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Razzia im Rathaus

Bayerischer Bürgermeister festgenommen – Betrugsverdacht in Millionenhöhe

Das Rathaus von Seeg im Allgäu. Wegen Betrugsverdachts in Millionenhöhe sind der Bürgermeister und der Leiter eines Pflegeheims festgenommen worden.
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Das Rathaus von Seeg im Allgäu. Wegen Betrugsverdachts in Millionenhöhe sind der Bürgermeister und der Leiter eines Pflegeheims festgenommen worden.

Statt Parteiverkehr gab‘s im Rathaus der Gemeinde Seeg im Allgäu am Mittwoch (11. Januar) eine Razzia der Polizei. Der Bürgermeister wurde festgenommen, auch der Leiter eines Pflegeheims aus dem Ort befindet sich in Gewahrsam – beide wegen Betrugsverdachts in Millionenhöhe.

Seeg (Landkreis Ostallgäu) – Die Vorwürfe der zuständigen Ermittler gegen einen Bürgermeister aus dem Allgäu sowie den Leiter eines Pflegeheims wiegen schwer: Der CSU-Politiker Markus Berktold und der Pflegeheimleiter sollen demnach zwischen Mai 2020 und Juni 2022 wiederholt Scheinrechnungen des Pflegeheims und eines Pflegedienstes erstellt haben.

Anschließend sei so die Erstattung von Corona-bedingten Mehraufwendungen bei der Pflegekasse zu Unrecht abgerechnet worden. Die beiden sollen dabei gewerbsmäßig vorgegangen sein und so aus dem wegen der Corona-Pandemie geschaffenen „Pflege-Rettungsschirm“ mehr als 1,1 Millionen Euro unberechtigt erhalten haben.

Pflegeheim und Rathaus durchsucht – Bürgermeister und Heimleiter festgenommen

Wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg am Donnerstag (12. Januar) erklärte, durchsuchten rund 50 Ermittler am Mittwoch mehrere Gebäude in der knapp 3000-Einwohner-Gemeinde Seeg im Allgäu. Darunter befanden sich auch das Rathaus sowie das betroffene Pflegeheim.

Sowohl der Bürgermeister als auch der Leiter des Heims wurden von den Beamten festgenommen. Ein Ermittlungsrichter soll noch am Donnerstag über die Untersuchungshaft der beiden Beschuldigten entscheiden, hieß es seitens der Generalstaatsanwaltschaft weiter. Der Strafrahmen für gewerbsmäßigen Betrug liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft.

Pflegeheimleiter bereits zuvor im Visier der Beamten

Auf den Leiter des Pflegeheims war den Angaben nach bereits ein Haftbefehl ausgestellt, da er bis Ende 2021 durch Scheinrechnungen mehr als 110.000 Euro an Firmengeldern veruntreut haben soll. Bei der Durchsuchung am Mittwoch hätten die Ermittler außerdem Erkenntnisse erlangt, dass auch gegen den Bürgermeister die Voraussetzungen eines Haftbefehls vorliegen.

Mitarbeiter bringt Ermittlungen ins Rollen

Die Anzeige eines Firmenmitarbeiters hatte die Ermittlungen demzufolge in Gang gebracht. Die bei der Durchsuchung sichergestellten Dokumente werden derzeit gesichtet und ausgewertet. Zudem wurden Konten und Gegenstände gepfändet.

Geleitet werden die Ermittlungen von der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) bei der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg. Die Gemeinde Seeg äußerte sich zu den Vorwürfen auf Anfrage zunächst nicht.

aic mit Material der dpa

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