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Seit 2017 mit dem Motorrad unterwegs

Von Rosenheim in den Himalaya: Weltreise mit Katze

Martin Klauka mit seiner Katze Mogli
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Martin mit Mogli

Seit vier Jahren reist Martin Klauka aus Rosenheim auf dem Motorrad um die halbe Welt. Immer mit dabei seine Katze Mogli. Die Geschichte eines Abenteurers, seiner Katze und ihrer außergewöhnlichen Tour.

von Isabella Fiala

Indien, 15 Uhr Ortszeit, Martin Klauka erscheint zu unserem Video-Gespräch auf dem Bildschirm. Pferdeschwanz, Kapuzenpullover, Dreitagebart, gebräunte Haut. Seit vier Monaten wohnt der 36-jährige Rosenheimer mit seiner Katze Mogli bei Freunden in Gadholi, einem kleinen indischen Dorf am Fuße des Himalaya, über 6.000 Kilometer entfernt von der Heimat Rosenheim. Vier Monate, so lange waren die beiden schon lange nicht mehr an einem Ort, erzählt er. Unser Glück, denn hier hat Martin eine feste Internetverbindung und Zeit für unser Gespräch. 

Die wichtigste Frage gleich zu Beginn: „Wo ist Mogli?“ Martin beugt sich unter den Tisch. „Mogli, komm… Mogli.“ Da, plötzlich, tauchen von unten zwei spitze, schwarze Ohren auf. Große grüne Augen blicken frontal in die Kamera. Mogli, die wohl meist gereiste Katze der Welt, höchstpersönlich in Großaufnahme. Fast ist man ein bisschen aufgeregt, so eine kleine Berühmtheit jetzt direkt und in Echtzeit zu sehen. Ein schnelles Handyfoto von dem Bildschirm ist möglich, dann verschwindet Mogli wieder. Legt sich auf eine kleine Bank, schläft oder stellt sich schlafend, bei Katzen weiß man das ja nie so genau, und lässt Herrchen Martin die nächste Stunde erzählen. Von gefährlichen Leoparden, vom Unterwegssein, von fremden Ländern, von den großen und kleinen Abenteuern, die sie in den vergangenen vier Jahren erlebt haben.

Zwischenstopp in Ladakh, einer Hochgebirgsregion im Norden Indiens

Wie viele große Geschichten begann die von Mogli und Martin mit einem Zufall. Es war im März 2017, als Martin auf der Rückreise einer Motorradtour durch Marokko eine Rast einlegte. Da stand plötzlich eine kleine Katze neben ihm. Abgemagert, schwach und hungrig, voller Flöhe und mit verletztem Schwanz. Er rief nach ihr, erzählt Martin. „Da kam sie, kroch auf meinen Arm und schlief ein.“ Martin fütterte die Katze, gab ihr Wasser, wärmte sie unter seinem Pullover. Dann wollte er weiterfahren. Aber konnte er das kleine Kätzchen zurücklassen, das so offensichtlich niemanden hatte, der sich um sie kümmert? „Ich kann sie doch nicht einfach auf dem Motorrad mit nach Hause nehmen. Oder doch?“, überlegte Martin und beantwortete seine Frage selbst. Er polsterte den Tankrucksack mit einem Schal aus, legte die Katze hinein und fuhr vorsichtig los. „Kurz schien sie Angst zu haben. Dann machte sie es sich gemütlich und schlief wieder ein.“ Ihre gemeinsame Reise begann – zunächst nach Rosenheim und dann einmal um die halbe Welt. 

Zurück in Rosenheim gab Martin seiner Katze den Namen Mogli, wie das Findelkind aus dem Dschungelbuch – und überlegte. Mogli war zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt in sein Leben getreten. In wenigen Monaten wollte er mit dem Motorrad zu einer Weltreise aufbrechen. Seit Jahren hatte er die Reise geplant. Seinen Job als Disponent in einer Spedition gekündigt, alle Möbel verkauft und verschenkt, Visum beantragt. Die große Unabhängigkeit, die große Freiheit, raus aus dem geregelten Leben, dem Hamsterrad, endlich. Und jetzt war da Mogli. Wohin mit ihr? In Rosenheim in ein Tierheim geben? „Ich konnte doch nicht eine Straßenkatze retten und sie dann in ein überfülltes Tierheim stecken.“ Für Martin gab es nur die eine Lösung: Mogli kommt mit in die weite Welt. 

Alles im Blick- Mogli im kleinen Dorf Anjuna an der Küste Goas.

