des Künstlers stark zu machen. Sollte Sizzla doch auftreten, wolle Stamm zum Boykott der gesamten Veranstaltung aufrufen.

Der Veranstalter distanzierte sich bereits vor einiger Zeit “ganz klar von Homophobie und homophoben Texten“, wie er auf seiner Internetseite verkünden ließ. Lieder mit homophobem Inhalt würden auf dem Reggaefestival (27. bis 29. August) nicht auf die Bühne gebracht. Ein Auftrittsverbot will er nicht aussprechen. Sizzla habe sich bei seinen letzten Auftritten in Europa lange nichts zu Schulden kommen lassen, argumentierte der Veranstalter.

Bereits im vergangenen Jahr wurden zwei Auftritte des Sängers in Berlin von den Veranstaltern wieder abgesagt. Sizzla habe Vereinbarungen, mit denen die Situation von Lesben und Schwulen auf Jamaika verbessert werden sollten, nicht unterschrieben, begründete damals die Konzertbühne Kesselhaus die Entscheidung, das Konzert platzen zu lassen. In der Musikszene gilt Sizzla als eine der schillerndsten Figuren im Reggae- und Dancehall-Geschäft. Immer wieder wird er allerdings für seine homophoben Texte kritisiert.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © dpa

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