Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Das ist ein Lockdown durch die Hintertür“

Seilbahn-Branche fordert 2G Regeln für den Skisport 

Der Verband Deutscher Seilbahnen fühlt sich durch die neue 2G-plus-Regelung in die Ecke gedrängt und fordert eine Anpassung.

Pressemitteilung im Wortlaut

Germering - Die Verabschiedung der 15. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung drängt die bayerischen Seilbahnunternehmen an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds. Hintergrund  ist die Anordnung der 2G-plus-Regelung für Seilbahnen. Die personellen Voraussetzungen und  der logistische Aufwand einer Testung der Gäste ist für die Unternehmen, von denen viele kleinere Familienbetriebe sind, nicht zu stemmen. Außerdem stehen die Testkapazitäten gar nicht zur Verfügung. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist damit nicht mehr möglich. 

„Bei uns herrscht völliges Unverständnis“ so Matthias Stauch, der Präsident des Verband  Deutscher Seilbahnen, „warum für den Sport im Freien strengere Regeln gelten sollen als für den Aufenthalt in Innenräumen.“ 

Infektionsrisiko geringer als in anderen Verkehrsmitteln

Eine Studie des Schweizer Forschungsinstituts EMPA/ETH belegt, dass das Infektionsrisiko bei einer Seilbahnfahrt aufgrund des großen Luftwechsels und der kurzen Fahrdauer um ein Vielfaches geringer ist als bei anderen Verkehrsmitteln oder einem Büroaufenthalt (Zum Vergleich: In einer 8er-Seilbahnkabine finden etwa 138 Luftwechsel / h statt, in einem Zug 7  bis 14 und in einem Büro lediglich 1/h. Auch der Erfahrungsbericht des  Weltseilbahnverbandes OITAF über den Verlauf der letzten Wintersaison in Ländern mit  Seilbahnbetrieb stützt diese Erkenntnisse.) 

„Das ist ein Lockdown durch die Hintertür“, so Peter Lorenz (stv. Vorstand des VDS). „Aus unserer Sicht sind diese Maßnahmen absolut unverhältnismäßig. Wir fordern von der Politik, Skibetrieb unter 2G-Bedingungen zu ermöglichen und uns damit den österreichischen Nachbarn gleichzustellen. Sonst wäre das wirtschaftlicher und ökologischer Unsinn.“ 

Wintersport als Booster für die Impfmotivation

Entscheidend bei der Pandemiebekämpfung ist an erster Stelle die Impfquote, hier sollen Anreize geschaffen werden und eine 2G-Regelung für den Wintersport/auf den Pisten könnte ein starker Anreiz sein. „Wintersport kann als Motivations-Booster für die Impfung genutzt  werden“, ist Matthias Stauch überzeugt. „Eine 2G-plus-Regelung bestraft dagegen alle Geimpften.“ Ein bedrohlicher Schatten des absoluten Super-Gaus, nämlich eine Absage der Wintersaison durch einen Lockdown, zeichnet sich nach Sicht der Seilbahnbranche bereits am Horizont ab: 

In einigen Landkreisen wurde in Bayern bereits jetzt wieder ein Lockdown bis zum 15. Dezember verfügt und es ist nicht auszuschließen, dass es danach trotz gegenteiliger Aussagen der Politik so weitergehen könnte. Die Erfahrungen der vergangenen  Saisons haben in einer schmerzhaften Hängepartie gezeigt, dass hier nicht mit Verlässlichkeit  zu rechnen ist. Hier wurde der Branche mit häppchenweisen Lockdowns schließlich fast die  komplette Wintersaison gestrichen. 

Gesamter Tourismussektor leidet

Die Folgen eines solchen Szenarios wären massiv und für die gesamte Tourismusbranche nicht abzuschätzen. Wo keine Wintersportler sind, werden beispielsweise auch Gastronomie und Hotellerie extrem leiden.

Große Sorge bereitet den Unternehmen auch die Aussicht auf einen erneuten „wilden  Zulauf“ in den Skigebieten, wie er vergangene Saison zu beobachten war. Trotz geschlossener  Infrastruktur und Pisten wurden viele Regionen regelrecht überrannt, ohne Rücksicht auf den  Infektions- oder auch den Naturschutz. Hier ist die Lenkungsfunktion und der kontrollierte  Ablauf durch geöffnete Seilbahnen und Schlepplifte unbedingt nötig. 

Der Präsident des Verbandes Deutscher Seilbahnen kritisiert, dass im Sommer der  Wahlkampf wichtiger war als die Pandemie: „Wir müssen erneut die Versäumnisse der Politik ausbaden und als Bauernopfer herhalten,“ so Matthias Stauch. 

Pressemitteilung Verband Deutscher Seilbahnen

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Kommentare