Fünf Monate hatte er Zeit, um Mogli auf die Reise vorzubereiten. Er kaufte ihr eine Leine, ging mit ihr damit spazieren, in den Supermarkt, auf Feste, zu Freunden, überall nahm er sie mit. Mogli gewöhnte sich an die Leine, an das Unterwegssein, an das Leben an Martins Seite. Und dann war der große Tag gekommen: Am 24. August 2017 verließen Martin und Mogli Rosenheim und reisten in die Ferne, für unbestimmte Zeit. „Ein unglaubliches Gefühl war das. Eine Mischung aus Freude, Euphorie und Aufregung. Ich wusste nicht, wann und ob ich überhaupt zurückkommen würde, eine Reise auf dem Motorrad ist nicht ungefährlich.“ Jetzt gab es kein Zurück mehr, das Abenteuer von Mogli und Martin begann.

Durch 15 Länder reisten Martin und Mogli in den folgenden vier Jahren. Durch Albanien, die Türkei, Griechenland, Dubai, den Iran, durch Pakistan, Indien und Nepal. Schlenderten über den Großen Basar in Teheran, besuchten die Scheich-Zahed-Moschee in Abu Dhabi, durchquerten die Kacchi-Wüste in Pakistan und den Dschungel im bergigen Hinterland Keralas. Während der Fahrt sitzt Mogli stets im Tankrucksack, an Land dann auf Martins Schulter oder sie geht an der Leine. Haben die beiden ihr Zelt aufgeschlagen oder eine Herberge bezogen, darf Mogli frei herumlaufen und das neue Land erkunden, Mäuse jagen, auf Bäume klettern. „Schließlich ist Mogli eine Katze und will frei sein.“ Das Freiheitsbedürfnis ist sicher eine der größten Gemeinsamkeiten von Martin und Mogli. Und die Abenteuerlust. Ob es gefährliche Situationen gab? Martin richtet sich vor dem Bildschirm auf. „Und ob! Erst gestern Abend waren hier zwei Leoparden hinter dem Haus.” Leoparden! „Ja, für Menschen sind die nicht gefährlich, in der Regel zumindest“, sagt Martin. „Für Katzen können Leoparden aber zur Gefahr werden. Genauso wie die Himalaya-Marder, die reißen hier schon mal eine kleine Kuh.“ Deshalb hat Mogli in Indien abends Ausgehverbot.

Mogli auf dem vollbepackten Motorrad

Und dann war da noch die Sache mit der Fähre, auf der Mogli beinahe verloren gegangen wäre, erzählt Martin. Die beiden setzten von der Türkei nach Griechenland über. Plötzlich war Mogli spurlos verschwunden. Sie hätte überall sein können, zu viele Kajüten hatte das Schiff. „Wenn sie sich in einer der Kajüten versteckt hätte, hätte ich sie nie mehr gefunden.“ Doch das Glück war, wie so oft, auf der Seite von Martin und Mogli. Martin fand seine Katze, das Abenteuer konnte weiter gehen.

Martin Klauka - Einmal mit der Katze um die halbe Welt ISBN 978-3-833-7123-8 19,90 Euro (Im Buchhandel und unter www.motomogli.com)

Klar wäre es einfacher, ohne Katze zu reisen, sagt Martin. „Ich könnte längere, sportlichere Strecken auf dem Motorrad zurücklegen, müsste keine Rücksicht auf irgendwen nehmen.“ Aber es würde etwas fehlen in seinem Leben. Mit Mogli erlebt er Dinge, die ihm so wohl nicht widerfahren wären. Ein Aussteiger mit Katze auf dem Motorrad – das ist eine kleine Sensation. Während ihrer Reise haben Mogli und Martin Freunde auf der ganzen Welt gefunden. Viele kennen die beiden über Martins Instagram-Account „Motomogli“, über 48.000 Menschen folgen ihnen. So bekommen die beiden Übernachtungs-Einladungen in den verschiedensten Ländern, Fremde werden zu Freunde. Viele Zeitungen, Magazine, Radio- und Fernsehsender auf der ganzen Welt haben schon über den deutschen Aussteiger und seine Katze berichtet. So wurden sie bekannt. Vor zwei Jahren hat Martin ein Buch über ihre Reise geschrieben, es wurde ein Bestseller. Durch die Verkaufserlöse finanziert er seine Reise und durch Gelegenheitsjobs.

Wie geht es weiter, was ist das nächste Ziel? „Russland, falls möglich“, erzählt Martin. Dort will er eine Weile bleiben und die Sprache lernen. Und dann geht es irgendwann über Skandinavien zurück nach Rosenheim, in die Heimat. Die Weltreise ist damit beendet. Kann er sich ein Leben mit festem Wohnsitz und Job vorstellen? Ein geregeltes Leben, aus dem er vor vier Jahren ausgebrochen ist? Martin überlegt. „Nicht wirklich“, sagt er dann. Darüber mache er sich auch nicht zu viele Gedanken. „Mal sehen, was kommt.“ Eines sei jedoch sicher: Auch in Zukunft werden die beiden reisen, wann immer es möglich ist. Das Abenteuer von Martin und Mogli, es ist noch lange nicht zu Ende.

Viele News, Fotos und Videos zu Martins und Moglis Reise gibt es auf dem Instagram-Account „Motomogli“ und unter www.motomogli.com 

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